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Rolls-Royce hat Bodentests des E-Flugzeugs ACCEL abgeschlossen

Noch für dieses Jahr strebt Rolls-Royce zusammen mit seinen Partnerfirmen den Erstflug des Elektroflugzeugs ACCEL an. Im nächsten Jahr soll es sich einen Geschwindigkeits-Weltrekord holen. Das Flugzeug ist ein Mosaikstein in der Technologie-Strategie des Unternehmens, die Luftfahrt emissionsärmer zu gestalten.

24.09.2020

Die Antriebseinheit des Elektroflugzeugs ACCEL testete Rolls-Royce in einem 1:1-Modell der Bugsektion inklusive des Cockpits. © Rolls-Royce

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat die Bodentests der Antriebseinheit seines Elektroflugzeugs ACCEL erfolgreich beendet. Für die Tests hatten die an dem ACCEL-Projekt beteiligten Firmen ein Modell des vorderen Rumpfes des Flugzeugs inklusive des Cockpits im Maßstab 1:1 als Testträger gebaut. In Anlehnung an die Lithium-Ionen-Batterien, die die Energie für das spätere fliegende Flugzeug liefern sollen, nannten die Konstrukteure das Flugzeug „IonBird“. Normalerweise werden maßstabsgerechte Komponententestträger von Flugzeugen Iron Bird genannt.

Rolls-Royce hat die Bodenerprobung der Komponenten des Elektroflugzeugs ACCEL abgeschlossen. © Rolls-Royce

Die Energiespeicher bestehen aus 6.000 einzelnen Batteriezellen, die gegen Überhitzung geschützt sind und den 373 kW (500 hp) starken Motor mit Energie versorgen. Bei den Batterien handelt es sich nach Angaben von Rolls-Royce um die Batterien mit der höchsten Energiedichte, die jemals für einen Luftfahrtantrieb gebaut wurden. Der Motor treibt einen Dreiblatt-Propeller von MT-Propeller aus Straubing an, der im Rahmen der Bodenerprobung mehrfach auf seine maximale Betriebsdrehzahl von 2.400 Umdrehungen pro Minute beschleunigt wurde.

Rolls-Royce will mit ACCEL den Elektroflug einen großen Schritt nach vorne bringen. © Rolls-Royce

Der Propeller soll das ACCEL-Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von 261 Knoten beschleunigen. Damit würde das Flugzeug sich den Geschwindigkeitsweltrekord für Elektroflugzeuge holen. Während der Bodentests haben sich auch schon die Testpiloten, die ACCEL im nächsten Jahr fliegen sollen, im Cockpit mit dem Flugzeug und seinen Bedienelementen vertraut gemacht und Vorschläge für Verbesserungen angebracht. Sie legen nun auch die Betriebsverfahren für die Flüge mit der Elektro-Einmot fest. Während der Test seien stündlich Gigabyte an Daten gewonnen worden, die es dem Team erlaubten, die Leistung des Flugzeugs weiter zu optimieren, so Rolls-Royce.

Weltrekordversuch im nächsten Jahr

Rob Watson, der Direktor für den Geschäftsbereich Rolls-Royce Electrical, sagte: „Rolls-Royce hat sich verpflichtet, eine führende Rolle bei der Erreichung einer Netto-Null-Kohlenstoffbilanz bis 2050 zu spielen. Der Abschluss der Bodenerprobung für das ACCEL-Projekt ist ein großer Erfolg für das Team und ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einem Weltrekordversuch. Dieses Projekt trägt dazu bei, die Fähigkeiten von Rolls-Royce weiterzuentwickeln und sicherzustellen, dass wir bei der Elektrifizierung der Luftfahrt, einem wichtigen Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie, weiterhin eine führende Rolle spielen.“

Rolls-Royce setzt bei seiner Technologie-Strategie für die Luftfahrt stark auf Elektroantriebe. Der Konzern hat im vergangenen Jahr die Sparte Elektroantriebe für die Luftfahrt von Siemens übernommen und in seinen Geschäftsbereich Electrical integriert. Während Airbus beispielsweise aus dem gemeinsam mit Rolls-Royce verfolgten Projekt E-Fan X eines hybrid-elektrisch angetriebenen Regionalflugzeugs im April dieses Jahres ausstieg, wird Rolls-Royce die Bodenversuche des Antriebssystems des E-Fan X fortsetzen und abschließen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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