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Von U010 bis A380: Das bedeuten die Airbus-Typenbezeichnungen

H145, U145, A321XLR, A220-300, C295: Die Vielzahl der Typenbezeichnungen des Herstellers Airbus können verwirren. Dabei folgen sie meistens einer Logik, wenn auch nicht in allen Fällen.

12.10.2026

Eine H145M im Formationsflug mit einer Rotordrohne U070, der früheren VSR700 © Airbus Helicopters

Auf der ILA (10. – 14. Juni) in diesem Jahr in Berlin hat Airbus erstmalig die neue Typbezeichnung für sein Drohnen-Portfolio in der Öffentlichkeit genutzt. Seinerzeit stellte das Unternehmen erstmalig die U145 vor, eine Rotordrohne auf Basis des zweimotorigen Hubschraubers H145. Das U in der Typenbezeichnung steht für „Uncrewed“, also ohne Besatzung.

Die U010 Aliaca iat die kleinste Drohne im Portfolio des Konzerns. © Airbus

Alle unbemannten Airbus-Fluggeräte wurden entsprechend umbenannt, beginnen von dem kleinsten U010 Aliaca über die U030 Flexrotor, die U050 Capa-X und die U070 – die ehemalige VSR700 – bis eben zur U145. Und selbst die in internationaler Kooperation in der Entwicklung stehende Eurodrone wird künftig Airbus-intern die Typenbezeichnung U950 tragen.

Airbus Helicopters präsentierte auf der ILA 2026 in Berlin erstmalig das Mock-up der U145-Rotordrohne. © Volker K. Thomalla

Die Abstufung der Ziffern in der Typenbezeichnung orientiert sich an der Größe der Drohnen, sie ist aber nicht an bestimmte Leistungsmerkmale wie Masse oder Reichweite gebunden.

Das H in der Bezeichnung steht für „Helicopter“

Die (bemannten) Hubschrauber von Airbus Helicopters folgen dem gleichen Prinzip. Das H in der Typenbezeichnung steht – wenig überraschend – für „Helicopter“, die Ziffern stehen für die Größe der Hubschrauber, beginnend mit dem kleinsten, der H120 – deren Serienfertigung 2017 endete – über die H125, H130, H135, die H140, H145, H155, H160, H175, H215 und H225. Die heutigen Musterbezeichnungen wurden 2014 eingeführt und von Eurocopter übernommen.

Diese H160 sind eine Ausnahme. Obwohl sie für die französische Marine fliegen, sind es keine H160M. © Airbus Helicopters

Ein M in der Typenbezeichnung wie beispielsweise H145M, H160M oder H225M bezeichnet die jeweilige militarisierte Version des Hubschraubers. Es gibt einige Airbus-Hubschrauber, die zusätzlich auch Namen tragen wie die H125 Écureuil, die H120 Colibri, die H160M Guépard oder die H225M Caracal.

Der 400. Airbus für easyJet – eine A321-271NX – trägt das Kennzeichen OE-ISH und wurde unter der Seriennummer MSN11810 produziert. © Airbus

Bei den Flächenflugzeugen steht das A in der Bezeichnung sowohl für „Airbus“ als auch für „Aircraft“. Was mit der A300 / A310 begann, wurde mit den Standardrumpf-Flugzeugen der A320-Familie fortgesetzt. Das kleinste Mitglied dieser Familie ist die A318, gefolgt von der A319, der A320 und der A321, das größte und mit Abstand am meisten nachgefragte Mitglied der Familie. Airbus unterscheidet heute grundsätzlich zwischen den frühen, klassischen Flugzeugen wie A320ceo (current engine option) und A320neo (new engine option).

Kunden können bei vielen Airbus-Mustern zwischen Triebwerken verschiedener Anbieter wählen. Dies spiegelt sich auch in den Musterbezeichnungen wider. Ein Airbus A320-214 ist zum Beispiel ein Airbus A320 der zweiten Generation mit CFM56-5B-Turbofans. A320 mit V2500-Triebwerken tragen als letzte Ziffern ihrer Bezeichnung die 31 beziehungsweise die 33. Beispiel Airbus A321-233. Die letzte Ziffer in der jeweiligen Bezeichnung bezeichnet eine höhere Startmasse beziehungsweise einen höheren zugelassenen Startschub.

Die neueste Version des GTF-Getriebefans, das GTF Advantage, wurde im Februar 2025 von der US-Luftfahrtbehörde FAA zugelassen. © Airbus/Sylvain Ramadier

Die A320neo werden entweder von LEAP-1A-Turbofans von CFM International oder von PW1100G-JM (GTF) von Pratt & Whitney angetrieben. Ihre Bezeichnungen lauten A321-271 beziehungsweise A321-272 für die Versionen mit Pratt & Whitney-Getriebefans oder A321-251 beziehungsweise A321-253 für die Flugzeuge der A320neo-Familie mit LEAP-1A-Triebwerken.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Bezeichnungen, die aber als Markennamen verwendet werden. Flugzeuge, die als Geschäftsreisejets gebaut werden, bezeichnet der Hersteller als ACJ, gefolgt von den Ziffern der Typbezeichnung wie beispielsweise in ACJ31, ACJ320, ACJ350 und so weiter. Der Airbus A321LR ist eine A321-Version mit einer größeren Reichweite von bis zu 4.000 nautischen Meilen, umgerechnet 7.400 Kilometer, während die A321XLR – die Buchstaben stehen für Extra Long Range – dank Zusatztanks ihren Nutzern eine Reichweite von bis zu 4.700 nautischen Meilen (8.704 Kilometern) bieten.

airBaltic hat ihr Ziel aufgegeben, eine Flotte von 100 A220-300 zu betreiben. © V. K. Thomalla

Es gibt auch eine Ausnahme von der Regel bei den Typenbezeichnungen der Airbus-Airliner: Die Airbus A220-Familie, die aus den Mustern A220-100 und A220-300 besteht, hatte Airbus 2017 vom kanadischen Hersteller Bombardier übernommen. Die A220-100 ist die kleinere Version, die A220-300 die größere Variante des Musters. Nach der Logik der bisherigen Typenbezeichnungen von Airbus hätten die Flugzeuge aber A220 und A221 heißen müssen.

Bei den Militärflugzeugen wird die Typenbezeichnung nicht so konsequent angewandt wie bei den zivilen Mustern oder den Hubschraubern. Das größte Flugzeug im militärischen Portfolio des europäischen Aerospace-Konzern ist der Airbus A400M. Das A steht dabei für „Aircraft“ beziehungsweise „Airbus“, das M am Ende der Bezeichnung für „Military“. Das zweimotorige Turboprop-Transportflugzeug C295 übernahm seine Bezeichnung vom früheren Hersteller EADS CASA und behält diese bei.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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