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TUIfly fliegt ab 17. Juni wieder und halbiert die Flotte

Die erwartete langsame Erholung der Nachfrage nach Passagierflügen führt zu einem massiven Kapazitätsüberhang bei den Fluggesellschaften. Die TUIfly wird deshalb Stationen schließen, Flugzeuge stilllegen und sich von einem Teil des fliegenden Personals trennen.  

6.06.2020

Die TUIfly hat angekündigt, ihre derzeit aus 39 Flugzeugen bestehende Flotte als Folge der Coronakrise zu halbieren. © Volker K. Thomalla

Die gute Nachricht lautet: Die TUIfly geht ab dem 17. Juni nach einer dreimonatigen Zwangspause durch die Coronakrise wieder mit Urlaubsflügen an den Start. Allerdings hat die Krise tiefe Spuren im Flugbetrieb des Unternehmens hinterlassen. Die schlechte Nachricht lautet: Alle Airlines der TUIfly-Gruppe werden von Einschnitten betroffen sein, die TUIfly Deutschland scheint es besonders hart zu treffen. Derzeit verhandelt das Unternehmen mit den Sozialpartnern über einen Stellenabbau.

Die Pilotenvereinigung Cockpit teilte dazu mit: „Die Vereinigung Cockpit bedauert die Ankündigung von Tuifly, rund 700 Arbeitsplätze in Cockpit und Kabine abbauen zu wollen. Dass die Flotte um rund die Hälfte reduziert wird und nur noch von Hannover, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München geflogen werden soll, ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten.“

Aus für die Basen in BRE, CGN und FMO

Die Standorte in Bremen (BRE), Köln/Bonn (CGN) und Münster-Osnabrück (FMO) werden geschlossen, die Zahl der Flugzeuge von derzeit 39 Boeing 737 soll um die Hälfte gekürzt werden. Sieben Flugzeuge waren für die Eurowings im Wes-Lease im Einsatz. Diese Verträge werden nicht verlängert, da auch Eurowings seine Flotte verkleinert.

Die TUIfly hat als Ferienfluggesellschaft vor allem Saisongeschäft mit einem Schwerpunkt im Sommer. Die Airline hat deshalb und er Vergangenheit immer Flugzeuge im Winter an Fluggesellschaften in Nordamerika abgegeben, die über ein ausgeprägtes Winterfluggeschäft beispielsweise in die Karibik verfügten. Doch dieses Geschäft wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach auch nicht vorhanden sein.

Die TUIfly-Airlines haben insgesamt 61 Boeing 737 MAX bestellt, deren Auslieferung aber wegen des weltweiten Flugverbots nach zwei Abstürzen des Musters nicht erfolgen konnte. Das Unternehmen hat sich erst vor wenigen Tagen mit Boeing über eine Entschädigung für die ausgefallenen Lieferungen verständigt. Dabei hat TUIfly auch eine Verschiebung der ausstehenden Boeing 737 MAX-Lieferungen um zwei Jahre erreicht.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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