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DLR sieht deutliches Wachstum beim touristischen Luftverkehr

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) prognostiziert für 2018 einen deutlich höheren Anstieg des touristischen Luftverkehrs aus Deutschland heraus im Vergleich zum Luftverkehr insgesamt. Während Destinationen in Nordafrika wieder zulegen, werden die Flugziele in der Karibik mit einem geringeren Angebot auskommen müssen.

6.03.2018

Aus Deutschland heraus soll der touristische Luftverkehr nach Nordafrika in diesem Jahr um sieben Prozent wachsen, prognostiziert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). © Volker K. Thomalla

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Vorlieben deutscher Flugreisender für die Saison 2018 untersucht. Es kommt in seiner Analyse zu dem Schluss, dass Flüge ab Deutschland in vorwiegend touristisch geprägte Gebiete ein Plus von 0,7 Prozent verzeichnen können, während die Zahl aller Flüge im deutschen Luftverkehr nur um 0,4 Prozent steigt. Als größte Gewinner in diesem Jahr bezeichnen die Verkehrsforscher des DLR Nordafrika, die Balkanstaaten am Schwarzen Meer sowie Griechenland. Rückgänge wird es vor allem bei Flügen zu Zielen in der Karibik und in die USA geben.

Das DLR prognostiziert für den Sommer 2018 ein stärkeren Anstieg beim touristischen Luftverkehr aus Deutschland heraus als beim Luftverkehr allgemein. © DLR

„Der positive Trend auf dem Ferienflieger-Markt hält weiter an“, ist Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln-Porz überzeugt. „Rund sieben Prozent Wachstum verzeichnen die Anbieter derzeit bei Flügen in nordafrikanische Länder wie Ägypten und Marokko, was eine weitere Erholung des Tourismus in dieser Gegend verdeutlicht. Schwarzmeerziele in Rumänien und Bulgarien legen sogar um 21 Prozent zu.“

Nach absoluten Zahlen gerechnet, bleiben auch 2018 Spanien und Italien die aufkommensstärksten Zielländer. Sie kommen zusammen im Juli 2018 auf knapp 15.000 geplante Starts. Die in den vergangenen Jahren erfolgte Verschiebung der Touristenströme im Mittelmeerraum schwächt sich ab, folgert das DLR-Institut. „Der Negativtrend bei Flugangeboten in die Türkei ist gestoppt“, erklärt Berster. „Allerdings kommt es bisher nicht zu einer Revitalisierung des touristischen Verkehrs an den Bosporus, während das benachbarte Griechenland als Alternative erneut ein Plus von rund zehn Prozent verzeichnet.“

Mallorca verteidigt seine Spitzenposition

Aufkommensstärkster Zielflughafen im Mittelmeerraum und im touristischen Bereich insgesamt wird im Juli 2018 von Deutschland aus wieder Palma de Mallorca sein. Diese Spitzenposition hat der Flughafen der Balearen-Insel schon seit Jahren inne. 24 deutsche Flughäfen bieten über 3.400 Mallorca-Flüge für diesen Monat an, hat das DLR gezählt. Mit jeweils über 300 Angeboten liegen hier Düsseldorf und Köln/Bonn an der Spitze.

Das Gesamtwachstum im Luftverkehr wirkt sich unterschiedlich auf die einzelnen deutschen Verkehrsflughäfen aus: Während die Flüge von Frankfurt und München stark zunehmen, gibt es voraussichtlich Rückgänge an den Flughäfen Düsseldorf und Berlin-Tegel. Dies ist vor allem eine Folge der Air Berlin-Pleite.

Nordafrika gewinnt wieder an Beliebtheit

Der Luftverkehr Deutschlands ist auf Europa konzentriert: 85 Prozent aller Flüge haben ein Ziel in Europa, wobei 24 Prozent auf deutsche Ziele entfallen. Weltweit werden insgesamt über 100 Länder direkt aus Deutschland angeflogen, wobei deutsche Touristen die Karibik, Teile von Afrika und Asien besonders als Übersee-Warmwasserziele nachfragen. Während Nordafrika zulegt, gibt es – nach einem deutlichen Plus im letzten Jahr – für karibische Ziele wie Kuba, der Dominikanischen Republik und Jamaica dieses Jahr ein deutliches Minus von 26 Prozent. „Das aufgestockte Angebot vergangenes Jahr wurde besonders durch Condor und Eurowings hervorgerufen, bei einem kaum veränderten Angebot von Air Berlin“, erläutert Berster. „In diesem Jahr fällt zum einen das Angebot von Air Berlin weg aber gleichzeitig reduziert auch Condor das Angebot in diese Region. Lediglich bei Eurowings findet ein Wachstum statt, das die Rückgänge bei den anderen aber nicht ausgleichen kann.“  Ebenso verzeichnen Flüge in die USA ein Minus von rund zehn Prozent.

Von deutschen Flughäfen ausgehend wird etwa die Hälfte aller Flüge von Touristen für eine längere Urlaubsreise angetreten. Hinzu kommen rund 15 Prozent, die auf private Kurzreisen entfallen. Rund 35 Prozent und damit nur ein Drittel entfallen auf Geschäftsreisen. Bei Betrachtung des Interkontinentalverkehrs liegt der Anteil an Urlaubsreisen sogar bei 70 Prozent.

 

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