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Tecnam hat die P2012 Sentinel SMP für Special Missions vorgestellt

Mit der P2012 Sentinel SMP hat der italienische Flugzeughersteller ein weiteres Muster im Angebot, das als Sensorträger Spezialmissionen ausführen kann. Zielgruppen der neuesten Version sind zivile Nutzer, die Vermessungsmissionen fliegen, aber auch Regierungen, die für Such- und Rettungseinsätze, Überwachungs- und Polizeimissionen ein entsprechendes Fluggerät benötigen.

16.09.2020

Tecnam sieht einen steigenden Bedarf für Special-Mission-Flugzeuge und will diesen Markt mit der P2012 SMP bedienen. © Tecnam

Der italienische Flugzeughersteller Tecnam aus Capua hat mitgeteilt, dass er das Roll-out der ersten Tecnam P2012 Sentinel SMP gefeiert hat. Das Flugzeug ist eine Plattform für verschiedene Sensoren, die der Kunde nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen kann. Im Februar dieses Jahres hatte der Flugzeughersteller die erste Bestellung für eine P2012 SMP erhalten. Auftraggeber ist die AirborneHydroMapping GmbH aus Innsbruck.

Tecnam P2012 Sentinel SMP

Tecnam baut bei der von zwei Lycoming-Kolbenflugmotoren angetriebenen P2012 SMP auf den Erfahrungen auf, die das Unternehmen bereits mit der kleineren P2006T als Special Mission Aircraft gesammelt hat. Tecnam bietet die P2012 SMP sowohl zivilen Nutzern als auch Regierungen an. Bei der Ausrüstung des ersten Flugzeugs kooperiert der Hersteller mit der Firma L3 HARRIS Wescam, die verschiedene elektro-optische Sensoren (MX-10, MX-15, MX-20) anbietet. Diese Sensoren können in einem Behälter unter dem Rumpf installiert werden. Zusätzlich kann die P2012 auch mit anderen Sensoren wie zum Beispiel einem SAR-Radar ausgerüstet werden. „Die P2012 SMP bietet damit Missionsfähigkeiten, die normalerweise CS/FAR-25-Flugzeugen vorbehalten sind, allerdings zu einem Bruchteil der Beschaffungs- und Betriebskosten“, so Tecnam.

Zwei Luken im Kabinenboden

Die Standardkonfiguration der Sentinel umfasst zwei Luken im Kabinenboden mit abnehmbaren Abdeckungen, mehrere Steckdosen (28V DC, maximal 3.360 W) sowie auf Kundenwunsch einen Rüstsatz zur Umrüstung des Flugzeugs in die Passagierkonfiguration. Optional gibt es beispielsweise weitere Steckdosen in der Kabine mit 115/230V Wechselstrom oder mit 14V Gleichstrom, Missionsbildschirme für den Piloten, Bedienerkonsolen, elektrisch betriebene Schiebetüren für die Luken und die Installation und Zulassung von Spezial-Antennen. Als maximale Abflugmasse der P2012 Sentinel SMP nennt der Hersteller 3.680 Kilogramm. Die Endurance des Flugzeugs mit zwei Piloten und vier Sensor-Bedienern an Bord beziffert er mit neun Stunden.

Tecnam hatte das Projekt P2012 Traveller auf der AERO 2011 in Friedrichshafen vorgestellt. Es ist das bisher größte Flugzeug des Herstellers. Tecnam hat bei der P2012 bewusst auf ein Einziehfahrwerk verzichtet, um die Komplexität des Flugzeugs und die Wartungskosten niedrig zu halten. Im Dezember 2018 erteilte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) dem Flugzeug die Musterzulassung, im August 2019 folgte die FAA-Zulassung. Die Übergabe an den Erstkunden Cape Air und der Ferryflug der ersten beiden Exemplare von Italien nach Massachusetts erfolgte im Oktober 2019. Für die Ersatzteilversorgung der P2012-Kunden hat sich Tecnam die Zusammenarbeit von Boeing gesichert.

Giovanni Pascale Langer, der Managing Director von Tecnam, sagte: „Hier bei Tecnam erkennen wir alle die Bedeutung einer leistungsfähigen Plattform, die es unseren Kunden ermöglicht, Luftbildvermessungen und Kartierungen durchzuführen, Grenzen zu schützen, Leben zu retten und kriminelle Operationen aufzudecken. Unsere Bemühungen haben sich auf die Entwicklung eines Systems mit höherwertigen Fähigkeiten zu einem Bruchteil des Anschaffungspreises konzentriert, das solche lebenswichtigen Dienste für jene Länder und Betreiber zugänglich macht, die sie sich vorher einfach nicht leisten konnten.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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