Flugsimulatoren spielen eine entscheidende Rolle für die Flugsicherheit. Sie ermöglichen es Piloten, unter realistischen Bedingungen zu trainieren und Fähigkeiten zu erwerben und zu erhalten – ohne die betrieblichen Risiken, Kosten und Umweltauswirkungen realer Flüge.
Während die Qualifizierung von Simulatoren bisher auf festen Typen und Stufen basierte, führt die EASA nun ein flexibles, leistungsorientiertes System ein. Das bedeutet, dass Simulatoren künftig anhand ihrer tatsächlichen technischen Leistungsfähigkeit und nicht mehr anhand einer traditionellen Klassifizierung bewertet werden. Im Zentrum dieser Erneuerung steht nach Angaben der EASA die sogenannte FSTD Capability Signature (FCS): eine standardisierte Methode zur Beschreibung der Fähigkeiten eines Simulators anhand spezifischer Funktionen und Realismusgrade.
Größere Technologie-Offenheit
Das neue Rahmenwerk bietet nicht nur eine modernere Klassifizierung, sondern ebnet auch den Weg für neue Technologien. Erstmals werden Qualifikationsanforderungen und Richtlinien für innovative Lösungen wie die folgenden festgelegt:
- Touchscreen-Oberflächen im Cockpit, die in modernen Flugzeugen immer häufiger zum Einsatz kommen;
- Extended-Reality-Anwendungen (XR), einschließlich Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR), die neue Möglichkeiten für realistisches und kosteneffizientes Training eröffnen.
- Eine weitere wichtige Neuerung ist die Einführung der optionalen „Task-to-Tool“-Trainingsmethodik. Diese gibt zugelassenen Ausbildungsorganisationen (ATO) und Fluggesellschaften die Freiheit, die am besten geeignete Simulationstechnologie für spezifische Trainingsziele auszuwählen. Dies bietet mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Trainingsprogrammen, ohne Kompromisse bei den Sicherheitsstandards einzugehen.
„Die Flugsimulation hat die Pilotenausbildung in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert und wird auch in der Zukunft der Luftfahrt eine zentrale Rolle spielen“, sagte Francesco Gaetani, der Direktor für Flugstandards bei der EASA.
„Der neue Rahmen schafft ein modernes und flexibles System, das sich daran orientiert, was Trainingsgeräte tatsächlich leisten können, anstatt an ihrer herkömmlichen Klassifizierung festzuhalten. Er fördert Innovationen, ermöglicht die Integration neuer Technologien in die Ausbildung und trägt dazu bei, dass Piloten auch in einem sich wandelnden Luftfahrtumfeld weiterhin eine effektive und qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten.“
Um einen reibungslosen Übergang zum neuen Rahmenwerk zu gewährleisten, hat die EASA ein umfassendes Programm zur Unterstützung der Umsetzung eingerichtet. Dieses beinhaltet unter anderem ausführliche Leitfäden; einen Umsetzungsleitfaden sowie eine Reihe von Workshops, die von Ende 2026 bis Ende 2027 stattfinden.
Die erste allgemeine Informationsveranstaltung ist für den 15. Dezember 2026 am EASA-Hauptsitz in Köln geplant.
Bob Fischer
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