Homepage » General Aviation » Piper hat sein neues Flaggschiff M700 Fury vorgestellt

Piper hat sein neues Flaggschiff M700 Fury vorgestellt

Die Piper M700 Fury ist die Nachfolgerin der einmotorigen Turboprop-Single M600SLS in der Produktpalette von Piper Aircraft. Das neue Flugzeug bietet mehr  Leistung, eine bessere Steigrate und eine höhere Reisegeschwindigkeit. Die Zulassung wird in Kürze erwartet.

7.02.2024

Piper hat am 6. Februar 2024 die Piper M700 Fury als neues Top-Modell seiner Produktpalette vorgestellt. © Piper Aircraft

Piper Aircraft hat ein neues Flaggschiff: Der Hersteller aus Vero Beach im US-Bundesstaat Florida hat die Piper M700 Fury vorgestellt, die das bisherige Top-Modell im Produktportfolio des Unternehmens, die Piper M600/SLS, ablösen wird. Die Piper-Ingenieure haben der Piper PA-46-700TP im Rahmen der Überarbeitung nicht nur einen neuen Antrieb gespendet, sondern sie auch in mehreren Details überarbeitet.

Als Antrieb für die neue Turboprop-Single hat Piper Aircraft das PT6A-52-Triebwerk von Pratt & Whitney Canada mit 700 Wellen-PS (umgerechnet 515 kW) ausgewählt. Dank des neuen, stärkeren Antriebs benötigt die M700 Fury weniger Startstrecke, steigt schneller und bietet ihren Nutzern eine maximale Reisegeschwindigkeit von 301 Knoten TAS. Sie ist damit das zweitschnellste, in Serie gebaute Piper-Flugzeug. Nur die zweimotorige Piper Cheyenne 400LS war bislang schneller.

Die maximale Reisegeschwindigkeit der Piper M700 Fury wird 301 Knoten TAS betragen. © Piper Aircraft

Anthony Rossi, Vorstandsmitglied bei Pratt & Whitney Canada für weltweite Verkäufe und Marketing, freute sich verständlicherweise über die Wahl des Triebwerks. Er sagte: „Während unserer 55-jährigen Zusammenarbeit mit Piper hatten wir das Privileg, einige der erfolgreichsten einmotorigen Turboprops der Branche anzutreiben. Die M700 Fury ist eine Weiterentwicklung der Piper-Produktpalette, zu der auch die von PT6A-42A angetriebenen M500 und M600 gehören. Insgesamt haben wir Piper mit zwölf verschiedenen PT6A-Triebwerksmodellen beliefert und 3.100 Triebwerke für mehr als 2.000 Piper-Flugzeuge geliefert.“

Trotz der möglichen, hohen Reisegeschwindigkeit geht der Turboprop-Einmot nicht so schnell die Puste aus: Die maximale Reichweite liegt bei max. Cruise bei 1.149 nautischen Meilen (1.849 Kilometer), bei normaler Reisegeschwindigkeit bei 1.424 nautischen Meilen, also 2.637 Kilometern.

Deutlich geringere Startstrecken

Ein stärkeres Triebwerk, gepaart mit einem Fünfblatt-Hartzell-Propeller, macht sich natürlich auch bei den Startstrecken bemerkbar: Auf Meereshöhe bei Standardatmosphäre und maximaler Startmasse von 2.722 Kilogramm (6.000 lbs) benötigt die M700 Fury gerade einmal 607 Meter (1.994 Fuß) Strecke, um über ein 50-Fuß-Hindernis zu kommen. Das sind 32 Prozent weniger Startstrecke als die Piper M600 bei vergleichbaren Bedingungen benötigt. Die Anfangssteigleistung der Fury haben die Testpiloten des Herstellers bei maximaler Startmasse mit 2.048 ft/min gemessen.

John Calcagno, der Präsident und CEO (Hauptgeschäftsführer) von Piper Aircraft, sagte bei der Vorstellung des neuen Flaggschiffs des traditionsreichen Herstellers: „Die M700 FURY ist ein wunderschönes, effizientes Langstrecken-Vollblut, das unseren Kunden ein leistungsorientiertes Flugerlebnis mit einer noch nie dagewesenen Wirtschaftlichkeit bietet. Wir haben zugehört, und wir haben geliefert. Die M700 FURY bietet Kraft, Leistung und die fortschrittlichsten Sicherheitsmaßnahmen, die heute verfügbar sind, und ein Gesamtangebot, das sowohl für Privatpersonen als auch für Flugbetriebe von Unternehmen äußerst attraktiv ist.“

Bei der Avionik nutzt Piper – wie in der M600SLS auch – das Garmin G3000-Avionikpaket mit drei Touchscreen-Displays. Das HALO Sicherheitssystem (Garmin Autoland) gehört bei der M700 Fury allerdings zur Serienausstattung. Eine 4G- und WiFi-Datenübertragung in Verbindung mit dem Garmin PlaneSync-System ermöglicht es Nutzern der M700 Fury, sich schon vor dem Flug online über den Zustand der verschiedenen Bordsysteme zu informieren. So können sie zum Beispiel den Tankfüllstand, die Batteriespannung und die Öltemperatur checken noch bevor sie am Flugplatz angekommen sind. Ein weiterer Vorteil dieses Systems besteht darin, dass man die Datenbanken an Bord ebenfalls automatisch aktualisieren lassen kann und dafür nicht zum Flugplatz fahren muss.

Piper strebt die FAA-Zulassung der M700 Fury noch vor Ende des ersten Quartals dieses Jahres an. Die Auslieferungen an US-Kunden sollen unmittelbar nach der Zulassung beginnen. Mit der Zertifizierung des neuen, besten Pferds im Stall in Europa, Kanada, Großbritannien und Brasilien in Form einer Validierung der FAA-Zulassung rechnet der Hersteller in der zweiten Jahreshälfte 2024.

Daten Piper PA-46-700TP M700 Fury

Hersteller Piper Aircraft, Vero Beach, Florida, USA
Triebwerk PT6A-52
Startleistung 700 Wellen-PS (515 kW)
Propeller Hartzell 5-Blatt
Spannweite 13,20 m
Länge 9,10 m
Höhe 3,50 m
Leermasse 1.692 kg
Zuladung 1.007 kg
max. Rollmasse 2.744 kg
max. Startmasse 2.722 kg
Tankinhalt (nutzbar) 984 l
Startstrecke über 15-m-Hindernis 607 m
max. Reisegeschwindigkeit 301 KTAS
Reichweite bei max. Cruise 1.149 nm (1.849 km)
maximale Reichweite 1.852 nm (3.430 km)
max. zugelassene Flughöhe 30.000 Fuß (9.144 m)
Landestrecke 594 m

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf X
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Piper Aircraft steigert im zweiten Quartal Auslieferungen und Umsatz

Piper M500 und M600 dürfen nun mit SAF fliegen

Piper setzt Roboter in der M600-Fertigung ein

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.