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Embraers E190-E2 ist jetzt für London City zugelassen

Auch wenn die Flugbewegungen im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie am London City Airport (LCY) extrem eingebrochen sind, wird der Airport mit seinem herausfordernden Anflugprofil auch in Zukunft eine wichtige Rolle im europäischen Luftverkehr spielen. Embraer hat nun mit der E190-E2 die neueste Generation seiner Regionaljet-Familie für Anflüge auf den Airport qualifiziert.

3.06.2021

Die Embraer E190-E2 war erstmalig im Vorfeld der Farnborough Air Show im Juli 2018 auf dem London City Airport gelandet. © Embraer

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der zweistrahlige Regionaljet E190-E2 des brasilianischen Herstellers Embraer bereits am 11. Mai dieses Jahres die Zulassung der EASA (Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union) für Anflüge auf Flughäfen erhalten, bei denen der Anflugwinkel höher ist als 3,0 Grad. Damit dürfen Betreiber das Flugzeug künftig auch für Flüge auf den anspruchsvollen Flughafen London City Airport (LCY) einsetzen, der einen 5,5 Grad-Anflugwinkel erfordert.

Embraer hat die Software des Flugsteuerungssystems entsprechend angepasst und einen „Steep Approach-Schalter“ im Cockpit angebracht. Der Hersteller betont, dass neben dem Flugzeug auch die Piloten für den London City Airport qualifiziert sein müssen. Allerdings dürften Piloten, die bereits mit der ersten Generation der Embraer E-Jets für LCY qualifiziert seien, auch mit der E190-E2 ohne zusätzliches Simulatortraining den in der Nähe des Londoner Finanzzentrums gelegenen Airport anfliegen. Dies sei aufgrund der großen Baugleichheit der Cockpits der beiden Flugzeugmuster möglich. Die ersten Anflüge auf den Flughafen London City hatte die E190-E2 bereits im Vorfeld der Farnborough Air Show im Juli 2018 absolviert.

LCY ist bekanntes Terrain für die E-Jets

Die Regionaljets von Embraers E-Jet-Familie sind keine Unbekannten auf dem London City Airport. Sieben Fluggesellschaften haben Strecken zum LCY mit den E-Jets der ersten Generation E170 und E190 bedient, darunter BA CityFlyer, Alitalia, KLM Cityhopper, LOT Polish, Helvetic Airways, Lufthansa und Portugalia. 2019 waren Flugzeuge der E-Jet-Familie für rund 70 Prozent aller Linienflugbewegungen am LCY verantwortlich.

Angetrieben von zwei Pratt & Whitney PW1900G-Getriebfans zeichnet sich das Muster durch einen deutlich reduzierten Treibstoffverbrauch und durch sehr niedrige Geräuschemissionen aus. Das Nebenstromverhältnis des PW1900G an der E190-E2 beträgt aufgrund des 1,90 Meter großen Fans 12:1. Die E190-E2 stößt rund 17,3 Prozent weniger CO2-Emissionen aus als ihre Vorgänger.

Nach Angaben des Herstellers kann die E190-E2 knapp über 2.200 nautische Meilen (4.074 Kilometer) weit fliegen – und damit fast doppelt so weit wie die E190. Diese zusätzliche Reichweite bringe mehr Geschäftsreise- und Urlaubsdestinationen in die Reichweite der E2 und ermögliche es, Moskau, Istanbul, Lissabon und Casablanca vom London City Airport aus nonstop zu erreichen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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