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Keine Feier wegen Corona: Der 1.500. Airbus A330 ging an Delta Air Lines

Airbus hat bereits Ende des vergangenen Monats das 1.500. Exemplar seines Widebody-Bestsellers A330 an einen Kunden übergeben. Das Großraumflugzeug stand zu Beginn des Programms im Schatten der vierstrahligen A340, hat sich aber schnell aus diesem gelöst und wurde bislang viermal so oft gebaut, während die A340-Produktion schon 2011 eingestellt wurde.

13.10.2020

Delta Air Lines hatte am 24. Mai 2019 ihre erste A330-900 bei Airbus in Toulouse übernommen. © A. Doumenjou/Airbus

Jetzt, während der Coronakrise, ist kaum jemandem, der in einer Airline oder bei einem Flugzeughersteller arbeitet, zum Feiern zumute. Gründe dafür gäbe es dennoch immer mal wieder. So auch am 21. September. An diesem Tag hat Airbus nämlich das 1.500. Exemplar eines Airbus A330 an einen Kunden ausgeliefert. Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines hat den von zwei Rolls-Royce Trent 7000 angetriebenen Widebody in Toulouse übernommen und am darauffolgenden Abend nach Amsterdam überführt. Die A330-900 trägt die Seriennummer MSN1957 und das Kennzeichen N407DX. Seinen Erstflug hatte das Jubiläumsflugzeug bereits im Dezember des vergangenen Jahres absolviert.

Airbus A330

Airbus hatte das A330-/A340-Programm bereits Anfang der achtziger Jahre untersucht – damals noch unter den Bezeichnungen TA9 und TA11 (TA stand für Twin Aisle). 1986 wurde der Start des Doppelprogramms offiziell beschlossen, dieser Beschluss wurde aber erst im darauffolgenden Jahr während der Paris Air Show der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Am 14. Oktober 1992 fand das Roll-out des Airbus A330-300 statt, am 2. November 1992 startete der Prototyp in Toulouse zu seinem Erstflug. Nur rund ein Jahr später wurde das Muster in Europa von den Joint Aviation Authorities zugelassen.

Der Airbus A330 war der erste zweistrahlige Großraumjet mit einer Fly-by-Wire-Flugsteuerung. Eigentlich war das Muster für Kurz- und Mittelstrecken mit hohen Passagieraufkommen vorgesehen, die Langstrecken sollten die A340 bedienen. Doch mit steigenden Treibstoffpreisen überholte die A330 in Bezug auf Wirtschaftlichkeit ihre vierstrahlige Schwester und verdrängte sie schließlich komplett.

A330neo setzt die Erfolge fort

Die A330 dagegen wurde modernisiert, mit einem neuen Antrieb, dem Rolls-Royce Trent 7000, einem neuen Flügel aus Faserverbundwerkstoffen und neuer Avionik versehen und startete als A330neo mit den beiden Versionen A330-900 und A330-800 durch. Die A330neo verbrauchen nach Berechnungen der Airbus-Ingenieure bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff als die vorherige Generation von Großraumflugzeugen. Erst vor wenigen Tagen erhielt der Hersteller die Zulassungsurkunde der EASA für eine A330-900-Version mit einer maximalen Startmasse von 251 Tonnen. Dadurch können die Fluggesellschaften entweder eine um 650 nautische Meilen (1.204 Kilometer) auf 7.200 nautische Meilen (13.334 Kilometer) vergrößerte Reichweite oder eine zusätzliche Frachtkapazität von sechs Tonnen nutzen.

Derzeit liegen Airbus 1.818 feste Aufträge von 120 Kunden für Flugzeuge der A330-Familie vor. Von den ausgelieferten 1.500 Exemplaren stehen noch 1.432 im aktiven Flugbetrieb.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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