Homepage » Militär » Die C-17A-Flotte hat vier Millionen Flugstunden erreicht

Wie wichtig eine Flotte von strategischen Transportflugzeugen für Streitkräfte ist, beweist der Meilenstein von vier Millionen Flugstunden, den die weltweite C-17A Globemaster III am Freitag erreicht hat. Die Flugzeuge sind aber nicht nur für militärische Missionen im Einsatz, sondern sind auch bei humanitären Missionen nach Naturkatastrophen viel gefragt.

16.01.2021

Die weltweite Flotte der Boeing C-17A Globemaster III hat am 15. Januar 2021 die Marke von vier Millionen Flugstunden erreicht. © Boeing

Die weltweite Flotte des Militärtransporters Boeing C-17A Globemaster III hat heute die Marke von vier Millionen Flugstunden erreicht. Die United States Air Force (USAF) hat dieses Ereignis mit einem Flug von der Joint Base in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina gefeiert. Bereits 2015, als das Muster die Marke von drei Millionen Flugstunden überschritt, fanden die Feierlichkeiten in Charleston statt.

C-17A Globemaster III

Die US Air Force ist der größte Nutzer des von McDonnell Douglas in den achtziger Jahren entwickelten Großraumfrachters. Angetrieben von vier Pratt & Whitney F117-Turbofans (der militarisierten Variante des zivilen Triebwerks PW2000) startete die C-17A am 15. September 1991 in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien zu ihrem Erstflug. Die US Air Force stellte als Erstkunde das strategische Frachtflugzeug im Juli 1993 in Dienst. Bis zum Ende der Produktion im Jahr 2015 stellten McDonnell Douglas und Boeing (nach der Übernahme von McDonnell Douglas) insgesamt 277 Exemplare her.

Größter Nutzer der C-17A ist die US Air Force. Sie betreibt nicht weniger als 222 Exemplare. Exportkunden sind Kanada, Großbritannien, Indien, Australien, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sowie die NATO.

Trotz der großen Zahl von Flugstunden gab es bislang nur einen einzigen Totalverlust einer C-17A. Beim Training für eine Airshow auf der Elmendorf Air Force Base in Alaska stürzte eine Globemaster III im Juli 2010 ab und wurde komplett zerstört. Alle vier Insassen kamen bei dem Unfall ums Leben. Die Unfallforscher der US Air Force kamen zu dem Ergebnis, dass ein Pilotenfehler zu dem Unglück geführt hatte.

Hohe Reichweite und Zuladung

Die C-17A verbindet eine hohe Reichweite von 2.420 nautischen Meilen (4.481 Kilometer) mit einer hohen Zuladung und einer hohen Marschgeschwindigkeit. Die Reichweite kann durch Luftbetabkung noch deutlich vergrößert werden. Die C-17A der USAF sind regelmäßig weltweit unterwegs. In den großen Frachtraum des vierstrahligen Flugzeugs passen bis zu 77 Tonnen Zuladung. Das sind beispielsweise ein M1 Abrams-Kampfpanzer, 102 voll ausgerüstete Fallschirmjäger, eine CH-53K King Stallion oder Fracht auf Paletten. Die maximale Startmasse der C-17A beträgt 265 Tonnen.

Die C-17A können auf unpräparierten Pisten starten und landen. Sie sind dank des Umkehrschubs ihrer Triebwerke auch in der Lage, rückwärts zu rollen, was ihnen eine große Autonomie am Boden verleiht. Sie sind deshalb nicht nur für militärische Einsätze sehr gefragt, sondern auch bei humanitären Missionen, zum Beispiel nach Naturkatastrophen, da sie schweres Gerät für Rettungsaktionen zeitnah in die betroffenen Regionen transportieren können. Die Royal Australian Air Force (RAAF) hat beispielsweise erst im Dezember 2020 Lebensmittel und Rettungsgerät zu den von einem Hurrikan heimgesuchten Fidschi-Inseln geflogen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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