Major Richard Ira Bong ist in den USA bei Enthusiasten der militärischen Luftfahrt einer der bekanntesten Piloten. Er kam im Zweiten Weltkrieg mit der Lockheed P-38 Lightning auf mindestens 40 Abschüsse japanischer Flugzeuge und ist damit der Pilot der United States Army Air Forces mit den meisten Luftsiegen. Er kam bei einem Testflug mit einer Lockheed P-80 im August 1945 ums Leben.
Richard I. Bong im Jahr 1944 vor dem Bug seiner P-38 Lightning mit dem Foto seiner Freundin und späteren Frau. © Pacific Wrecks
Im Laufe des Krieges hatte er mehrere P-38 geflogen, die ihm persönlich zugeordnet waren. Er hatte die Flugzeuge nach seiner damaligen Freundin und späteren Frau „Marge“ genannt und ihr Foto auf dem Rumpfbug aufbringen lassen.
Absturz bei einem Erkundungsflug
Eine P-38 von Major Bong war mit einem Staffelkameraden am 24. März 1944 zu einem Wettererkundungsflug in Papua-Neuguinea gestartet und geriet in dichte Wolken. Dann fiel einer der beiden Motoren aus, und das Flugzeug stürzte ab. Der Pilot überlebte und schlug sich zu US-Truppen durch. Die genaue Position des Wracks blieb unbekannt.
Die beiden Organisationen Richard I. Bong Veterans Historical Center aus Bongs Heimatstadt Superior im US-Bundesstaat Wisconsin und die ehrenamtlichen Wracksucher von Pacific Wrecks arbeiteten gemeinsam bei der Suche nach dem P-38-Wrack in Papua-Neuguinea zusammen und wurden im Mai 2024 fündig.
Große Teile des P-38-Wracks haben sich beim Absturz tief in den Boden gebohrt. Dem Pacific-Wrecks-Team gelang es mit einheimischen Helfer, eine Flügelspitze zu bergen. © Pacific Wrecks
Sie konnten das Flugzeug anhand der rot lackierten Tragflächenspitzen sowie von eingestanzten Seriennummern an Wrackteilen und einem Kühler eindeutig identifizieren. Sie veröffentlichten den genauen Fundort nicht, um zu verhindern, dass Teilejäger das Wreack plündern.
Die stark beschädigte Flügelspitze der P-38 Lightning wurde in Papua-Neuguinea von einer KC-135 der Wisconsin Air National Guard abgeholt. © Pacific Wrecks
In diesem Monat kehrte eine Delegation zum Wrack zurück und barg eine der beiden Flügelspitzen. Sie wurde am 18. Juli an Bord einer KC-135 der Wisconsin Air National Guard in die USA geflogen und beim EAA AirVenture in Oshkosh gezeigt. Jetzt soll das Wrackteil nach Superior gebracht werden, wo es dauerhaft im Richard I. Bong Veterans Historical Center ausgestellt werden soll.
Volker K. Thomalla
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