Homepage » Luftverkehr » Europas Luftverkehr wagt den Neustart

Der Luftverkehr in Europa hat heute den Neustart nach einer mehrmonatigen Zwangspause durch Corona gewagt. Noch ist die Zahl der bedienten Destinationen gering und auch die Zahl der Flugfrequenzen niedrig, aber ein erster Schritt zur Erholung der Branche ist getan.

15.06.2020

Nach 90 Tagen ohne regelmäßigen Flugbetrieb startete Austrian Airlines am 15. Juni 2020 mit dem Flug OS111 von Wien nach München wieder ihre Liniendienste. © Austrian Airlines

Austrian Airlines Flug OS111 landete heute um 07.22 Uhr Ortszeit aus Wien kommend auf dem Flughafen München. Dieser Flug mit einer Embraer 195LR markierte den Wiederstart nicht nur für die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian, sondern stellvertretend auch für den gesamten europäischen Luftverkehr. Seit dem 16. März hatte Austrian als Folge der Corona-Pandemie keine Linienflüge mehr durchgeführt und die Flotte bis auf wenige Rückholflüge geparkt.

Seit heute haben viele europäische Länder ihre seit März geltenden Reisebeschränkungen innerhalb Europas reduziert beziehungsweise aufgehoben. Besonderheiten gelten derzeit vor allem für Reisen nach Großbritannien, da das Vereinigte Königreich für alle Einreisende eine obligatorische 14-tägige Quarantäne auferlegt hat.

Der Neustart des Luftverkehrs in Europa ist zaghaft und mit konsequenten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus‘ verbunden. So besteht nicht nur an Bord der Flugzeuge eine Maskentragepflicht, sondern auch in den meisten Flughäfen. Die Flugzeuge werden nicht nur gereinigt, sondern regelmäßig desinfiziert.

Neustart mit geringen Frequenzen

Das Angebot ist deutlich verkleinert und soll sich entsprechend der Nachfrage entwickeln. Austrian plant beispielsweise, im Juni 15 Prozent der Verbindungen im Vergleich zum Vorjahresmonat anzubieten. Im Juli wird das Angebot auf 20 Prozent steigen.

easyJet will bis Ende August 50 Prozent aller Destinationen bedienen, die vor der Coronakrise angeflogen wurden. © Volker K. Thomalla

Zwar versuchen die Fluggesellschaften, ihr Streckennetz wieder aufzubauen, aber die Frequenzen, mit denen einzelne Destinationen bedient werden, sind dramatisch niedriger als vor der Coronakrise. Austrian Airlines hat beispielsweise angekündigt, ab Juli wieder drei Destinationen in den USA anzufliegen, aber diese werden eben nicht mehr täglich bedient, sondern nur noch dreimal pro Woche, sollte sich eine entsprechende Nachfrage ergeben.

Die Billigfluggesellschaft easyJet hat heute ebenfalls wieder nach einer mehrmonatigen Pause ihren Flugbetrieb aufgenommen. Sie konzentriert sich vor allem auf Flüge innerhalb Großbritanniens, bedient aber auch Destinationen in der Schweiz und in der Europäischen Union wie Nizza, Genf, Lissabon, Toulouse und Bordeaux.

Ab dem 1. Juli will easyJet die Zahl der angeflogenen Ziele erhöhen und bis Ende August auch wieder 50 Prozent der Städte anfliegen, die sie vor Corona angeflogen hat. Auch hier gilt, dass die Frequenzen noch nicht das Niveau der Vor-Corona-Zeit erreichen.

 

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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