Homepage » Aero-Kultur » 50 Jahre Flughafen Münster-Osnabrück

50 Jahre Flughafen Münster-Osnabrück

Vor einem halben Jahrhundert, am 27. Mai 1972, wurde der Flughafen Münster-Osnabrück offiziell gegründet. Im Volksmund ist er auch unter seiner IATA-Bezeichnung als „der FMO“ bekannt.

14.06.2022

Die Corendon Airlines bedient vom Flughafen Münster Osnabrück aus mehrere Ferienziele. © V. K. Thomalla

Das 50-jährige Bestehen dieses Regionalflughafens wurde mit der Bevölkerung des großen Einzugsgebietes, auch von außerhalb des Münsterlandes, am Sonntag den 12. Juni, mit großer Beteiligung im Rahmen eines Sommerfestes gebührend gefeiert. Ein Anlass, einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung dieses doch verhältnismäßig jungen Flughafens zu werfen.

Es findet sich der Ursprung bereits in 1954, als der Platz als Segelfluggelände zugelassen wurde. Eine Erweiterung der Genehmigung zum Motorflugplatz erfolgte nur drei Jahr später. 1968 erteilte das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) die Baugenehmigung für eine anfänglich 2.000 Meter lange Runway für den Verkehrsflughafen Münster Osnabrück, der dann am 27. Mai 1972 seinen Betrieb aufnahm.

Jubiläums-Sommerfest am FMO

Der Erhalt von Regionalflughäfen ist ein schwieriges Unterfangen. So gab es für „den FMO“ im Laufe seiner Existenz viele „Auf und Abs“. Zeiten mit Gewinnen, ebenso auch Verlusten. Eine Verlängerung der Startbahn, ein Terminal 2 und der Anschluss an die Autobahn A1 sollten ihn zukunftsfester machen. Luftfahrtkrisen wie in der Folge des 11. September 2001, Konkurse von Luftfahrtgesellschaften, Kritiken am Betrieb und nicht zuletzt die Coronakrise machten dem Flughafenbetreiber immer wieder zu schaffen.

Mit Ideenreichtum kam das Unternehmen aber immer wieder auf die Beine. Dazu gehören die Anwerbung neuer Fluggesellschaften ebenso wie während der Coronakrise die Einrichtung des Impfzentrums des Kreises Steinfurt inklusive Testzentrum sowie die Vermietung von Parkkapazitäten als Lagerflächen für Autounternehmen.

Acht Airlines fliegen im Sommer zum FMO

Heute bedienen acht Fluggesellschaften vom FMO aus regelmäßig 22 Flugziele direkt. Dazu gehören unter anderem die Lufthansa mit mehreren Tagesverbindungen nach Frankfurt und München, Eurowings, SunExpress und Corendon Airlines mit zahlreichen Ferienzielen auf Balearen, Kanaren, Türkei und Nordafrika ebenso wie auch kleinere Gesellschaften wie die niederländische AIS-Airlines. Letztere betreibt auch eine Verkehrsfliegerschule am Flughafen FMO, für die auf dieser Jubiläumsveranstaltung geworben wurde.

Gute Parkmöglichkeiten, eine stressfreie und unkomplizierte Abfertigung sowie die angenehme Atmosphäre führten im Mai 2022 laut einer Analyse des Fluggastrechteportals Airhelp zu der Bewertung „Beliebtester Airport Deutschlands“ mit 4,4 von 5 möglichen Sternen.

Eine Auszeichnung für den Flughafenbetreiber, – auch wenn man berücksichtigt, dass es an einem Airport dieser Größe einfacher ist, die Gäste zufrieden zu stellen als an einem internationalen Drehkreuz-Flughafen. Die früher erreichte Marke von einer Million Passagieren pro Jahr werden wieder angestrebt und man ist auf dem besten Wege dazu.

Das Sommerfest des FMO wurde gut angenommen. © Jan Frieben

Mit einer Besucherzahl im fünfstelligen Bereich, die auch dem Frankfurter Flughafen Ehre gemacht hätte, setzte die Bevölkerung diesem Jubiläum ein Zeichen. Der sonst eher beschauliche Flughafen FMO bot Bilder, wie man sie sonst derzeit nur von den großen internationalen Flughäfen kennt, – zumindest was die Anzahl der Menschen betrifft. Nur mit dem Unterschied, dass im FMO alle mit Begeisterung dabei waren.

