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Beechcraft adoptiert die Turboprop-Single Cessna Denali

Die bislang bei Cessna beheimatete, neue Turboprop-Einmot Denali hat ein neue Familie gefunden: Sie wird künftig von Textron Aviation unter dem Markennamen Beechcraft Denali vermarktet. Der Hersteller hofft auf Synergie-Effekte mit der King Air Familie. Der Erstflug des Flugzeugs ist nun „vor Ende dieses Jahres“ angestrebt.

23.07.2021

Der erste Denali-Prototyp hat im Juli 2021 sein von GE Aviation entwickeltes Catalyst-Turboprop-Triebwerk erhalten. © Textron Aviation

Eigentlich hätte sie schon lange fliegen und zugelassen sein sollen. Doch der langsame Fortschritt bei der Entwicklung des komplett neuen Turboprop-Triebwerks Catalyst von GE Aviation hat die Planungen des Hersteller Textron Aviation aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas für seine neue Turboprop-Single Cessna Denali zunichte gemacht. Jetzt soll es allerdings klappen, und Textron Aviation hat den Erstflug für die neue Einmot noch vor Ende dieses Jahres angekündigt.

Überraschenderweise wird die Denali (benannt nach dem höchsten Berg in Nordamerika) künftig aber nicht mehr unter dem Markennamen Cessna auftreten, sondern als Beechcraft Denali. Im Rahmen einer Neuausrichtung seines Flugzeugportfolios wandert die Denali von Cessna zu Beechcaft.

Ron Draper, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Textron Aviation, begründete den Markenwechsel des Musters: „Die Beechcraft Denali repräsentiert unsere fortgesetzte Strategie, in saubere und aktuelle Produkte unserer beiden legendären Marken Beechcraft und Cessna zu investieren. Beechcraft Turboprops sind bekannt für ihre Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit, und die einmotorige Denali ist eine perfekte Ergänzung dieser legendären Produktfamilie. Piloten und Passagiere werden das Flugzeug für seine erweiterten Fähigkeiten und die innovative Technologie schätzen.“

Gleiches Flugzeug, andere Marke: Die Cessna Denali firmiert künftig unter der Bezeichnung Beechcraft Denali. © Textron Aviation

Die Beechcraft Denali ist nach Angaben des Herstellers so konstruiert, dass sie ihre Mitbewerber mit prognostizierten niedrigeren Betriebskosten, Garmin G3000-Avionik und der größten Kabine in ihrer Klasse übertrifft. Sie ist für eine Reisegeschwindigkeit von 285 Knoten bei einer vollen Treibstoffzuladung von 499 Kilogramm ausgelegt und hat eine Reichweite von 1.600 nautischen Meilen (2.963 Kilometer) bei hoher Reisegeschwindigkeit mit einem Piloten und vier Passagieren.

Textron Aviation teilte mit, dass das Entwicklungsprogramm der Denali in den letzten sechs Monaten mehrere Meilensteine erreicht habe. Anfang dieses Monats sei das erste GE Aviation Catalyst-Triebwerk in die erste Denali-Prototyp-Zelle eingebaut worden und das Triebwerk zum ersten Mal gestartet worden. Die Triebwerksprüfläufe werden für August erwartet, gefolgt von einem Erstflug des Flugzeugs später in diesem Jahr. Nach heutiger Planung rechnet das Unternehmen mit der Zulassung der Denali im Jahr 2023.

Zulassung ist für 2023 geplant

Textrons Technik-Vorstand Chris Hearne sagte: „Wir machen bemerkenswerte Fortschritte beim Entwicklungsprogramm des Flugzeugs. Wir haben bereits eine Reihe wichtiger Meilensteine erreicht, und in den nächsten Monaten wird es eine Menge Aktivitäten geben, während unser Team die Denali auf ihren Erstflug vorbereitet.“

Das Cockpit der Denali ist mit der intuitiven Avioniksuite Garmin G3000 mit hochauflösenden und Touchscreen-Bedienelementen ausgestattet. Ein integriertes Garmin Autothrottle-System gehört nun zur Standardausstattung, das mit dem Automatic Flight Control System (AFCS) und dem Flight Management System (FMS) zusammenarbeitet, um eine einfache Geschwindigkeitskontrolle in allen Flugzuständen vom Start bis zum Aufsetzen zu ermöglichen. Zu den weiteren Merkmalen des G3000 gehören ein 10-Zoll-Wetterradar, Advanced Terrain Awareness Warning Systems (TAWS) und Dual-Transponder mit ADS-B-Funktionen (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast), die den neuesten Anforderungen der Flugsicherung entsprechen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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