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Rolls-Royce lässt Trent XWB-84 inspizieren

Bei einigen Triebwerken des Typs Rolls-Royce Trent XWB-84 hat der Hersteller nach einer bestimmten Laufzeit eine höhere als erwartete Abnutzung im Mitteldruckverdichter entdeckt. Deshalb sollen jetzt alle Antriebe dieses Typs mit vergleichbarer Laufleistung nun inspiziert werden.

12.08.2020

Rolls-Royce hat bei Routine-Inspektionen des Trent XWB-84 eine erhöhte Abnutzung von Teilen im Mitteldruckverdichter entdeckt. © Volker K. Thomalla

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat bei Routine-Inspektionen des Großtriebwerks Rolls-Royce Trent XWB-84 bei einigen Schaufeln des Intermediate Pressure Compressors (Mitteldruckverdichter) eine stärker als erwartete Abnutzung entdeckt, teilte der Hersteller gestern mit. Betroffen seien einige wenige Triebwerke, die seit vier beziehungsweise fünf Jahren genutzt wurden und kurz vor ihrer ersten Überholung standen. „Keines dieser Triebwerke hat irgendeine abnormale Situation im Flugbetrieb erfahren“, so Rolls-Royce. Trotzdem werde man alle Trent XWB-84 mit einer ähnlichen Lebensdauer als Vorsichtsmaßnahme inspizieren.

Derzeit stünden etwas mehr als 100 Trent XWB-84 so lange im Dienst. Man habe auch jüngere Aggregate dieses Typs vorsorglich inspiziert und dabei keine Abnutzung gefunden, teilte das Unternehmen mit.

Reibungslose Inbetriebnahme

Chris Cholerton, der Präsident Civil Aerospace bei Rolls-Royce, sagte: „Das Trent XWB-84 hat die reibungsloseste Inbetriebnahme aller von uns entwickelten Großraumtriebwerke erlebt. Es ist das effizienteste in Betrieb befindliche Großtriebwerk für die zivile Luftfahrt der Welt und zeigt eine unübertroffene Zuverlässigkeit am Flügel. Die Triebwerke, die jetzt zur Überholung kommen, haben das Äquivalent von 350 Weltumrundungen ohne ungeplante Wartung absolviert. Es ist beruhigend zu sehen, dass unser proaktives Inspektionssystem uns in die Lage versetzt hat, dieses Problem zu erkennen und schnell zu lösen und mögliche Auswirkungen auf unsere Kunden zu minimieren.“

Man sei mit diesem Statusbericht an die Öffentlichkeit gegangen, um Spekulationen entgegenzuwirken, die nach einer möglichen Flugsicherheitsanweisung (Airworthiness Directive) durch die EASA auftauchen könnten.

Volker K. Thomalla

 

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