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Luftfracht spielt beim Impfstoff-Transport eine entscheidende Rolle

Der einzige Weg, um die Covid-19-Impfstoffe weltweit schnell zu verteilen, ist die Luftfracht. Die Carrier haben sich schon seit Wochen auf den Startschuss vorbereitet und haben nun die ersten Transporte durchgeführt. Doch nicht nur für die Impfstoffe selbst, auch für die Mittel, um sie herzustellen, ist der Lufttransport ein wichtiger Baustein in der Logistikkette.

14.12.2020

Für Transporte von Medizinprodukten kommen regelmäßig Flugzeuge zum Einsatz. Hier wird ein Inhaltsstoff für einen Covid-19-Impfstoff verladen. © Korean Air

Großflächig durchgeführte Impfungen sind ein wichtiger Mosaikstein in der Eindämmung und Bekämpfung der globalen Covid-19-Pandemie. Solange die Pandemie in dem heutigen Maße weiter grassiert, wird das normale Leben nicht zurückkehren. Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika haben dem vom Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech und seinem Partnerunternehmen Pfizer entwickelten Impfstoff eine Notfallzulassung erteilt. Großbritannien hat mit den Impfungen bereits begonnen, in den USA stehen die ersten Impfungen unmittelbar bevor. Beim Transport und der Verteilung der Impfstoffe kommt dem Lufttransport eine entscheidende Rolle zu. Das gilt nicht nur für die Logistik des Impfstoffes selbst, sondern auch für den schnellen und sicheren Transport von Inhaltsstoffen für die Herstellung der Impfmittel.

Wochenlange Vorbereitungen

Viele Frachtfluggesellschaften haben sich schon seit Wochen auf diese besonderen Transporte vorbereitet, selbst wenn sie auch sonst regelmäßig Medizin oder Medizinprodukte befördern. Einige Impfstoffe gegen Covid-19 erfordern eine besondere Kühlkette. „Je nach Produkttyp sind unterschiedliche Temperaturbereiche erforderlich, zum Beispiel Tieftemperaturen unter -60 °C, Kühlung unter -20 °C oder Temperaturerhalt zwischen 2 und 8 °C“, beschreibt beispielsweise die Korean Air die Herausforderung. Sie transportierte am 8. Dezember erstmalig einen wichtigen Inhaltsstoff für einen Covid-19-Impfstoff von Seoul nach Amsterdam. Während dieses Fluges musste die Temperatur des Inhaltsstoffes konstant bei -60 °C gehalten werden. Dafür setzte die Airline spezielle Behälter ein, die auch ohne Stromanschluss 120 Stunden lang Temperaturen von -70 °C halten können.

Medizin muss sehr häufig unter kontrollierten Temperaturen transportiert werden. Dazu sind spezielle Container vorhanden, die 120 Stunden eine Temperatur von -70 Grad Celsius halten können. © Korean Air

Die Frachtfluggesellschaft UPS Airlines hat für alle Aktivitäten einer Task Force rund um den Transport von Covid-19-Impfstoffen sogar einen eigenen Namen erfunden: Operation Warp Speed. Gestern holte eine Boeing 757F von UPS im Rahmen der Operation Warp Speed eine erste Ladung Impfmittel aus dem Tiefkühl-Lagerhaus von Pfizer in Lansing im US-Bundesstaat Michigan ab und brachte sie nach Louisville im US-Bundesstaat Kentucky, von wo aus die wertvolle Fracht an die Empfänger weitergeleitet wurde.

Emirates hatte schon Ende Oktober begonnen, sich durch den Ausbau seines Cargo-Hubs auf dem Dubai World Central Airport auf den Transport von Covid-19-Impfstoffen vorzubereiten. © Emirates SkyCargo

Emirates SkyCargo hatte schon Ende Oktober ein Airside-Drehkreuz für die Verteilung von Covid-19-Impfstoffen auf dem Dubai Word Central Airport in Dubai South etabliert. Dort stehen Kühlkammern mit einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern zur Verfügung, um die Impfstoffe und andere temperaturempfindliche Medizin zu lagern, bevor sie an die Empfänger weitergeleitet werden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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