Homepage » Luftverkehr - news » Sparmaßnahme: KLM baut 5.000 Stellen ab

Die niederländische Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines muss ihre Kosten senken und streicht deswegen rund 5.000 Stellen. Dies entspricht einer Reduzierung der Belegschaft um fast 15 Prozent. Laut KLM seien betriebsbedingte Kündigungen voraussichtlich nicht notwendig.

6.11.2026

Die KLM stellt ihre Langstreckenflotte auf Airbus A350 um, die Einführung des A320neo bei der Airline wurde allerdings gestoppt. © KLM / Arnaud Raeven

Die Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines kämpft angesichts eines Ölpreises auf Rekordhöhe mit hohen Kosten. Jetzt streicht sie rund 15 Prozent ihrer Arbeitsplätze. Dies gab sie am5. November 2026 im Rahmen der Präsentation ihrer Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 bekannt. KLM will außerdem Kosten sparen, indem sie Arbeiten auslagert und bestimmte Airbus-Flugzeuge ausmustert. Das Unternehmen hofft zudem, mit den Gewerkschaften Vereinbarungen zur Begrenzung von Lohnerhöhungen zu erzielen.

KLM ist überzeugt, die Belegschaft durch freiwillige Abgänge, Mitarbeiterversetzungen und den Verzicht auf die Nachbesetzung ausscheidender Stellen ausreichend reduzieren zu können.

Innerhalb der Air France-KLM-Gruppe blieb der Gewinn der niederländischen Geschäftseinheit in den letzten Jahren hinter den Erwartungen zurück. Um mehr Mittel für größere Investitionen zu generieren, muss sich das Ergebnis laut KLM strukturell um eine Milliarde Euro verbessern. Frühere Maßnahmen führten bereits zu einer Verbesserung von 750 Millionen Euro.

Einige Stellen werden abgebaut durch die Auslagerung der Bodenabfertigungsdienste ihrer Tochtergesellschaft KLM Cityhopper an ein anderes Unternehmen. Zudem soll die fortschreitende Digitalisierung Reisenden ermöglichen, mehr selbst zu organisieren. KLM verlagert zudem bestimmte Geschäftsbereiche zur Air France. Diese drastische Maßnahme solle sicherstellen, dass KLM weiterhin als eigenständige Marke mit einem umfassenden Streckennetz zwischen Schiphol und rund 160 Destinationen bestehen bleibt.

Hoher Kostendruck in mehreren Bereichen

Auch bei der Flottenplanung gibt es Änderungen: Die KLM gibt ihre bisherige Planung auf, Airbus A320 einzusetzen. Stattdessen werden Embraer E195-E2 eingeführt. Die von Air France-KLM bestellten Airbus A320 werden anderweitig eingesetzt.

KLM kämpft in den Niederlanden mit stark gestiegenen Kosten, unter anderem aufgrund erhöhter Flughafengebühren in Schiphol. Gleichzeitig kann das Unternehmen die Preise nicht erhöhen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Daher seien weitere Kostensenkungen notwendig.

Die Quartalsergebnisse von Air France-KLM zeigen, dass sich der operative Gewinn der niederländischen Niederlassung im dritten Quartal verbessert hat. Dies reicht jedoch noch nicht aus, um die angestrebte Gewinnmarge zu erreichen.

Die Gewerkschaft CNV äußert sich „zutiefst besorgt“ über die Folgen der angekündigten KLM-Pläne für die Beschäftigten. „KLM will mit deutlich weniger Personal wesentlich mehr leisten und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Das trifft uns hart und wird in der kommenden Zeit große Unsicherheit verursachen“, so CNV-Verhandlungsführer Souleiman Amallah in einer Stellungnahme. „Wir teilen das Ziel, KLM zu stärken und widerstandsfähiger zu machen. Doch mit den Entscheidungen, die KLM jetzt trifft, zahlen die Beschäftigten den Preis.“

Marjan Rintel, die Präsidentin und Hauptgeschäftsführerin (CEO) von KLM, sagte: „Wir alle arbeiten tagtäglich mit unglaublicher Hingabe, großem Engagement und viel Stolz. Doch die Zukunft von KLM ist nicht gesichert. Unser geschäftliches Umfeld wird zunehmend komplexer – geprägt von globaler Instabilität, hohen Treibstoffpreisen und einem wachsenden Druck auf die Luftfahrtbranche. Deshalb ergreifen wir in dieser entscheidenden Phase für KLM weitreichende, mitunter schmerzhafte Maßnahmen. Jede Abteilung und jeder Unternehmensbereich ist dazu aufgerufen, einen Beitrag zu leisten.

Wir tun dies mit einer klaren Zukunftsvision: KLM soll weiterhin eine herausragende Fluggesellschaft bleiben, die ihre Kunden mit der Welt verbindet – ein Unternehmen, bei dem Menschen arbeiten möchten und auf das die Niederlande stolz sein können.“

Bob Fischer

 

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