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Bombardier hat den Challenger 3500 gelauncht

Bombardier hat den Challenger 350 weiterentwickelt und nennt die modernisierte Version nun Challenger 3500. Die Änderungen betreffen in erster Linie die Systeme und die Kabine. Die Zulassung strebt der Hersteller für 2022 an.

15.09.2021

Bombardier hat den Challenger 3500 am 14. September 2021 mit einer Zeremonie in Montreal erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. © Bombardier

Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier hat den Super Midsize Jet Challenger 350 überarbeitet und gestern in modernisierter Form als Challenger 3500 mit einer Zeremonie in Montreal erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei zeigte der Hersteller ein Kabinen-Mock-up, da die Änderungen vor allem die Systeme und die Kabine des 20,9 Meter langen Jets betreffen. Bei den Triebwerken setzt der Hersteller weiterhin auf die HTF7350-Turbofans von Honeywell Aerospace, die einen maximalen Startschub von 7.323 lbs (33 kN) liefern und den Jet auf eine maximale Flughöhe von 45.000 ft (13.716 Meter) steigen lassen. Gesteuert werden die Triebwerke von einem serienmäßig installierten Autothrottle-System, welches der Cockpitcrew die Arbeit erleichtert.

Bombardier Challenger 3500

Die Konstrukteure haben den Druck in der Kabine weiter erhöht, so dass die Insassen bei einer Reiseflughöhe von 41.000 Fuß (12.497 Meter) nun einen Kabinendruck erleben, der dem Außendruck in 4.850 Fuß (1.478 Meter) entspricht. Das ist für die Insassen weniger ermüdend. Beim Challenger 3500 können die Passagiere einige Kabinenfunktionen wie Beleuchtung, Temperatur und das Infligzt-Entertainment System erstmalig in einem Business Jet per Sprachsteuerung kontrollieren. In der Kabine finden sie für das Aufladen ihrer persönlichen elektronischen Geräte wie Smartphones oder Tablets Flächen zum induktiven Laden ohne Kabel.

Der Hersteller hat beim Challenger 3500 stärker als je zuvor an das Thema Nachhaltigkeit gedacht. Das Portfolio der Materialien, aus denen die Kunden für ihre individuellen Ausstattungswünsche wählen können, ist um nachhaltige Materialien erweitert worden. Die Flugerprobung soll weitestgehend mit nachhaltig produziertem Treibstoff SAF (Sustainable Aviation Fuel) erfolgen, den der Hersteller von World Fuel Services bezieht. Auch erstellt Bombardier ein EPD (Environmental Product Declaration), also ein Umweltgutachten, in dem die Auswirkungen des Flugzeugs über seine gesamte Lebensdauer auf die Umwelt dargestellt werden. Bislang hat nur das Bombardier-Flaggschiff Global 7500 ein solches EPD.

Keine Änderung beim Preis

Éric Martel, der Hauptgeschäftsführer (CEO) und Präsident von Bombardier, sagte: „Wir sind begeistert, ein Geschäftsreiseflugzeug auf den Markt bringen zu können, das alle Bestseller-Elemente der Challenger-Plattform aufweist – beeindruckende Leistung, beständige Zuverlässigkeit, einen außergewöhnlich ruhigen Flug –  und gleichzeitig das Kabinenerlebnis für unsere Kunden aufwertet.  Aufbauend auf dem Erfolg der unübertroffenen Kabine des Global 7500 Business Jets steht beim Challenger 3500 das im Vordergrund, was unsere Kunden am meisten schätzen: ein wirklich außergewöhnliches Kabinenerlebnis.“

Auch beim Preis ändert Bombardier nichts: Der Challenger 3500 wird ebenfalls für 26,7 Millionen US-Dollar, umgerechnet 22,59 Millionen Euro, angeboten. Das ist auch der Preis, der auf dem Preisschild der bisherigen Version Challenger 350 steht. Bombardier strebt die Zulassung und die Übergabe des überarbeiteten Musters an den Erstkunden für die zweite Jahreshälfte 2022 an.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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