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Hill Helicopters wird die HX50 zunächst als Kit-Hubschrauber anbieten

Der neue britische Hubschrauber-Hersteller Hill Helicopters macht vieles anders als bisherige Hersteller. So will er seinen HX50-Leichthubschrauber zunächst als Kit-Hubschrauber auf den Markt bringen, der aber nur in der Fabrik in England gebaut werden kann. Bald darauf soll eine vollständig FAA- und EASA-zugelassene Version des Fünfsitzers folgen.

11.12.2020

Hill Helicopters bietet die HX50 zunächst als Bausatz-Hubschrauber an. Später soll eine zugelassene Version folgen. © Hill Helicopters

Der britische Hersteller Hill Helicopters geht sein Projekt eines neuen, fünfsitzigen Turbinenhubschrauber HX50 anders an als alle anderen heute bereits existierenden Helikopterproduzenten. Er will das Muster Schritt für Schritt auf den Markt bringen. Das Unternehmen hatte das Projekt seines neuen Leichthelikopters HX50 im August dieses Jahres erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Aerobuzz.de hatte darüber aktuell berichtet. Das Unternehmen hat seit 2010 unter der Führung von Jason Hill die Entwicklung des Hubschraubers und des eigenen Turbinen-Triebwerks GT50 vorangetrieben.

Hill Helicopters HX50

Nun hat der Hersteller seine Pläne für die Markteinführung des Musters bekanntgegeben. Der HX50 ist das erste Modell des Herstellers. Er soll durch die britische Zivilluftfahrtbehörde UK CAA eine EASA CS-27-Zulassung erhalten und zunächst in der Experimental-Klasse fliegen. Der Hubschrauber erfülle die kompletten Zulassungsvoraussetzungen nach EASA CS-27 beziehungsweise FAR Part 27 und soll ab 2023 zur Verfügung stehen. Als Preis nennt Hill Helicopters 495.000 Pfund Sterling, das sind umgerechnet 540.000 Euro. Der Hubschrauber werde eine 5.000-Stunden-Garantie erhalten und müsse frühestens nach zwölf Jahren überholt werden. Dieses Überholintervall gelte auch für das Triebwerk, so der Hersteller.

Endmontage in 14 Tagen

Im Kaufpreis inbegriffen ist ein 14-tägiger Aufenthalt des Käufers im Werk von Hill Helicopters, wo der Käufer zusammen mit erfahrenen Technikern und Ingenieuren seinen Hubschrauber endmontieren wird. Eine Fertigung außerhalb des durch die UK CAA zertifizierte Werk ist nicht möglich. Durch diesen Ansatz erhielten die Besitzer und Nutzer nicht nur tiefgehende Einblicke in die Technik der HX50, sondern bekämen auch Kenntnisse, die die Flugsicherheit erhöhten, ist der Hersteller überzeugt.

Jason Hill sagte: „Hill Helicopters und die HX50 wurden geschaffen, um den Erwerb eines privaten Luxus-Hubschraubers völlig neu zu definieren, ihn erstrebenswert und finanziell erreichbar zu machen und gleichzeitig die Notwendigkeit eines sicheren Betriebs direkt anzusprechen. Es gibt keinen besseren Weg, um die absolute Notwendigkeit des korrekten Fliegens, des Betriebs und der lebenswichtigen Wartungsanforderungen zu verstehen, als direkt an der Herstellung des eigenen Hubschraubers beteiligt zu sein. Wir sind der festen Überzeugung, dass dieses Bewusstsein ausschlaggebend für die Entwicklung von Eigentümern und Betreibern ist, die über das Wissen, die Fähigkeiten und das technische Verständnis verfügen, die einen langfristig sicheren Betrieb ihrer Fluggeräte ermöglichen.“

Ab 2026 will Hill Helicopters auch vollständig zugelassene Serienhubschrauber anbieten, bei denen die Eigner nicht am Bau beteiligt sind. Dieses Muster soll HC50 heißen und nach EASA- und FAA-Vorschriften zertifiziert werden. Es sei unausweichlich, dass eine solche multinationale Zulassung mehr Zeit in Anspruch nehme als eine Basiszulassung für ein Experimental-Fluggerät, teilt die Firma mit. Auch werde der Listenpreis für die HC50 signifikant höher liegen als bei der HX50.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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