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LATAM geht freiwillig in die Insolvenz, um sich neu zu strukturieren

LATAM, die größte Airline-Gruppe in Südamerika, begibt sich freiwillig unter den Schutz des Kapitel 11 des US-Konkursrechts. Nicht alle Tochtergesellschaften der Gruppe sind von diesem Schritt betroffen. Ziel des Gläubigerschutzes ist es, die Fluggesellschaften so zu restrukturieren, dass sie die Coronakrise überleben.

26.05.2020

LATAM, die größte Airline-Gruppe Südamerikas, hat am 26. Mai 2020 infolge von Covid-19 Konkurs angemeldet. © Volker K. Thomalla

Heute hat das Management der LATAM-Gruppe einen Antrag auf Schutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts beim Insolvenzgericht des Southern Districts des US-Bundesstaates New York gestellt. Dieser Gang zum Konkursrichter erfolgte freiwillig, da die Airline-Gruppe – die größte ihrer Art in Südamerika – sich neu aufstellen will, um die Coronakrise zu überstehen. Der Flugbetrieb wird normal weitergeführt, alle Tickets und Voucher behalten ihre Gültigkeit.

Roberto Alvo, der Hauptgeschäftsführer von LATAM, sagte: „Wir blicken nach vorne, in die Zeit nach Covid und konzentrieren uns darauf, unsere Gruppe so zu verändern, dass sie sich an eine neue und sich weiterentwickelnde Flugwirklichkeit anpasst, wobei die Gesundheit und Sicherheit unserer Passagiere und Mitarbeiter von größter Bedeutung sind.“

Insgesamt haben 29 Firmen der Gruppe den Insolvenzantrag gestellt, darunter die Flugbetriebe in Chile, Ecuador, Kolumbien, Peru und den Vereinigten Staaten. Aber nicht alle LATAM-Töchter sind von der Insolvenz betroffen, darunter die LATAM-Airlines in Argentinien, Brasilien und Paraguay.

Qatar und Delta gehören zu den Eignern

Die größten Anteilseigner an der LATAM-Gruppe sind die chilenische Cueto Group, Delta Air Lines und Qatar Airways. Cueto und Qatar haben bereits mitgeteilt, dass sie bereits sind, 900 Millionen US-Dollar an Finanzierung in die Airline-Gruppe zu investieren. Die Gruppe selbst verfügt noch über Mittel in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar.

LATAM betont, dass es sich bei Kapitel 11 des US-Konkursrechts um ein Verfahren zur Restrukurierung handelt. „Er bietet uns die Gelegenheit, mit unseren Gläubigern und anderen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um unsere Schulden zu reduzieren, die geschäftlichen Herausforderungen anzugehen, denen wir, wie andere in unserer Branche auch, gegenüberstehen, und Zugang zu neuen Finanzierungsquellen zu erhalten. Es handelt sich um einen Prozess, der sich von dem Konzept der Reorganisation in anderen Ländern unterscheidet, und nicht um ein Liquidationsverfahren“, teilte die LATAM Group mit. Die LATAm Group betrieb vor der Coronakrise eine Flotte von 340 Flugzeugen.

Volker K. Thomalla

 

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