Homepage » General Aviation » KLM Flight Academy wird elektrisch fliegen

Die Flugschule der KLM Royal Dutch Airlines, die KLM Flight Academy, will in absehbarer Zeit klimaneutral fliegen. Dazu sammelt sie jetzt schon Erfahrungen mit Elektroflug in der Ausbildung und hat neue Trainingsflugzeuge mit Elektroantrieb bestellt. Die verbleibende Kolbenmotor-Flugzeugflotte soll mit nachhaltig produziertem Treibstoff fliegen.

23.09.2021

Die KLM Flight Academy hat sechs eFlyer 2 sowie acht größere eFlyer 4 bei Bye Aerospace in Auftrag gegeben. © Bye Aerospace

Die KLM Flight Academy feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen und bereitet sich auf eine nachhaltige Zukunft vor. Die sieht das Unternehmen ganz klar im Elektroflug. Sie arbeitet einerseits mit der E-Flight Academy am Flugplatz Teuge bei Apeldoorn zusammen und hat andererseits für sich selbst 14 Elektroflugzeuge beim US-Hersteller Bye Aerospace bestellt.

Bart de Vries, der Managing Director der KLM Flight Academy, sagte: „Heute feiern wir unsere Geschichte, aber viel wichtiger: wir schauen in die Zukunft. Wir freuen uns, ein Teil der eFlyer-Entwicklung von Bye Aerospace zu werden, um die Entwicklung und die Strategie unserer Muttergesellschaft zu unterstützen.“

Die Flugschule hat Anzahlungen für die Bestellung von sechs Elektroflugzeugen des Typs eFlyer 2 sowie von acht eFlyer 4 geleistet. Die Flugzeuge werden nach Angaben der KLM Flight Academy „in wenigen Jahren verfügbar sein“.

Zusammenarbeit mit der E-Flight Academy

De Vries sagte zur Zusammenarbeit mit der E-Flight Academy: „Der Elektroflug ist gerade für unseren Betrieb mit niedrigen Zuladungen und begrenzter Flugdauer eine vielversprechende Alternative. Die E-Flight Academy ist die führende Elektroflugschule in Europa. Daher arbeiten wir gerne mit ihnen zusammen. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der E-Flight Academy diesen ersten wirklich konkreten Schritt in Richtung eines nachhaltigen KLM-FA-Flugtrainings zu gehen. Wir hoffen auf ein positives Ergebnis, um gemeinsam weiterbauen zu können.“

Die E-Flight Academy verfügt über zwei Pipistrel Velis Electro. Flugschüler der KLM Flight Academy werden künftig einen Teil ihrer Ausbildung auf den Pipistrel Velis Electro absolvieren. Ziel sei es, möglichst viel Erfahrung mit dem Elektroflug in der Ausbildung zu sammeln. Danach erfolge eine sorgfältige Evaluierung in Bezug auf den Lernwert und die Eignung von Elektroflugzeugen für die Ausbildung.

Um den Großteil des Flugtrainings für Verkehrspiloten auf Elektroflugzeugen absolvieren zu können, seien aber Flugzeuge mit größerer Reichweite und höherem Maximalgewicht erforderlich, so die KLM Flight Academy. Diese seien im Moment nicht verfügbar, aber die Entwicklungen gingen schnell voran. Ein Spitzenreiter bei dieser Entwicklung sei dabei Bye Aerospace aus den USA. Die KLM Flight Academy erwartet, dass deren eFlyer 2 und eFlyer 4 in den Jahren 2022 bis 2024 von den Luftfahrtbehörden in den USA und Europa zertifiziert werden. Danach könnten die Auslieferungen beginnen.

„Mit der Ankunft dieser Flugzeuge werden wir uns von unseren einmotorigen Flugzeugen mit Verbrennungsmotor verabschieden können, was bedeutet, dass wir unsere CO2-Emissionen stark begrenzen und die Lärmbelästigung deutlich reduzieren“, sagte De Vries.

Zur Flotte der KLM Flight Academy gehören auch zweimotorige Trainingsflugzeuge des Typs Diamond DA42. Diese Flugzeuge fliegen mit Kerosin. Ein großer Vorteil dabei ist, dass sie auch für den Einsatz von SAF (Sustainable Aviation Fuel) geeignet sind. Die KLM Flight Academy hofft, dass SAF in den kommenden Jahren auch am Groningen Airport Eelde ausreichend zur Verfügung steht, damit auch der DA42-Flugbetrieb nachhaltig durchgeführt werden kann. Bart de Vries ist optimistisch: „Ein vollständig CO2-neutraler Betrieb ist für uns in fünf bis zehn Jahren sicherlich machbar, also streben wir das an.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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