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Wright Electric will die BAe 146 zum Elektroflugzeug modifizieren

Das Start-up Wright Electric arbeitet daran, aus der viermotorigen BAe 146 ein vollelektrisch angetriebenes Regionalflugzeug zu machen. Dabei verfolgt das Unternehmen einen ehrgeizigen Fahrplan. Doch das Projekt ist nur ein Zwischenschritt hin zu dem eigentlichen Ziel: Der Entwicklung eines elektrisch angetriebenen Narrowbodies, der schon 2030 in Dienst gehen soll.

9.11.2021

Wright electric ist zuversichtlich, sein Elektro-Regionalflugzeug Wright Spirit bis 2026 zuzulassen. © Wright Electric

Das Technologie-Start-up Wright Electric aus Albany im US-Bundesstaat New York hat angekündigt, schneller als bislang vorgesehen ein vollelektrisch angetriebenes Regionalflugzeug auf den Markt bringen zu wollen. Bislang haben die Konstrukteure der Firma an einem futuristischem 186-sitzigen Narrowbody namens Wright 1 gearbeitet, der ab 2030 in Dienst gehen soll. Nun konzentrieren sich die Arbeiten bei dem Unternehmen auf die Entwicklung eines Elektroantriebs und dessen Integration in eine bestehende Flugzeugzelle, auch wenn an dem Projekt Wright 1 unverändert gearbeitet wird. Immerhin hat Wright Electric mit der europäischen Billigfluglinien easyJet und der mexikanischen Viva Aerobus auch Airlines gefunden, die das Projekt öffentlich unterstützen und dem Unternehmen mit Rat zur Seite stehen.

Das neue Projekt unter dem Namen „Wright Spirit“ folgt aber einem ambitionierten Plan: Der Elektromotor und der Gleichrichter sollen noch in diesem Jahr entwickelt sein, im nächsten Jahr beginnt die Entwicklung des Fans. Schon 2023 soll eine modifizierte BAe 146 mit drei klassischen Turbofans und einem Wright-Elektromotor zum Erstflug abheben. Zu diesem Zeitpunkt wird Wright Electric noch die bestehenden Fans der BAe 146 nutzen, die selbst entwickelten Bläserstufen sollen zu einem späteren Zeitpunkt in das Erprobungs- und Flugprogramm eingebunden werden. 2024 sollen zwei Elektromotoren sowie zwei konventionelle Düsentriebwerke bei dem Prototyp für den notwendigen Vortrieb sorgen, bevor 2025 die Wright Spirit ausschließlich elektrisch angetrieben abheben soll. Nur ein Jahr später will das Unternehmen die Zulassung für den Umbau in der Tasche haben und die Wright Spirit bei einer Airline in Dienst stellen.

Flüge mit einer Stunde Dauer und 100 Passagieren

Das Unternehmen untersucht verschiedene Energiequellen für seine Elektromotoren. Neben Batterien könnten auch Brennstoffzellen zum Einsatz kommen, je nachdem, welche Technologie schneller die notwendige Energiedichte zur Verfügung stellen kann. 

Die Flüge sollen sich auf einen Radius von einer Stunde Flugdauer beschränken. In Europa wären dies beispielsweise Strecken wie London – Dublin, Frankfurt – Paris oder Stockholm – Kopenhagen. In den USA nennt das Unternehmen New York – Boston, – New York – Washington und San Francisco – Los Angeles als geeignete Strecken. Die Passagierkapazität der Wright Spirit soll nach Unternehmensangaben bei 100 Fluggästen liegen.

Wright Electric sieht seine Elektromotoren und seine Gleichrichter nicht als reine Luftfahrtsysteme an. Das Unternehmen geht davon aus, dass sein Antriebssystem auch in andere Bereiche wie beispielsweise Schiffsantriebe Eingang finden wird.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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