Homepage » Business Aviation » Pilatus Aircraft trotzt der Pandemie

Der Schweizer Flugzeughersteller Pilatus Aircraft hat das vergangene Jahr hervorragend gemeistert. Der Umsatz lag fast auf Vorjahresniveau, das Betriebsergebnis sogar leicht über dem von 2019. Oscar J. Schwenk, der Verwaltungsratspräsident des Unternehmens, hat angekündigt, sich in diesem Sommer aus der Geschäftsführung zurückzuziehen.

23.04.2021

Pialtus Aircraft hat 2020 82 Turboprop-Flugzeuge des Typs PC-12 an Kunden übergeben können. © Pilatus Aircraft

An das Jahr 2020 werden sich auch noch künftige Generationen auf der ganzen Welt als das Jahr der Covid-19-Pandemie zurückerinnern. Auch der Schweizer Flugzeughersteller wird sich an 2020 erinnern, aber anders als viele andere Firmen aus der Branche, denn der Hersteller hat sich als äußerst widerstandsfähig erwiesen und gute Ergebnisse erwirtschaftet. „Zwar agierten die Flugzeugkunden während vier bis sechs Wochen zurückhaltend, doch danach kehrten sie wider Erwarten mit einer umso stärkeren Nachfrage zurück. Die größte Herausforderung war demnach nicht nur der Umgang mit der Pandemie an sich, sondern insbesondere die Suche nach Antworten auf die unterbrochenen Lieferketten und die drohenden Verzögerungen in der Fertigung“, teilte Pilatus Aircraft nun mit.

Blick in die neue Strukturmontagehalle von Pilatus Aircraft in Stans. © Pilatus Aircraft

Insgesamt lieferte das Unternehmen 129 Neuflugzeuge aus. Das waren fünf weniger als 2019. Der Modellmix teilt sich wie folgt auf: PC-12: 82 (Vorjahr 83), PC-21: 6 (Vorjahr 11), PC-24: 41 (Vorjahr: 40). Besondere Highlights des Jahres waren die Erstauslieferung der ersten Flugzeuge der neuen PC-12-Generation PC-12 NGX sowie die Übergabe der 100. PC-24 – weniger als drei Jahre nach der Erstauslieferung – sowie die Bestellung von 24 PC-21 durch die spanischen Luftstreitkräfte. Dadurch schaffte es das Unternehmen, den Jahresumsatz zum fünften Mal in Folge über der Marke von einer Milliarde Franken zu platzieren. Er lag 2020 bei 1,1 Milliarden Schweizer Franken.

Leichter Rückgang des Personals

Der Bestelleingang erreichte 836 Millionen Franken und lag damit deutlich unter dem der vergangenen Jahre. Im Auftragsbuch stehen trotzdem feste Bestellungen in Höhe von 1,7 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis wuchs trotz der schwierigen Rahmenbedingungen auf 155 Millionen Schweizer Franken nach 153 Millionen Franken im Jahr zuvor.

Die Mitarbeiterzahl des Unternehmens lag mit 2.196 leicht unter der des Vorjahres, 92,1 Prozent aller Pilatus-Mitarbeiter arbeiten in der Schweiz, das ist rund ein Prozent weniger als Ende des Vorjahres.

Der Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk kommentierte das Geschäftsergebnis 2020 mit den Worten: „Wir haben ein herausforderndes Jahr mit Bravour überstanden. Die operative Führungscrew unter der Leitung von CEO Markus Bucher hat hervorragende Arbeit geliefert. Das Überstehen des Corona-Jahres mit einem solchen Spitzenergebnis hat bewiesen, dass Pilatus ein kerngesundes Unternehmen mit einer nachhaltigen Strategie ist, welche alle kompromisslos verfolgen.“ Er nutzte die Bekanntgabe des Ergebnisses, um seinen Rückzug aus der Geschäftsführung des Unternehmens bekanntzugeben: „Auch deshalb habe ich entschieden, das Verwaltungsratspräsidium jetzt in neue Hände zu übergeben. Anlässlich der kommenden Generalversammlung vom Juni 2021 werde ich mich nicht mehr zur Wahl zur Verfügung stellen. Ich bleibe dem Unternehmen aber weiterhin treu, mehr dazu nach der Generalversammlung.“

Mit Hansueli Loosli gibt bereits einen designierten Nachfolger, der der Generalversammlung zur Wahl vorgeschlagen wurde. Mit der Wahl eines neuen Verwaltungsratspräsidenten wird dann eine Ära bei Pilatus zu Ende gehen und eine neue beginnen. So gesehen wird man sich bei Pilatus auch in Zukunft sicher an das Jahr 2021 erinnern.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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