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Archer Aviation stellt eVTOL-Flugtaxi Midnight vor

Das eVTOL-Air-Taxi-Start-up Archer Aviation hat die Serienversion seines elektrisch angetriebenen Flugtaxis Midnight präsentiert. Das Fluggerät wird von einem Piloten geflogen und bietet vier Passagieren Platz. 2025 will der Hersteller die ersten Strecken mit dem Fluggerät mit Fluggästen befliegen.

17.11.2022

Der Hersteller Archer Aviation hat am 17. November 2022 das Produktionsmodell seines eVTOL-Flugtaxis namens Midnight vorgestellt. © Archer Aviation

Der Flugtaxi-Entwickler Archer Aviation aus Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien hat heute bei einem Tag der Offenen Tür in Palo Alto das Serienmodell seines elektrisch angetriebenen, senkrecht startenden und landenden (eVTOL) Air Taxis präsentiert. Das Unternehmen wird das von zwölf Elektromotoren angetriebene Fluggerät unter dem Namen Midnight (deutsch: Mitternacht) vermarkten.

Archer Aviation Midnight

Das Fluggerät ist für einen Piloten und vier Passagiere ausgelegt. Der jetzige Programmfahrplan sieht eine Zulassung der Midnight durch die US-Luftfahrtbehörde FAA im Jahr 2024 und den Beginn des gewerblichen Flugbetriebs im Jahr 2025 vor.

Als Nutzlast haben die Konstrukteure „über 1.000 pounds“ (umgerechnet 453 Kilogramm) berechnet. Die Reichweite ist noch nicht so richtig überzeugend, denn Archer Aviation teilte mit, dass Midnight für Trips zu 20 Meilen (32 Kilometer) entfernten Zielen und zurück optimiert sei. Die Ladezeit zwischen zwei Umläufen belaufe sich auf zehn Minuten.

Sensationell kurze Ladezeit angestrebt

Archer Aviation geht davon aus, dass Midnight in einer Reiseflughöhe von 2.000 Fuß (umgerechnet 610 Meter) fliegen werde. Dabei sei am Boden nur ein Geräusch von etwa 45 dB(A) wahrnehmbar. Die vorderen sechs der zwölf elektrischen Antriebseinheiten von Midnight können für den Geradeausflug nach vorne gekippt und für Start und Landung in eine vertikale Position gekippt werden. Dadurch vermeidet der Hersteller hohe Geschwindigkeiten der einzelnen Propellerblätter, was sich positiv auf die Geräuschentwicklung auswirkt.

Archer Aviation will mit Midnight das Fliegen möglichst nachhaltig gestalten und – wo immer es möglich ist – für das Laden der Batterien erneuerbare Energie nutzen. Auch bei der Materialwahl haben die Konstrukteure auf Nachhaltigkeit geachtet. So sind beispielsweise die Sitze aus Flachs (Leinenfasern), einer Pflanze, die mit wenig Wasser auskommt und viel CO2 speichert. In anderen Bauteilen kämen Recycling-Materialien beispielsweise aus Plastikflaschen zum Einsatz.

In dieser Woche hatte Archer Aviation bereits mitgeteilt, dass die Standortwahl für das Werk der Midnight-Produktion in Covington östlich von Atlanta im US-Bundesstaat Georgia entschieden wurde. Dort werde ein 32.500 Quadratmeter großer Komplex entstehen, der eine Kapazität von 650 Fluggeräten pro Jahr habe, so das Unternehmen. Das Werk soll in der ersten Jahreshälfte 2024 fertig sein. Archer will in den nächsten zehn Jahren in Covington 118 Millionen US-Dollar investieren. Das Werk könne bei Bedarf auf 51.000 Quadratmeter erweitert werden und habe dann eine Fertigungskapazität von 2.300 eVTOL Air Taxis pro Jahr.

Adam Goldstein, der Gründer und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Archer Aviation, sagte bei der Vorstellung von Midnight: „Vom ersten Tag an bestand die Strategie von Archer darin, den effizientesten Weg zur Kommerzialisierung von eVTOL-Fluggeräten zu finden. Wir glauben, dass unsere Strategie und die Fähigkeit unseres Teams, sie umzusetzen, uns eine führende Position auf dem Markt verschafft. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass wir das erste Unternehmen sein werden, das ein eVTOL-Flugtaxi in den Vereinigten Staaten von der FAA zertifiziert bekommt.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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