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Hill Helicopters hat das Kabinenkonzept der HX50 präsentiert

Das britische Start-up-Unternehmen Hill Helicopters hat nach eigenen Angaben seinen HX50-Hubschrauber von innen heraus nach außen konstruiert, da bei ihm die Insassen im Vordergrund stehen. Die Kabine hat das Potenzial, wenn sie so umgesetzt wird, wie sie vorgestellt wurde, in Sachen Ergonomie und Komfort neue Maßstäbe zu setzen.

25.09.2020

Die großzügige Verglasung des Hubschraubers – inklusive Skylights in der Kabinendecke – bieten den Insassen eine extrem gute Sicht aus dem HX50. © Hill Helicopters

Der britische Hubschrauberhersteller Hill Helicopters, der erst im vergangenen Monat mit seinem Konzept eines leichten Turbinenhubschraubers HX50 an die Öffentlichkeit getreten ist, präsentierte nun auch das Konzept für die Kabine seines fünfsitzigen, einmotorigen Hubschraubers. Für Jason Hill, den Gründer, Präsidenten und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Hill Helicopters, ist die Kabine ein entscheidender Faktor für den Erfolg des HX50. „Das Interieur des HX50 stand am Anfang unserer Überlegungen, um das Fliegen zu einem einfachen, luxuriösen, und ansprechenden Erlebnis zu machen“, sagte er. „Traditionelle Hubschrauber wurden als Gebrauchsgegenstände entworfen und Komfort kam höchstens als Hintergedanke ins Spiel. Das Interieur der HX50 ist auf Komfort ausgerichtet, ganz wie bei Premium-Automobilen. Für den Piloten ist das Design verlockend, sicher und opulent mit stromlinienförmigen, intuitiven Flugsteuerungen und Instrumenten. Für den Passagier ist es luxuriös und komfortabel, während es gleichzeitig Ehrfurcht und Staunen hervorruft.“

Kabine der HX50

Die Sicht von innen heraus soll die Insassen beeindrucken. Deswegen hat Hill nicht nur großen Fensterflächen entlang des gesamten Rumpfes vorgesehen, sondern auch Skylights, also großen Fenster in der Kabinendecke. Eine gute Sicht nach außen trägt auch zur Flugsicherheit bei, da der Pilot andere Luftfahrzeuge frühzeitig sehen kann.

Hill hat sich auch über die Flugsteuerung Gedanken gemacht und sie ergonomisch optimiert. Der Collective wird nicht gezogen wie bei einem konventionellen Hubschrauber, sondern nach vorne geschoben beziehungsweise nach hinten gezogen. Dadurch konnte Hill eine Armstütze für den Piloten integrieren, die den Komfort für den Piloten verbessert. Die Bedienknöpfe auf dem Griffkopf des Collective wurden ebenfalls ergonomisch optimiert.

Auch der Cyclic wird bei HX50 anders aussehen als das, was Helikopterpiloten bislang gewohnt sind: Um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, wird der Knüppel unter dem Instrumentenbrett installiert. Sollte ein Kunde dies wünschen, können die Steuerungselemente für beide Vordersitze eingebaut werden.

Bose-Headsets in den Kopfstützen

Die Sitze des HX50 sind auf allen fünf Positionen identisch. Sie sollen 50 Zentimeter breit sein und bieten in jedem Sitz eine integrierte Aufhängevorrichtung für ein Bose-Active-Noise-Reduction-Headset. Die Strecker die Headsets sind in den Kopfstützen der Sitze integriert, ebenso gibt es für jeden Sitz USB-Ports und Vierpunktgurte. Damit die hinteren Insassen auch über die Köpfe der vorne sitzenden Menschen hinwegschauen können, sind die hinteren Sitze höher als die Vordersitze.

Hill Helicopters aus Großbritannien hat das Konzept seines leichten Turbinenhubschraubers HX50 im August 2020 vorgestellt. © Hill Helicopters

„Das Design von Kabinen von Flugzeugen hinkt seit langem hinter dem der Kollegen aus der Automobilindustrie hinterher, was die Benutzeroberfläche, das Innendesign, die Qualität und die allgemeine Passform und Verarbeitung betrifft“, sagt Hill. „Die einzigartigen Eigenschaften eines Hubschraubers ermöglichen es aber den Designern, ein Kabinendesign zu liefern, das weit über das Automobildesign hinausgeht. Die HX50 nutzt diese Möglichkeit mit ihrem prächtigen Kabinendesign, das Luxus, funktionale Exzellenz und eine Einfachheit bietet, die die Menschen dazu ermutigt, das Flugerlebnis zu genießen.“

Als Reisegeschwindigkeit für die HX50 gibt die Firma 140 Knoten an, als maximale Reichweite strebt sie 700 nautische Meilen (1.296 Kilometer) an. Die Nutzlast haben die Ingenieure der Firma mit 800 Kilogramm berechnet. Der neue Hubschrauber soll vornehmlich aus Faserverbundwerkstoffen bestehen, auch der Dreiblatt-Hauptrotor sowie der ummantelte Heckrotor. Schon im vierten Quartal dieses Jahres will Hill Helicopters die ersten Kaufabsichtserklärungen akzeptieren, ab 2023 sollen die erste Serienexemplare an Kunden übergeben werden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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