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Eine North American F-86 Sabre landet bei den Flying Bulls

Die legendäre North American F-86E Sabre des französischen Piloten Fred Akary ist jetzt offiziell Teil der renommierten Flotte der Flying Bulls. Ein bedeutender Meilenstein für einen der schönsten flugfähigen Warbird-Jets in Europa.

22.05.2026

Beim Trainingscamp der Flying Bulls in Maribor im Frühjahr 2026 war die F-86 Sabre erstmalig dabei. © Miro Majcen / Flying Bulls

Am 30. April 2026 absolvierte Fred Akary, eine bekannte Persönlichkeit bei Flugshows in Europa, seinen letzten Flug als Pilot der Air France. Nach drei Jahrzehnten im Linienflugverkehr wurde ein Kapitel abgeschlossen, doch für den Mann, der im Laufe der Jahre zu einem der beliebtesten Warbird-Piloten der europäischen Szene geworden war, schlug sich sofort ein neues Kapitel auf.

Die Flying Bulls mit Sitz in Salzburg in Österreich bilden die prestigeträchtige Flugshow-Flotte von Red Bull. Das Team besteht aus Piloten und Technikern, die auf die Restaurierung und Wartung seltener Flugzeuge und Hubschrauber spezialisiert sind. Zur Flotte der Flying Bulls gehören unter anderem eine North American B-25J Mitchell, eine Lockheed P-38 Lightning, eine Chance-Vought F4U-4 Corsair, eine Grumman F8F-2 Bearcat, eine North American P-51D Mustang, eine Boeing PT-17 Stearman, eine Beechcraft T-34 Mentor sowie eine Bell AH-1F Cobra und eine BO 105, um nur einige Muster der umfangreichen Flotte zu nennen.

Fred Akary mit der F-86 Sabre vor dem Hangar 7 in Salzburg. © Flying Bulls

Seit Jahren kreuzten sich die Wege von Fred Akary und den Flying Bulls regelmäßig bei internationalen Flugshows. Es hatten sich auch freundschaftliche Beziehungen zu Eskil Amdal, dem CEO und Piloten des österreichischen Teams, sowie zu Mirko Flaim, dem Chefpiloten des Unternehmens, entwickelt, bis zu dem Tag, an dem diese den Franzosen „abholten“, um ihn mit seiner F-86E Sabre offiziell in ihre Flotte aufzunehmen. Die Flying Bulls haben außerdem Guillaume Noguera in ihr Team für 2026 aufgenommen. Seit mehreren Jahren war er bereits für die logistische Unterstützung von Fred Akary bei Flugshows zuständig.

Erste Teilnahme am Training in Maribor

Details der Vereinbarung, die Fred Akary nun an die Flying Bulls bindet, bleiben jedoch vertraulich. Die österreichische Organisation legt seit langem großen Wert auf Diskretion hinsichtlich ihrer internen Abläufe, sei es beim Erwerb der Flugzeuge oder beim genauen Status ihrer Piloten. Eines ist sicher: Bei den Flying Bulls gehören die Flugzeuge Red Bull, und der Betrieb wird vollständig von der Organisation übernommen.

Die operative Integration von Akary fand vor zwei Monaten in Maribor, Slowenien, während des jährlichen Saison-Vorbereitungstrainings der Flying Bulls statt. Ein beeindruckendes Treffen mit fast 25 Fluggeräten (Flugzeuge und Hubschrauber), darunter die P-51 Mustang, die F4U Corsair, die P-38 Lightning sowie die Douglas DC-6.

Die North American Sabre ist der neueste Zugang zur Flying-Bulls-Flotte, zu der auch die B-25J im Hintergrund gehört. © Miro Majcen / Flying Bulls

Zuvor war ein technisches Team des österreichischen Unternehmens nach Avignon gereist, wo die Sabre stationiert war, um sie zu inspizieren, denn bei den Flying Bulls hat die Sicherheit oberste Priorität und die Wartungsstandards sind besonders hoch. Und die österreichischen Mechaniker waren beeindruckt: „Sie konnten nicht verstehen, wie ich es geschafft hatte, ganz allein über all die Jahre hinweg ein solches Wartungsniveau aufrechtzuerhalten!“, erzählt der französische Pilot. Tatsächlich hat Akary, abgesehen von gelegentlicher Hilfe durch Verwandte, sieben Jahre lang ganz allein dafür gesorgt, dass seine Sabre flugtauglich blieb.

Logistische Erleichterung für den Piloten

Für Akary bedeutet diese Eingliederung in die Flying Bulls daher auch eine logistische Erleichterung, da die Wartung der Sabre künftig den Mechanikern der Flying Bulls anvertraut wird. Der Pilot kann sich somit stärker auf das Fliegen und die Flugvorführung mit seinem Flugzeug konzentrieren, das er zwar in- und auswendig kennt, über das er aber noch mehr erfahren möchte: „Man braucht ein ganzes Leben, um alles über dieses Flugzeug zu lernen“, fasst er zusammen.

Ein heikles Thema: Wird sich die Lackierung der Sabre ändern? Fans können beruhigt sein: Der historische Jet-Fighter behält seine derzeitige Lackierung. Eine Umgestaltung in den Farben von Red Bull steht derzeit nicht zur Debatte. „Diese Lackierung ist historisch und sogar viel seltener als die Sabre-Modelle in Aluminiumoptik mit US-Hoheitsabzeichen, betont Fred Akary. Einziges sichtbares Zugeständnis: ein dezenter Hinweis auf die Website der Flying Bulls unter dem Cockpit und ein Helm in den Farben des österreichischen Getränkekonzerns.

Eine gründliche Flugvorbereitung gehört zu jedem Flug, auch wenn Fred Akary die F-86 Sabre in- und auswendig kennt. © Miro Majcen / Flying Bulls

Dennoch werden französische Fans die Sabre in Frankreich nicht öfter zu sehen bekommen. „Nicht öfter als zuvor“, antwortet Fred Akary sogar nüchtern. Tatsächlich haben die französischen Vorschriften und die oft knappen Budgets der Flugshow-Organisatoren seit mehreren Jahren die Auftritte der F-86 am französischen Himmel stark eingeschränkt. Im Jahr 2025 war der Jet nur in Orange und Le Bourget zu sehen, da der Großteil seiner Vorführungen in England stattfand.

Der Terminkalender für 2026 bestätigt diesen Trend mit einer starken Präsenz der Sabre jenseits des Ärmelkanals: Duxford, RIAT, Cosford, Headcorn, Eastbourne und Shuttleworth stehen bereits auf dem Programm. Außerdem wird die Sabre beim Meeting zum 100-jährigen Jubiläum der schwedischen Luftstreitkräfte (22.–23. August) und beim Meeting in Sanicole in Belgien (12.–13. September) dabei sein. Während Fred Akary die Saison 2026 noch selbst organisiert hat, werden die Flying Bulls anschließend die vollständige Koordination der Airshow-Termine 2027 übernehmen. Eine Saison, die sich für den französischen Piloten und seine F-86 Sabre bereits als „besonders ambitioniert“ ankündigt.

 

 

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