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Fernand François, der Vater der EBACE (1933 – 2024)

Die Geschäftsluftfahrt in Europa hat mit Fernand François, dem früheren Geschäftsführer der European Business Aviation Association (EBAA) und Gründer des Luftfahrtmagazins BART International einen langjährigen Befürworter und aktiven Promoter verloren.

15.03.2024

Fernand François hat die Geschäftsluftfahrt-Messe EBACE ins Leben gerufen. © Volker K. Thomalla

Fernand François, der frühere Geschäftsführer der EBAA (European Business Aviation Association) sowie der Gründer und Herausgeber des englischsprachigen Geschäftsluftfahrtmagazins BART International, ist Anfang dieses Monats in seiner Wahlheimat im US-Bundesstaat Arizona gestorben. Er hätte Ende März seinen 91. Geburtstag gefeiert.

Der gebürtige Belgier Fernand François hatte eine Ausbildung als Grafikdesigner an der Akademie der Künste in Brüssel absolviert und eine Werbeagentur gegründet. So kam er in Kontakt mit der Luftfahrt. 1970 erwarb er seine Privatpiloten-Lizenz und blieb seitdem immer der Luftfahrt treu. Er gründete schon 1972 Avianews, zunächst als Newsletter, der sich aber schnell zu einer eigenen Zeitschrift entwickeln sollte.

1988 gründete er mit BART International eine auf die Business Aviation spezialisierte, englischsprachige Zeitschrift, die der Autor dieser Zeilen von 2016 bis 2020 als Chefredakteur leiten durfte.

François wurde 1993 zum Chief Executive Officer (CEO) der EBAA ernannt, die seinerzeit keine bedeutende Rolle spielte. Er erkannte die Bedeutung der europäischen Dimension für die Business Aviation und belebte in seiner zwölfjährigen Amtszeit den Verband. Er legte den Grundstein, um die EBAA in diese Position zu führen, die sie heute auf europäischer, politischer Ebene innehat.

Er hat den Grundstein für die Bedeutung der EBAA gelegt

Fernand François hat auch die EBACE gegründet. Es war seine Idee, ein Forum für die Geschäftsluftfahrt in Europa ins Leben zu rufen. Was als überschaubares Event in einem Schlosshotel bei Brüssel begann, ist heute als EBACE in Genf die größte Messe für die Business Aviation nach der NBAA-BACE in den USA und ein weltweit bedeutendes Ereignis für die Branche. Als Informations- und Kommunikationsplattform für die europäische Geschäftsluftfahrt ist die EBACE heute nicht mehr wegzudenken. Die erste EBACE in Genf fand 2001 statt und Fernand François war stolz darauf, was aus der vom ihm gegründeten Veranstaltung geworden ist. Die 23. Ausgabe der Messe wird vom 28. bis zum 30. Mai dieses Jahres in Genf ausgerichtet.

Holger Krahmer, der Generalsekretär der EBAA, äußerte sich zum Tod von Fernand François mit den Worten: „Die EBAA verdankt Fernand François sehr viel. Sein Vermächtnis wird uns leiten und unser Engagement für die Stärkung der EBAA als führender Geschäftsluftfahrtverband in Europa beflügeln. Indem wir in seine Fußstapfen treten, verpflichten wir uns, seine Vision von der Geschäftsluftfahrt als einem unverzichtbaren Geschäftsinstrument, das wirtschaftliche Chancen und gesellschaftlichen Wert schafft, weiterzuverfolgen.“

Fernand François wurde für seine Verdienste mehrfach geehrt. Er arbeitete viel, genoss aber auch das Leben und hatte einen feinen, tiefgründigen Humor. Er suchte bei Konflikten immer einen Ausgleich und war ein Freund der direkten Kommunikation. Er war ein großer Fan der Vereinigten Staaten und lebte seit Jahren mit seiner Frau in seiner Wahlheimat in Arizona. 2017 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Er war bis zuletzt ein aufmerksamer Beobachter der Branche, die er über so viele Jahre mitgeprägt hat.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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