Homepage » Luftverkehr » Erstflug! Der Airbus A350F ist geflogen

Das genaue Datum des ersten Fluges eines neuen Flugzeugmusters war früher immer ein gut gehütetes Geheimnis. Heute ist der Erstflug eines neuen Verkehrsflugzeugs in den westlichen Ländern ein globales Medienereignis, welches live gestreamt und von Hunderttausenden von Menschen verfolgt wird.

30.09.2026

Am 29. September 2026 absolvierte der Airbus A350F seinen weltweit beachteten Erstflug. © Airbus

Der Airbus A350F ist das neueste Mitglied der Airbus A350-Familie. Das neue Großraum-Frachtflugzeug hat gestern (29. September 2026) in Toulouse im Südwesten Frankreichs, seinen Erstflug erfolgreich absolviert. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen F-WXLD und der Hersteller-Seriennummer MSN700 startete um 10.30 Uhr Ortszeit vom Flughafen Toulouse-Blagnac. Damit hat der Hersteller seine Planung, den Erstflug noch in diesem Monat durchzuführen, erfüllt.

Der Widebody blieb bei seinem Jungfernflug vier Stunden und zehn Minuten in der Luft. Während des Erstflugs ließ die vierköpfige Crew (zwei Testpiloten und zwei Flugtestingenieure) unter Kapitän Bernardo Saez-Benitoauf auf eine maximale Höhe von 25.000 Fuß steigen und erreichte eine maximale Ground Speed von rund 490 Knoten.

In den ersten Minuten des Erstflugs testete die Crew grundlegende Flugeigenschaften des Flugzeugs, bevor verschiedene Klappenstellungen gefahren wurden. Anschließend führte die Crew fünf simulierte Anflüge in verschiedenen Höhen durch.

Simulierte Anflüge in großer Höhe

Auch der Anflug und die Landung in Toulouse wurden live übertragen und vor Ort von Tausenden Airbus-Mitarbeitern und Schaulustigen verfolgt. Lars Wagner, der Hauptgeschäftsführer (CEO) von Airbus Commercial Aircraft, sagte nach der Landung: „Dieser Erstflug ist ein bedeutender Meilenstein für die A350F und für unsere Kunden weltweit. Als neueste Entwicklung unserer äußerst erfolgreichen A350-Plattform ist die A350F ein echter Wendepunkt für den Luftfrachtmarkt, da sie unübertroffene operative Flexibilität, Treibstoffeffizienz und Reichweite vereint. Ich bin außerordentlich stolz auf das außergewöhnliche Engagement und die harte Arbeit all jener Teams, die diesen Erfolg möglich gemacht haben.“

Der Airbus A350F wurde aus Elementen der A350-900 und der A350-1000 entwickelt. Die Ingenieure haben bei der Konstruktion darauf geachtet, eine möglichst große Baugleichheit mit den beiden anderen A350-Versionen zu erhalten. Im Heck befindet sich ein großes Ladetor mit einer Breite von 4,37 Metern für das Hauptdeck. Angetrieben von zwei Trent XWB-97-Turbofans von Rolls-Royce kann die A350F bis 111 Tonnen Fracht aufnehmen und bietet ihren Nutzern eine Reichweite von 4.700 nautischen Meilen, umgerechnet 8.704 Kilometern.

Airbus wird zwei A350F (MSN700 und MSN701) für die Flugerprobung und die Nachweisflüge für die Zulassung einsetzen. Der Hersteller rechnet damit, alle notwendigen Nachweise innerhalb von neun Monaten erbringen zu können, so dass die Zertifizierung durch die EASA (Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union) im zweiten Quartal 2027 erreicht werden kann. Erstkunde für die A350F ist die Frachtfluggesellschaft CMA CGM, die die Übernahme ihrer ersten A350F im zweiten Halbjahr 2027 erwartet. Airbus liegen derzeit feste Bestellungen für 115 A350F vor.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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