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Lufthansa einigt sich mit Piloten über Sparmaßnahmen

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Lufthansa haben sich über kurzfristige Sparmaßnahmen zur Eindämmung der Folgen der Coronakrise geeinigt. Aber der Streit schwelt weiter, denn die Vereinbarung hat nur eine Laufzeit bis Ende dieses Jahres.

20.08.2020

Parkende Lufthansa-Flugzeuge: Bis die Flotte der Lufthansa wieder komplett benötigt wird, werden einige Jahre vergehen. © Lufthansa

Die Folgen der Coronakrise belasten die Lufthansa schwer. Nicht nur die Passagiere bekommen dies durch nicht erfolgte Rückzahlungen von Tickets stornierter Flüge zu Tausenden zu spüren, auch das Personal und die Zulieferer der Kranich-Airline sollen Beiträge zur Bewältigung der Krise der Fluggesellschaft leisten. Nun hat sich das Management der Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf Sparmaßnahmen des Cockpitpersonals geeinigt. Zwar ist diese Einigung ein erster wichtiger Schritt für die beiden Tarifpartner, allerdings gilt die jetzige Einigung nur bis zum Ende dieses Jahres, also gerade einmal 133 Tage!

Zu den vereinbarten Maßnahmen gehört eine Reduzierung der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes sowie der Arbeitgeberbeiträge zur Dotierung der Altersversorgung ab nächstem Monat. Außerdem wird die für 2020 vereinbarte Tariferhöhung auf den Januar 2021 verschoben. Dafür schließt die Airline bis zum 31. März 2021 betriebsbedingte Kündigungen für die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Aviation Training sowie Teile der Germanwings aus.

Längerfristige Einigung gesucht

Die verbliebenen Wochen wolle man nutzen, um einen längerfristigen Krisentarifvertrag zu verhandeln, teilten sowohl die Lufthansa als auch die VC mit. Die Lufthansa schlägt vor, in einem langfristigen Krisenpaket die Kosten des Personalüberhangs beispielsweise durch eine entsprechende Arbeitszeit- und Gehaltsabsenkung für den Zeitraum der Krise zu kompensieren.

VC-Präsident Markus Wahl ließ in einer Stellungnahme keinen Zweifel an der Position seiner Gewerkschaft aufkommen. Er sagte: „Wir weisen die Drohung von Lufthansa, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen, klar zurück. Nach unserer Auffassung muss eine Sozialpartnerschaft gerade auch in schlechten Zeiten zeigen, wie belastbar sie ist. Die Pilotinnen und Piloten sind bereit, einen spürbaren Beitrag zu leisten, um das gesamte Cockpitpersonal an Bord zu halten. Der Erhalt der Arbeitsplätze hat weiterhin oberste Priorität. Die VC steht in diesen schwierigen Zeiten hinter der Lufthansa. Umgekehrt erwarten wir vom Konzernvorstand, dass er ebenso hinter allen Beschäftigten steht.“ 

Die jetzige Einigung verschafft den Parteien eine Verschnaufpause. Der Konflikt ist aber nur um 133 Tage verschoben und noch lange nicht gelöst.

Volker K. Thomalla

 

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