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Die Bundeswehr plant den Kauf neuer Airbus A400M

Eine Nachricht, die in den letzten Tagen national wie international viel Beachtung fand: Die Bundeswehr beabsichtigt 16 neue Transportflugzeuge A400M bei Airbus zu bestellen, um die bisherige Flotte den aktuellen Erfordernissen anzupassen.

5.10.2026

Die 16 A400M der Variante Logistischer Lufttransport sollen nach Ersatz durch neue taktische A400M verkauft werden. © Carsten Vennemann

Dabei geht es nicht um eine Aufstockung der aus 53 Maschinen bestehenden A400M-Flotte der Luftwaffe, sondern um Anpassung der Fähigkeiten an die aktuelle Bedrohungslage. Konkret: 16 A400M der Version Logistischer Lufttransport sollen in entsprechender Anzahl gegen neue A400M der Version Taktischer Lufttransport ausgetauscht werden. Das kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius während eines Besuchs im Airbus-Werk Bremen Ende September gegenüber der Belegschaft an.

Airbus A400M der Luftwaffe

Die Überlegungen, logistische Flugzeuge schrittweise durch neue taktische zu ersetzen, sind laut Pistorius sehr konkret und man befinde sich mit Airbus bereits in sehr guten Gesprächen. Erste Vermutungen über eine mögliche Nachbeschaffung kamen bereits im Juli auf, als der Haushaltsausschuss des Bundestages die Aufstockung bestehender Verpflichtungsermächtigungen für das A400M-Programm bis 2032 von rund 1,4 Milliarden Euro auf nunmehr 3,59 Milliarden Euro genehmigte. Damit die konkreten Überlegungen am Ende in die Realität umgesetzt werden können bedarf es jedoch noch der Zustimmung des Bundestages. Sowohl die Einbringung der entsprechenden Vorlage zur beabsichtigten Nachbeschaffung als auch die parlamentarische Entscheidung dazu stehen noch aus.

Anpassung an aktuelle Lage

Als die Bundeswehr 2003 den Kaufvertrag über zunächst 60 Transportflugzeuge Airbus A400M unterzeichnete, galten andere sicherheitspolitische Rahmenbedingungen als heute. Der Auftragsschwerpunkt der Bundeswehr lag im Wesentlichen im internationalen Krisenmanagement denn auf Landes-/Bündnisverteidigung. Das spiegelt sich auch in der ursprünglichen Bestellung der A400M wider. So sollten damals bereits von den 60 Maschinen lediglich 24 A400M als taktischer Transporter ausgeliefert werden, was als ausreichend für die Unterstützung von Auslandseinsätzen bewertet wurde.

Auch die im Jahr 2011 vorgenommene Stückzahlreduzierung auf 53 Transportflugzeuge, von denen die Bundeswehr anfangs nur 40 selber nutzen wollte, sah weiterhin nur 24 A400M als taktische Transportflugzeuge vor. Der NATO-Gipfel von Wales 2014, dessen wesentliches Ergebnis die Rückbesinnung der NATO auf Landes- und Bündnisverteidigung war, leitete eine Trendwende ein. So wurde 2018 nicht nur entschieden, zukünftig alle 53 bestellten Flugzeuge zu nutzen, auch die Anzahl der taktischen Transportflugzeuge sollte von 24 auf nunmehr 37 Maschinen steigen.

Im Dezember 2020 gab das Bundesministerium der Verteidigung bekannt, die Anzahl der taktischen A400M nochmals auf 45 Flugzeuge anheben zu wollen. Daraus wird ersichtlich, dass über die letzten Jahre hinweg stetig eine planerische Anpassung an die sicherheitspolitische Lage und somit an den Kernauftrag der Bundeswehr vorgenommen wurde. Die nun von Pistorius bekanntgegebene Entscheidung zur Nachbeschaffung ist daher der konsequente Abschluss dieser Überlegungen, der nicht nur eine einheitliche A400M-Flotte, sondern auch ein an die aktuelle Bedrohungslage angepasstes Fähigkeitsprofil zur Folge hat.

Die A400M-Flotte der Luftwaffe heute

Vor dem Hintergrund der ministeriellen Planungsvorgaben richtet sich der Blick natürlich auf die Realität. Wie stellt sich die A400M-Flotte der Luftwaffe derzeit dar? Bekanntermaßen sind mittlerweile alle 53 A400M an die Bundeswehr ausgeliefert – 21 in der Version Logistischer Lufttransport und 32 in der Variante Taktischer Lufttransport. AeroBuzz hatte darüber berichtet. Die letzten vier ausgelieferten A400M – alle in der Version Taktischer Lufttransport – sind bereits im aktuellen Standard STEP3 FOC. In den vergangenen zwei Jahren wurden drei logistische Transportflugzeuge zu taktischen A400M umgerüstet, was den Umfang dieser auf nunmehr 35 der avisierten 37 Flugzeuge bringt. Weitere zwei logistische A400M müssen somit noch in die Umrüstung.

24 taktische A400M sollen darüber hinaus mit einem erweiterten Selbstschutzsystem ausgerüstet werden. Die A400M der Luftwaffe in der Version Taktischer Lufttransport sind bislang überwiegend mit dem DASS (Defensive Aid Sub-System) Step 1 ausgerüstet, das aus einem Raketenwarnsystem und Täuschkörperauswurfeinrichtungen zum Ausstoß von Düppel- und Fackel-Täuschkörpern besteht. Dieses Selbstschutzsystem wird in einer zweiten Phase (Step 2) durch Einbau eines DIRCM-Systems zur Abwehr gegen Infrarot-Flugkörper erweitert. Im September letzten Jahres traf mit der 54+35 (MSN105) die erste taktische A400M mit dem erweiterten Selbstschutzsystem beim Lufttransportgeschwader (LTG) 62 in Wunstorf ein. Die Einrüstung des DIRCM in die restlichen 23 Transportflugzeuge soll 2032 abgeschlossen sein.

Nachbeschaffung hat Vorteile

Die geplante Nachbeschaffung von 16 neuen taktischen A400M bietet bei sachlicher Betrachtung viele Vorteile. So werden langwierige Umrüstzeiten vermieden, wodurch dem Geschwader mehr Flugzeuge für den laufenden Betrieb zur Verfügung stehen. Anfallende Kosten für weitere umfangreiche Umrüstmaßnahmen können sich reduzieren, oder bei entsprechender Auftragsgestaltung entfallen, da die neuen Flugzeuge in bedarfsgerechter aktueller Konfiguration produziert und ausgeliefert werden können. Dies ist hinsichtlich der DIRCM-Einrüstung ein überaus schlagkräftiges Argument. Darüber hinaus würden die neuen Transportflugzeuge bereits über eine auf 40 Tonnen erhöhte Nutzlastkapazität und sehr wahrscheinlich auch über neue taktische und strategische Fähigkeiten (Mutterschiff für Drohnen / Marschflugkörper-Träger) verfügen.

Carsten Vennemann

 

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Über Carsten Vennemann

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Carsten Vennemann ist ehemaliger Berufssoldat mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Als freier Journalist widmet er sich nun den Themen Luftfahrt und Verteidigung und veröffentlicht regelmäßig Beiträge in verschiedenen Fachmagazinen.

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