Homepage » Luftverkehr » JetBlue gewinnt Übernahmeduell um Spirit Airlines

Vorausgesetzt, die US-Kartellbehörde stimmt der Übernahme zu, wird JetBlue mit der Integration von Spirit Airlines zu Beginn des nächsten Jahres einen großen Wachstumssprung machen und damit zu einem noch stärkeren Wettbewerber für die vier größten US-Carrier. 

28.07.2022

Durch die Fusion von JetBlue und Spirit Airlines entsteht eine Billigfluggesellschaft mit 458 Flugzeugen und 300 ausstehenden Bestellungen. © Volker K. Thomalla

Im Februar dieses Jahres hatten die beiden US-Billigfluggesellschaften Frontier Airlines und Spirit Airlines ihre Absicht verkündet, zu einer einzigen Fluggesellschaft zu fusionieren. Doch kaum war das Angebot veröffentlicht, trat mit JetBlue Airways ein weiterer Spieler auf das Feld und machte den Anteilseignern von Spirit ein besseres Angebot. Nach einigem Hin und Her – schließlich ging es bei der angestrebten Fusion um über 3,0 Milliarden US-Dollar – entschlossen sich die Anteilseigner von Spirit Airlines, die Grundsatzvereinbarung zum Zusammengehen mit Frontier aufzulösen. 

Damit war der Weg frei für einen Zusammenschluss von JetBlue Airways und Spirit Airlines. Die Anteilseigner von Spirit Airlines erhalten 33,50 US-Dollar pro Aktie sowie eine Bonuszahlung von weiteren 2,50 US-Dollar pro Aktie, wenn sie der Fusion zustimmen. Der Gesamtwert der Transaktion wird sich auf rund 3,8 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 3,74 Milliarden Euro, belaufen und soll im Januar 2023 abgewickelt werden. 

Nachdem sich Frontier Airlines mit ihrem Angebot für Spirit Airlines nicht hat durchsetzen können, war der Weg frei für eine Übernahme durch JetBlue Airways. © V. K. Thomalla

JetBlue wird Spirit Airline komplett übernehmen und integrieren. Durch die Übernahme wächst die Flotte von JetBlue auf 458 Flugzeuge. Beide Airlines haben zusammen noch 300 Flugzeugbestellungen ausstehen, die JetBlue auch übernehmen will. Mit der Fusion macht JetBlue einen gewaltigen Wachstumssprung, Spirit Airlines bringt 110 Airbus Single Aisle Jets mit. Das Management von JetBlue hat angekündigt, nach der Übernahme das Versprechen, keine Mitarbeiter zu entlassen auch auf Spirit-Mitarbeiter auszudehnen. 

Umsatzsprung auf 11,9 Mrd. US-Dollar

JetBlue erwartet von der Übernahme einen Umsatzsprung auf voraussichtlich 11,9 Milliarden US-Dollar (11,7 Milliarden Euro) und jährlich wiederkehrende Synergie-Effekte in Höhe von 600 bis 700 Millionen US-Dollar. Die neue Gesellschaft soll auch umweltfreundlicher werden. Das Unternehmen hat das Ziel vorgegeben, bis 2030 zehn Prozent des Treibstoffbedarfs ausschließlich mit SAF zu decken. 

Robin Hayes, der als Chief Executive Officer (Hauptgeschäftsführer) von JetBlue, als Gewinner aus der Übernahmeschlacht hervorgeht, kommentierte die Entscheidung zur Fusion mit Spirit Airlines: „Wir freuen uns über diese überzeugende Kombination, die unser strategisches Wachstum beschleunigt und JetBlue in die Lage versetzt, unsere einzigartige Mischung aus niedrigen Tarifen und außergewöhnlichem Service für mehr Kunden auf mehr Strecken anzubieten. Wir freuen uns darauf, die hervorragenden Teammitglieder von Spirit bei JetBlue willkommen zu heißen und gemeinsam eine kundenorientierte, fünftgrößte Fluggesellschaft in den Vereinigten Staaten zu schaffen. Spirit und JetBlue werden weiterhin unser gemeinsames Ziel verfolgen, die Branche zu verändern und die Preise der großen vier Fluggesellschaften zu senken.“

Die vier großen US-Fluglinien American Airlines, Delta Air Lines, United Airlines und Southwest Airlines kontrollieren nach Angaben von JetBlue Airways 80 Prozent des Marktes in den USA. Selbst nach der Fusion von Spirit und JetBlue kommen die beiden Airlines zusammen auf maximal 9 Prozent Marktanteil, so JetBlue.  

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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