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Delta macht 7,0 Milliarden US-Dollar Verlust – in einem Quartal

Die Geschäftszahlen der Passagier-Fluggesellschaften sind weltweit eingebrochen. Delta Air Lines hat nun die Ergebnisse des zweiten Quartals vorgestellt und Maßnahmen angekündigt, wie die Liquidität des Unternehmens auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Die Flotte soll vereinheitlicht und verkleinert werden.

15.07.2020

Delta Air Lines setzt derzeit ein Programm zur Vereinheitlichung der Flotte um. Die Boeing 737-900 (Foto) dürfen bleiben, die 737-700 werden ausgemustert. © Volker K. Thomalla

Die Coronakrise ist für alle Fluggesellschaften, die Passagiere befördern, eine Katastrophe. Die in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia beheimatete Delta Air Lines hat nun ihre Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2020 vorgelegt. Demnach hat das Unternehmen 7,0 Milliarden US-Dollar (6,14 Milliarden Euro) Verlust vor Steuern gemacht – in einem Quartal!

Der Umsatz ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,0 Milliarden US-Dollar (9,68 Milliarden Euro) auf 1,2 Milliarden US-Dollar zurück. Da Delta Air Lines früh Gegenmaßnahmen getroffen hatte, konnte das Unternehmen die Ausgaben um 53 Prozent beziehungsweise um 5,5 Milliarden US-Dollar (4,84 Milliarden Euro) senken. Zum 30. Juni 2020 verfügte die Fluggesellschaft über liquide Mittel in Höhe von 15,7 Milliarden US-Dollar (13,8 Milliarden Euro).

Erholung erst in zwei Jahren

Ed Bastian, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Delta Air Lines, kommentierte die Quartalszahlen: „Angesichts der kombinierten Auswirkungen der Pandemie und der damit verbundenen finanziellen Folgen für die Weltwirtschaft glauben wir weiterhin, dass es mehr als zwei Jahre dauern wird, bis wir eine nachhaltige Erholung sehen. In diesem schwierigen Umfeld leiten die Stärken, die das Kerngeschäft von Delta ausmachen – unsere Mitarbeiter, unsere Marke, unser Netzwerk und unsere Zuverlässigkeit – jede Entscheidung, die wir treffen, um uns bei unseren Kunden so zu positionieren, dass wir erfolgreich sind, wenn die Nachfrage wieder steigt.“

Delta Air Lines rechnet mit einer Erholung des Luftverkehrs frühestens in zwei Jahren. © A. Doumenjou/Airbus

 

Der Erhalt der Liquidität steht bei Delta Air Lines auf der Prioritätenliste ganz oben. Im Rahmen des CARES Act, einer staatlichen Unterstützung in Form von Krediten, bekommt das Unternehmen im Juli 5,4 Milliarden US-Dollar geliehen. Seit März dieses Jahres hat Delta Air Lines rund 15 Milliarden an Krediten aufgenommen und zahlt dafür einen durchschnittlichen Zinssatz von 5,5 Prozent.

Die Fluggesellschaft hat sich selbst eine Schrumpfkur verordnet: Sie soll kleiner werden, aber dafür effizienter, teilte das Unternehmen mit. Dazu werde die Flotte vereinheitlicht, die vor Ausbruch der Coronakrise 837 Flugzeuge umfasste. Die MD-88 und MD-90 sind bereits ausgemustert, nun will Delta die Boeing 777 und die 737-700 in die Wüste schicken. Auch Teile der Boeing 767-300ER- und der Airbus A320-Flotte werden nach der Krise nicht mehr in den aktiven Flugbetrieb zurückkehren. Delta hat zudem die Übernahme von vier Airbus A350 XWB-Bestellungen von LATAM annulliert.

Auch beim Personal wird es Einschnitte geben. Die Airline hat angekündigt, Programme für ein freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern und für Frühverrentungen aufzulegen. Fortzahlung der Krankenversicherung sowie verbesserte Reiseprivilegien für ehemalige Delta-Mitarbeiter sollen den Menschen die Trennung schmackhaft machen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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