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Terminalsperrung in München richtet Millionenschaden an

Die am Samstag aufgrund einer Panne bei der Sicherheitskontrolle erfolgte Sperrung des Terminal 2 in München hat einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet. 330 Flüge fielen aus, die Betriebsunterbrechung führte zu Störungen des Flugverkehrs, die bis in den nächsten Tag hinein reichten.

31.07.2018

Der Schaden durch die Sperrung von Terminal 2 am 28. Juli 2018 in München beläuft sich auf Millionenhöhe. © V. K. Thomalla

Ausgerechnet zu Beginn der bayerischen Sommerferien, an einem der verkehrsreichsten Tage im Jahr, unterlief den Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma bei den Passagierkontrollen am Flughafen München ein folgenschwerer Fehler. Zwischen 06.47 Uhr und 11.44 Uhr war das Terminal 2 deshalb gesperrt. Die Bundespolizei untersagte in diesem Zeitraum sämtliche Abflüge vom Terminal 2.

330 Flüge fielen aus, 31.121 Passagiere waren betroffen und verpassten ihren Flug. Zum großen Teil mussten sie auf alternative Verkehrsmittel umsteigen, beziehungsweise konnten erst am Folgetag weiter. Einzelne Passagiere mussten sogar noch die Nacht von Sonntag auf Montag am Flughafen verbringen.

Schaden für Lufthansa noch nicht beziffert

Den Schaden für den Airport durch entgangene Landegebühren, Abfertigungsentgelte und Ausfällen in der Gastronomie schätzt Flughafen-Chef Michael Kerkloh auf über eine Million Euro. Dabei sind die Kosten für die Airlines durch Umbuchungen, Hotelübernachtungen, Entschädigungen für Flugausfälle und Verspätungen, etc. noch nicht einmal berücksichtigt. Die Lufthansa, die das Terminal 2 fast exklusiv nutzt, ist die am meisten betroffene Fluggesellschaft.

Die Panne war passiert, als eine Passagierin eine zu große Flasche mit Kosmetika im Handgepäck mitnehmen wollte. Die Kontrolleure bemerkten dies, und die Frau stand vor der Wahl, die Flasche wegzuwerfen oder aufzugeben. Die Passagierin verließ den Kontrollbereich und gab die Flasche am Gepäckschalter auf. Als sie zurückkehrte war ein Mitarbeiter der Passagierkontrolle durch ein Gespräch mit einer Kollegin abgelenkt, und die Frau ging unkontrolliert durch die Kontrollstation. Einem Sicherheitsmitarbeiter war dies aufgefallen, und er bat seine Kollegen, die Frau zurückzuholen. Die war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon im Gewühl verschwunden. Daraufhin wurden die Bundespolizei und die für die Sicherheit am Flughafen zuständige Regierung von Oberbayern informiert. Sie ordneten in der Folge die Räumung des Terminal 2 an. Die Frau saß zu diesem Zeitpunkt aber schon im Flugzeug, welches pünktlich startete.

Sie wurde erst am Nachmittag durch die Analyse von Aufzeichnungen der Sicherheitskameras und der Bordkartenleser identifiziert. Aber da war der Schaden schon angerichtet. „Aus derzeitiger, vorläufiger Sicht sehen wir insbesondere keinen Raum für ein strafrechtliches Vorgehen gegenüber der Passagierin“, sagte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern gegenüber der Tageszeitung Münchner Merkur. Drei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma wurden aber von ihren Kontrolltätigkeiten entbunden.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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