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Belgien hat seine F-16-Flotte vorübergehend gegroundet

Nach einem Zwischenfall mit einem Triebwerk einer F-16 der Belgian Air Component hat die Untersuchung der anderen Flugzeuge dieses Musters bei den belgischen Streitkräften Schäden aufgedeckt, die vor dem nächsten Flug repariert werden müssen. Die belgischen F-16 müssen deshalb bis zum Abschluss der Maintenance am Boden bleiben.

11.03.2021

Die belgischen Luftstreitkräfte haben ihre F-16 nach einem Triebwerksproblem beim Start einer F-16 am 11. Februar 2021 vorübergehend gegroundet. © Bob Fischer

Beim Start einer F-16 der Belgian Air Component von der Florennes Air Base in Belgien gab es bereits am 11. Februar Probleme mit dem von Pratt & Whitney hergestellten F100-Triebwerk. Der einstrahlige Fighter landete sofort wieder und wurde untersucht. Bei dem Zwischenfall waren Triebwerksteile ausgetreten und auf dem Gelände der Basis gelandet. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass mehrere Triebwerke von diesem Problem betroffen sein könnten.

Nach Rücksprache mit dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney und dem Flugzeughersteller Lockheed Martin wurde beschlossen, alle Triebwerke aller belgischen F-16 zu inspizieren und die betroffenen Teile bei Bedarf auszutauschen. Daraufhin wurde alle F-16 der Belgian Air Component von der Verteidigungsdirektion für Flugsicherheit (ASD) bis zum Abschluss der Überprüfungen und Reparaturen gegroundet.

Als Problem der F-16 bei dem Zwischenfall vom 11. Februar identifizierten die Unfalluntersucher ein Durchbrennen der Düse. Dieses Phänomen kann bei Brüchen und Rissen im Material auftreten. Dabei schmelzen dann Teile und werden aus der Düse ausgestoßen. Das F100 der betroffenen F-16 wurde ausgebaut und zur weiteren Untersuchung und späteren Reparatur an die Firma Patria BEC geschickt.

Im Rahmen der Untersuchung stellte die ASD ebenfalls Probleme mit einem Stift eines Scharniers fest. Dieses Problem betraf ebenfalls mehrere Triebwerke.

Die Behebung der Probleme an dem Triebwerk erfordert fünf Arbeitstage. Allerdings sind die betreffenden Ersatzteile derzeit nicht in ausreichender Menge am Markt verfügbar. Die Belgian Air Component informierte alle europäischen F-16-Betreiber sowie die US Air Force über die Befunde.

Zwischenzeitlich hat die Koninklijke Luchtmacht (KLu) der Niederlande die QRA-Aufgaben (Quick Reaction Alert) für den Luftraum über den Benelux-Staaten von Belgien übernommen.

Bob Fischer

 

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