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Volga-Dnepr hat ihre gesamte An-124-Flotte gegroundet

Die russische Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr hat ihre Flotte von acht Antonow An-124 nach einem Unfall in Nowosibirsk prophylaktisch mit einem Flugverbot belegt, um zu verhindern, dass sich ein solcher Unfall wiederholt. Die Frachtaufträge sollen nun mit Boeing 747 bewältigt werden. Die Airline wartet nun auf Anweisungen der Luftfahrtbehörden, wie weiter zu verfahren ist.

26.11.2020

Die russische Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr hat ihre elf An-124 vorsorglich gegroundet. © Volga-Dnepr Group

Die russische Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr hat gestern beschlossen, ihre Flotte von acht Frachtflugzeugen des Typs Antonow An-124 zu grounden. Grund für diese Entscheidung ist ein Unfall am 13. November dieses Jahres, bei dem die An-124 mit dem Kennzeichen RA-82042 in Nowosibirsk nach einem Triebwerkschaden bei der Notlandung über die Bahn hinausrutschte und schwer beschädigt wurde. Triebwerksteile hatten bei dem Unfall den Rumpf durchschlagen und einen kompletten Ausfall der Kommunikation, der Schubumkehr und der Bremsen verursacht, wurde bei einer vorläufigen Untersuchung des Unfalls festgestellt.

Die Fluggesellschaft habe diese Entscheidung eigenverantwortlich und proaktiv getroffen, um klar zu zeigen, dass Volga-Dnepr eine Airline ist, bei der die Sicherheit an oberster Stelle stehen, sagte Konstantin Wekschin, der Chief Commercial Officer (CCO) der Volga-Dnepr Group, in einem Gespräch mit dem Online-Newsportal The Loadstar.

Sicherheit hat oberste Priorität

Da die Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten derzeit sehr hoch ist, kommt die Stilllegung der Flotte zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Wekschin sagte: „Dies ist eine gut durchdachte Entscheidung. Wir halten uns konsequent an unsere Sicherheitspolitik, an die externen Vorschriften und im Sinne der Öffentlichkeit. Es ist sehr schmerzhaft für unsere Kunden, da der Markt boomt. Wir werden mit ihnen zusammenarbeiten, aber es wird wohl einige Verzögerungen bei den Transporten geben. Wir kümmern uns derzeit nicht um die entgangenen Umsätze, das ist derzeit irrelevant. Sicherheit ist viel wichtiger als jeder potenzielle Vorteil, den wir durch die Hochsaison jetzt vielleicht haben.“

Wo immer möglich, werde man versuchen, die Fracht nun mit Boeing-747-Frachtern zu befördern. Die Airline verfügt über 60 An-124-Triebwerke, die nun alle genauestens inspiziert werden müssten. Die D-18-Turbofans der An-124 wurden von Motor-Sich in der Ukraine hergestellt. Bereits im März hatten die ukrainischen Luftfahrtbehörden eine Lufttüchtigkeitsanweisung erteilt, nach der alle D-18T-Triebwerke zu inspizieren seien.

Aufgrund der Spannungen zwischen der Ukraine und Russland dürfen derzeit keine Flugzeugteile vom jeweils einen Land in das andere exportiert werden. Volga-Dnepr hat die Luftfahrtbehörden über ihren Schritt informiert und legt der konkurrierenden ukrainischen Antonov Airlines nahe, ebenfalls das Muster zu grounden.

Wekschin sagte: „Wir sind nicht besorgt, politisch gesehen. Die öffentliche Sicherheit und Flugtüchtigkeit gehen über die Politik hinaus. Wir müssen zusammenarbeiten, um dies anzugehen – der Markt braucht sie. Die An-124 erfüllt einen sehr wichtigen Dienst.“

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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