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Finnische Luftstreitkräfte feiern 40 Jahre Training auf der BAE Hawk

Der Jet-Trainer BAE Hawk steht seit 40 Jahren im Dienst der finnischen Luftstreitkräfte. Durch kontinuierliche Modernisierungen soll das Muster auch noch zwei weitere Jahrzehnte die Plattform für die Fortgeschrittenen-Ausbildung künftiger Fighterpiloten in Finnland bleiben.

16.12.2020

Zum 40-jährigen Dienstzeitjubiläum der BAE Hawk bei den finnischen Luftstreitkräften wurde eine Hawk mit einer Sonderlackierung in den finnischen Nationalfarben versehen. © Ilmavoimat

Vor genau 40 Jahren, am 16. Dezember 1980, traf der erste Jet-Trainer des Typs BAE Hawk auf dem Stützpunkt Pori der finnischen Luftstreitkräfte (Ilmavoimat) ein. Das Flugzeug war von Hawker Siddeley gebaut worden. Die Ilmavoimat hatte schon 1974 damit begonnen, einen Nachfolger für den Jet-Trainer Fouga Magister zu suchen. Fünf Kandidaten stand in der Auswahl: die britische Hawker Siddeley Hawk, die französisch-deutsche Koproduktion Alpha Jet, die schwedische Saab 105G, die italienische Aermacchi MB.339 sowie die tschechische Aatak.

Nachdem die Angebote eingegangen waren, besichtigte das finnische Bewertungsteam Ende 1975 die Werke der Hersteller, um die jeweiligen Flugzeuge zu testen. Nach der Analyse der Ergebnisse empfahl das Team die Hawk, die es als den besten Kandidaten betrachtete. Das Flugzeugmuster befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklungsphase, sodass die von den finnischen Testpiloten festgestellten Mängel in Zusammenarbeit mit dem Hersteller behoben werden konnten. Nach umfangreichen Verhandlungen wurde im Dezember 1977 beschlossen, 50 Hawk Mk 51 Jet-Trainer zu kaufen. Drei Jahre später traf das erste Exemplar in Finnland ein. Die Hawks bilden seit den 1980er Jahren das Rückgrat der Ausbildung finnischer Kampfpiloten und werden diese Rolle nach heutiger Planung auch noch 20 Jahre lang erfüllen.

Die Unterseite der sonderlackierten Hawk der finnischen Luftstreitkräfte zeigt die bisherige Dienstzeit des Musters. © Ilmavoimat

Doch die meisten der heute verwendeten Hawk stammen nicht aus dem ersten Baulos. Derzeit sind 32 vollständig modernisierte Hawk bei der Ilmavoimat im Einsatz. 16 Exemplare sind Hawk Mk 66, die Finnland 2008 von der Schweizer Luftwaffe erworben hat, bei sieben handelt es sich um Hawk Mk 51A aus dem Jahr 1993 und nur neun Hawk Mk 51 stammen aus den achtziger Jahren. Die zuletzt modernisierte Hawk Mk 51 mit dem taktischen Kennzeichen HW-340 erhielt im Rahmen ihrer Modernisierung auch einen Sonderanstrich in den finnischen Nationalfarben. Sie wurde kurz vor dem 40. Jahrestag der Ankunft der ersten Hawk in Finnland fertig. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte die finnische Kunstflugstaffel Midnight Hawks mit einer sonderlackierten Hawk an das bevorstehende Dienstzeitjubiläum des Musters aufmerksam gemacht.

Weitere Modernisierungen sind geplant

Die BAE Hawk wird nach Angaben der Ilmavoimat das mit Abstand am längsten genutzte Muster der finnischen Streitkräfte. Während sich die Upgrades des Musters in den vergangenen Jahren auf eine Modernisierung der Avionik konzentrierte, zum Beispiel durch die Integration von Bildschirmen, wurde nun ein Programm zur strukturellen Verstärkung gestartet, das die Haltbarkeit der Rumpf- und und der Flügelstruktur auch weiterhin trotz des anspruchsvollen Trainingseinsatzes gewährleistet.

Alle heute aktiven finnischen Fighterpiloten haben ihre Ausbildung auf der BAE Hawk durchlaufen.  Die modernisierten Hawks werden auch die Ausbildungsplattform für die nächsten Generation von Fighterpiloten der Ilmavoimat bilden. Finnland sucht derzeit im Rahmen seines HX-Projektes einen Nachfolger für die Boeing F/A-18 Hornet und hat die teilnehmenden Fighter im vergangenen Winter unter den harschen klimatischen Bedingungen des skandinavischen Landes getestet.

In Zusammenarbeit mit dem finnischen Patria-Konzern wird die Ilmavoimat die Ausrüstung der Hawk den Anforderungen für das künftige Training anpassen. Nach der HX-Auswahlentscheidung werden die Hawk so modernisiert, dass sie so gut wie möglich mit dem Nachfolger von Hornet kompatibel sind. Ziel ist es, künftigen Flugschülern einen reibungslosen Übergang von der Hawk zum HX-Fighter bieten.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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