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Garmin Autoland ist jetzt für die Cirrus SF50 Vision zugelassen

Der Personal Jet Cirrus SF50 Vision ist nun mit einem weiteren revolutionären Sicherheitssystem ausgerüstet: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat das Garmin Autoland-System an Bord der SF50 zugelassen. Cirrus nennt das System Safe Return.

1.09.2020

Cirrus hat die FAA-Zulassung für die Autoland-Funktion von Garmin im SF50 Vision-Jet erhalten. © Paul Kaps

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat am 30. August 2020 das Autoland-System von Garmin International an Bord des einstrahligen Personal Jets Cirrus SF50 Vision zugelassen. Das Flugzeug ist das dritte Muster nach den beiden Turboprop-Flugzeugen Piper M600 und der Daher TBM 940, das mit dieser revolutionären Funktionalität fliegen darf. Die Cirrus SF50 Vision ist der erste Jet mit Autoland-System. Der Jet ist auch mit einem CAPS-Gesamtrettungssystem ausgerüstet.

Sichere Landung ohne Pilot

Sollte ein Pilot an Bord eines mit dem Autoland-System ausgerüsteten Flugzeugs nicht in der Lage sein, das Flugzeug zu führen, kann das Luftfahrzeug nach Aktivierung des Systems nun seine Insassen sicher zum nächsten geeigneten Flugplatz fliegen, dort automatisch landen und das Triebwerk abstellen, damit die Insassen sicher aussteigen können. Garmin Autoland informiert die Insassen an Bord regelmäßig über seine Absichten per Durchsage und per Anzeige auf den Displays. Die Insassen können jederzeit mit der Flugsicherung Kontakt aufnehmen. Sie müssen dazu nur den Anweisungen auf den Bildschirmen des Flugzeugs folgen. Das Powersetting bei der Aktivierung des Notfallsystems erfolgt durch die Autothrottle-Funktion.

Der rote Aktivierungsknopf für das Garmin Autoland-System ist in der Cirrus SF50 Vision in der Kabinendecke untergebracht. © Garmin International

Das System berücksichtigt Wind und Wetter und sucht automatisch den nächsten passenden Flugplatz unter Berücksichtigung von Pistenlänge und -beschaffenheit sowie der Flugzeugmasse. Autoland fliegt beispielsweise auch selbstständig ein Holding, wenn es erkennt, dass das Flugzeug zu hoch ist, um das Fahrwerk auszufahren oder es Zeit benötigt, um die Klappen für einen stabilen Anflug zu auszufahren.

„Safe Return ist der nächste Schritt in Richtung autonomes Fliegen“

Nach der Landung bremst das System das Flugzeug automatisch und hält es auf der Centerline der Runway. Wenn das in Not geratene Flugzeug zum Stillstand gekommen ist, stellt das System automatisch die Triebwerke ab, so dass die Insassen das Flugzeug sicher verlassen können. Der Pilot ist zu jedem Zeitpunkt in der Lage, das System zu deaktivieren, indem er einfach den Autopiloten ausschaltet.

Zean Nielsen, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Cirrus Aircraft, kommentierte die FAA-Zulassung des Systems mit den Worten: „Mit Safe Return machen wir die Individualluftfahrt zugänglicher, erhöhen das Erlebnis für die Passagiere und machen den nächsten Schritt in Richtung autonomes Fliegen. Der Vision-Jet setzt mit der Kombination von Safe Return und CAPS einen neuen Standard in der privaten Luftfahrt und bietet ein Höchstmaß an Sicherheit, Kontrolle und Komfort für den Piloten und die Passagiere.“

Cirrus Aircraft hatte nach einer mehrjährigen Entwicklungszeit die FAA-Zulassung des SF50 Vision-Jets im Oktober 2016 erhalten. Im späten Frühjahr 2020 hatte der Hersteller bereits das 200. Exemplar des einstrahligen Jets an einen Kunden übergeben.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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