Am 12. März veröffentlichte das Aviation Development and Test Command der Japan Air Self-Defence Force (JASDF) erste offizielle Fotos, die die EC-2 SOJ aus nächster Nähe auf der Gifu Air Base zeigen. Die Gifu Air Base ist Standort der Aviation Development and Test Wing der japanischen Luftstreitkräfte, darüber hinaus betreibt Kawasaki Heavy Industries hier ein Wartungs- und Überholungszentrum für unter anderem auch das Transportflugzeug C-2. Die nun offiziell gezeigte EC-2 SOJ ist nach der RC-2 ELINT die zweite Variante eines auf dem Transportflugzeug Kawasaki C-2 basierenden EloKa-Flugzeuges.
Nur wenige Details bislang bekannt
Das Flugzeug ist darauf ausgelegt, gegnerische Radarsysteme, Datenverbindungen zur Zielverfolgung und Raketensteuerung sowie Kommunikationsnetzwerke aus sicherer Entfernung zu stören oder zu „blenden“.
Die Entwicklung der EC-2 SOJ, von der bislang lediglich nur eine zeichnerische Darstellung des japanischen Verteidigungsministeriums veröffentlicht wurde, begann im Zeitraum 2020 / 2021 und erfolgt in zwei Phasen über einen Gesamtzeitraum von zehn Jahren. Phase1 im Zeitraum 2020 bis 2026 hat die Integration fortschrittlicher Systeme für den Elektronischen Kampf in das als Plattform dienende Transportflugzeug zum Ziel. Phase 2 sieht vor, die EC-2 SOJ anhand erster Erfahrungen im operativen Einsatz bis zur vollen Einsatzfähigkeit weiterzuentwickeln und zukünftigen Anforderungen anzupassen.
Heckansicht der EC-2 SOJ mit entsprechenden Sensor- und Antennenkuppeln seitlich und oberhalb des hinteren Rumpfabschnitts sowie im Heckkonus oberhalb der Ladeluke. © JASDF-ADTC
Wie auf den veröffentlichten Fotos ersichtlich, erhielt die Standardzelle der Kawasaki C-2 einige markante Änderungen. Insgesamt fünf große Fairings wurden zur Aufnahme der zahlreichen Antennensysteme, Empfänger, Radarwarngeräte und Störsender in die Zelle integriert. Auffällig ist die schnabelförmigen Bugverkleidung. Drei Verkleidungen befinden sich halbkreisförmig um den Rumpf platziert am Heck, eine weiter Verkleidung ist auf der Oberseite in Höhe der Tragflächen montiert. Es wird angenommen, das die EC-2 SOJ nicht nur feindliche elektromagnetische Ausstrahlungen über einen weiten Frequenzbereich erfassen und analysieren kann, sondern auch mehrere unterschiedliche Signale aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig aus sicherem Abstand stören kann. Die Kombination aus elektronischer Aufklärung mit Störungen ermöglicht es dem Flugzeug, feindliche Emitter zu erkennen, deren Betriebsparameter zu analysieren und dann präzise abgestimmte Störungssignale zu übertragen.
Der Abschluss der Erprobung des neuen EW-Flugzeugs ist noch in diesem Jahr vorgesehen. 2027 soll die EC-2 SOJ offiziell bei der JASDF in Dienst gestellt werden. Sie ersetzt die seit Juni 1986 im Dienst befindliche Kawasaki EC-1 und wird wie alle EW-Flugzeuge der JASDF von der Electronic Warfare Operations Group (EBOG) auf dem Luftwaffenstützpunkt Iruma im Großraum Tokio eingesetzt.
Carsten Vennemann
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