Der Außenbereich des Terminal 2 und umliegende Zonen wurden in ein großes Freizeitzentrum umgewandelt. Die Eröffnung eines Spielplatzes an der Ostseite des Gebäudes ging einher mit vielen tagesaktuellen Aktivitäten für Kinder von Kletterburgen über Trampolinzentren bis zu Kletterwänden und für die Kleinsten Karussells.  Dass die Gastronomie mit zahlreichen Ständen im Außenbereich nicht zur kurz kam, bedarf keiner gesonderten Erwähnung.

Besonderes Schmankerl für viele Autofans, waren ausgestellte Oldtimer des Vereins  Oldtimerfreunde Münster & Münsterland e.V. Besonders auch, weil den Gästen des Festes angeboten wurde, mit den historischen Fahrzeugen eine Runde um den Flughafen gefahren zu werden. In Gegenleistung gab es dafür Spenden, deren Erlös  einem sozialen Projekt der Münster Classics zukommen.

Die Luftwaffe war mit dem Airbus A400M vertreten

Besichtigungen der vertretenen Bundeswehr mit A400M, dem Sanitätsregiment 4 aus Rheine und einer Berufsberatung der Streitkräfte gehörten ebenso zum Programm wie die Möglichkeit mit Rundflügen auf Hubschraubern der ortsansässigen Heli Transair vom Typ Aerospatiale 350B3 Ecureuil  und Robinson R44, mit einer  Antonow An-2 und der schon fast zum Standort gehörenden DC-3 der niederländischen DDA Classic Airlines, benannt nach der Prinzessin Amalia des niederländischen Königshauses.

In diesen Zeiten verdienen die Betreiber dieser Oldtimerflugzeuge, die allen Altersklassen einen Einblick in Teile der Luftfahrtgeschichte ermöglichen, einen besonderen Respekt, da das Umfeld für solche Flugzeuge und deren Betrieb immer schwieriger wird. Man sieht es an früheren erfolgreichen Unternehmungen wie der Ju 52 der Lufthansa-Berlin-Stiftung, eingestellt 2019 durch Beschluss des Lufthansa-vorstandes, im selben Zeitfenster Einstellung des Restaurierungsprojekts Super Constellation der SCFA in der Schweiz und dort auch der Einstellung der Ju-Air mit ehemals vier Flugzeugen des Typs Ju 52 nach einem tragischen Unfall einer Maschine.

Aus diesem Grunde war der ehemalige Stammgast der FMO-Sommerfeste, die Ju 52 der Lufthansa, nicht mehr live dabei. Aber die Modellbaugruppe Lohne sorgte mit ihrer Ausstellung dafür, dass die „Grande Dame der Luftfahrt“ und das erste fliegende Denkmal der Verkehrsfliegerei nicht in Vergessenheit gerät.

Unter die Besucher gemischt, war das Echo eindeutig: Ein gelungenes Halbjahrhundert-Jubiläum und ein Sommerfest, dem Petrus mit einem sonnigen Tag wohlgesonnen war. Sicherlich auch in den Augen der Veranstalter, denn es war für alle Anwesenden etwas dabei, nicht nur für Luftfahrtfans.

Jan Frieben

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

C-160 Transall Retro Brummel auf Goodbye-Tour

Interview: „Regionalflughäfen sind flexibler als größere Flughäfen“

Neue Flugschule in Münster Osnabrück (FMO): AIS Flight Academy

Über Jan Frieben

zum Aerobuzz.de
Jan Frieben kann auf eine lange Karriere in der Luftfahrt zurückblicken. Er hat als Dispatcher beim JaBoG 31 seinen Dienst geleistet, war am Medizinischen Institut der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt tätig, hat Flugzeugbau studiert und flog von 1980 bis 2004 bei der Lufthansa als Flugingenieur die Boeing 727, die Douglas DC-8 und die Boeing 747-200. Er war seit 2008 im Projektteam der Lockheed L-1649 Super Star und hat bislang rund 11.000 Flugstunden gesammelt. Er war nebenbei auch immer journalistisch tätig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.