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Boeing empfiehlt Aussetzung des Flugbetriebs der 777-200

Nach einem Zwischenfall am Samstag, bei der ein PW4000-11-Turbofan an einer Boeing 777-200 sich zerlegte und Teile des Triebwerks in eine Wohnsiedlung fielen, hat Boeing empfohlen, das Muster vorübergehend nicht im Flugbetrieb einzusetzen.

22.02.2021

Nach einem Triebwerksausfall an einer Boeing 777-200 mit PW4000-Turbofans am 20. Februar 2021 werden diese Triebwerke an den Triple Seven überprüft. © Volker K. Thomalla

Am Samstag hat es einen schweren Zwischenfall mit einem PW4000-112-Turbofan an einer Boeing 777-200 der United Airlines gegeben. Der zweistrahlige Widebody war gegen 13.00 Uhr Ortszeit vom Flughafen Denver mit der Flugnummer UA328 gestartet und sollte nach Honolulu auf Hawaii fliegen. Nur vier Minuten nach dem Start zerlegte sich das Triebwerk Nummer 2. Teile des Triebwerks fielen ab und landeten in einem Wohngebiet in der Gemeinde Broomfield. Das Flugzeug kehrte um und landete eine halbe Stunde nach dem Start wieder auf dem Flughafen von Denver. Keiner der 241 Insassen wurde bei diesem Zwischenfall verletzt. Die US-Flugsicherheitsbehörde NTSB untersucht den Vorfall.

Teile des PW4000-112 landeten in der Gemeinde Broomfield in einer Wohnsiedlung. Niemand wurde verletzt. © Broomfield Police Department

Die Boeing 777-200 mit dem Kennzeichen N772UA ist einer der ältesten dieses Typs. Sie flog im November 1994 zum ersten Mal und wurde im September 1995 an United Airlines geliefert. Sie ist die fünfte 777, die der Hersteller gebaut hat.

69 Flugzeuge sind direkt betroffen

Boeing hat auf den Zwischenfall reagiert und allen Betreibern der Boeing 777-200 mit Pratt & Whitney PW4000-112-Turbofans empfohlen, den Flugbetrieb mit dem Muster auszusetzen, bis die US-Luftfahrtbehörde eine detaillierte Anweisung herausgibt, wie das Triebwerk zu inspizieren sei. Davon betroffen sind 69 Flugzeuge. 59 weitere 777-200 mit PW4000-Triebwerken stehen als Folge der Covid-19-Pandemie derzeit auf verschiedenen Flughäfen der Welt eingemottet. „Wir arbeiten mit den Aufsichtsbehörden zusammen, die Maßnahmen ergreifen, während diese Flugzeuge am Boden sind und weitere Inspektionen von Pratt & Whitney durchgeführt werden“, teilte Boeing mit.

Die japanische Zivilluftfahrtbehörde JCAB (Japan Civil Aviation Bureau) hat als Reaktion auf den Zwischenfall in Denver ein vorübergehendes Flugverbot für Boeing 777-200 mit den PW4000-112-Turbofans ausgesprochen. All Nippon Airways (ANA) betreibt 19 Exemplare, Japan Airlines 13.

Japan hat auch die Nutzung des japanischen Luftraums durch die betroffenen Flugzeuge anderer Betreiber untersagt.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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