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Lufthansa schließt Germanwings und legt weitere Jets still

Die Lufthansa Group bereitet sich auf die Nach-Corona-Zeit vor und hat ein erstes Restrukturierungspaket verabschiedet. Der Flugbetrieb der Germanwings wird geschlossen, Flugzeuge werden dauerhaft stillgelegt. Die neue Lufthansa wird deutlich kleiner sein als die heutige.

7.04.2020

Das Ende der Germanwings ist eingeläutet. Der Flugbetrieb wird eingestellt. © Volker K. Thomalla

Die Germanwings wird zum zweiten Mal ad acta gelegt. Die erste Fluggesellschaft dieses Namens, German Wings, existierte nur von 1989 bis 1990, die aktuelle Germanwings besteht bereits seit 1996. Doch auch ihr Schicksal ist besiegelt, hat heute der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG beschlossen. Die Airline hat derzeit noch neun Airbus Standardrumpf-Flugzeug in ihrem Betrieb: drei A320 sowie sechs A319.

Flugzeuge der Germanwings

Die Lufthansa Group stellt sich für die Zeit nach der Coronakrise auf und geht davon aus, dass es Jahre dauern wird, bis die Folgen der jetzigen Krise von der weltweiten Luftverkehrsindustrie komplett bewältigt sind. Angesichts dieser pessimistischen Perspektive ist nachzuvollziehen, dass der Vorstand die Kapazitäten der Lufthansa Group anpassen, das heißt, verkleinern wird.

Der Konzern teilte heute mit: „Bei der Lufthansa Airline werden sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. 

Die sechs A380 waren ohnehin ab 2022 für den Verkauf an Airbus vorgesehen. Die Ausflottung von sieben A340-600 und fünf Boeing 747-400 wurde vor dem Hintergrund der nachteilhaften Ökoeffizienz und Wirtschaftlichkeit dieser Flugzeugtypen entschieden. Mit diesem Schritt reduziert Lufthansa ihre Kapazitäten an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München.

Zusätzlich wird Lufthansa Cityline drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Seit 2015 hatte die Regionalfluglinie vor allem touristische Langstreckenziele für Lufthansa angeflogen. Die Eurowings wird ebenfalls die Zahl ihrer Flugzeuge weiter reduzieren. So sind im Bereich der Kurzstrecke zusätzlich zehn Airbus A320 zur Ausflottung vorgesehen.“

„Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet“, heißt es kurz und knapp in der Mitteilung. Mit den Sozialpartnern würden alle daraus resultierenden Optionen besprochen. Ziel sei es, möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten.

Ob das gelingen kann, ist abhängig von der Dauer der Krise, die derzeit den Luftverkehr heimgesucht hat. Wenn die Rückkehr zum Vorkrisen-Niveau Jahre dauern würde – wie der LH-Vorstand befürchtet – dann müsste zwangsläufig in naher Zukunft auf das erste Restrukturierungspaket ein weiteres folgen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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