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Militärluftfahrtmuseum Zeltweg: Heimat des Goldenen Drachenritters

Wer sich für die gesamte Historie der österreichischen Luftstreitkräfte interessiert, muss in die Steiermark reisen. Dort, am Fliegerhorst Hinterstoisser nahe Zeltweg im Murtal, präsentiert das Militärluftfahrtmuseum eindrucksvolle Exponate der letzten 100 Jahre.

23.05.2026

Das Militärluftfahrtmuseum Zeltweg befindet sich in einem historischen Hangar auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg. © Ralf Kurz

Seit 2012 fungiert die Sammlung in Zeltweg als Außenstelle des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien. Im historischen Hangar 8 werden über 25 Exponate österreichischer Militärluftfahrt gezeigt.

In der Hallenmitte offenbart sich Besuchern ein Highlight des europäischen Flugzeugbaus: Zwei Saab 35 Draken in attraktiven Sonderlackierungen ziehen sofort das Interesse auf sich. Bei diesem schwedischen Kampfflugzeug handelt es sich um den ersten in Serie gebauten Überschalljet in Europa. Mit seinen markanten Doppel-Delta-Flügeln erzielte die einstrahlige Draken die doppelte Schallgeschwindigkeit (Mach 2).

Während des Kalten Krieges diente der Fighter vorwiegend als Abfangjäger, fand jedoch auch als Bomber und Aufklärer Verwendung. Aufgrund seiner Flügelkonstruktion besitzt der Jet hervorragende Langsamflugeigenschaften, um auf sehr kurzen Pisten landen zu können.Von 1955 bis 1974 wurden 612 Exemplare im Werk in Linköping gebaut. In den Export gingen 51 Maschinen nach Dänemark, sowie 48 Einheiten nach Finnland, davon zwölf als reine Bausätze.

Österreich nutzte Flugzeuge aus dem Westen, dem Ostblock und von neutralen Staaten

Die Alpenrepublik Österreich erwarb 1987 insgesamt 24 gebrauchte Modelle, die nach einer Generalüberholung in Schweden unter der Typenbezeichnung Saab 35OE geliefert wurden. Sie dienten als zentrales Element der Luftraumüberwachung mit dem Namen „Goldene Haube“. Erst nach einer Änderung des Staatsvertrages konnten sie 1993 mit dem Flugkörper Sidewinder nachgerüstet werden. Bei den beiden im Museum gezeigten Saab J 35OE handelt es sich um die beiden einzigen Exemplare, welche in einer auffälligen Sonderlackierung flogen.

Diese Draken wurde zur Verabschiedung der letzten Saab Draken aus dem Dienst des Bundesheeres mit ihrer Sonderlackierung versehen. © Ralf Kurz

Der Fighter mit Kennung 08 trägt die rote Ostarrichi Draken Bemalung aus Anlass der 1000-Jahr-Feier von Österreich im Jahr 1996. Denn 996 wurde das Land unter Kaiser Otto III erstmals urkundlich erwähnt. Daneben glänzt die Schwestermaschine mit der Kennung 21 im goldschwarzen Anstrich der Dragon Knights. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung ehemaliger Saab 35 Piloten der vier Betreiberstaaten. Während auf dem schwarzem Rumpf ein goldener Drachenkopf prangt, ziert das Seitenleitwerk ein stilisiertes Ritter-Symbol. Grund für die Motivgestaltung war die feierliche Verabschiedung der letzten Draken auf dem Stützpunkt Zeltweg im November 2005.

Neben dem Duo präsentiert sich eine dritte Saab J 35OE mit der Kennung 12 als weiteres Highlight. Es ist die einzige Draken weltweit, bei der sich Besucher ins Cockpit setzen können um für Erinnerungsfotos zu posieren. Außerdem ermöglicht dessen durchsichtiger Rumpf einen Blick ins sonst verborgene Innenleben dieses ikonischen Flugzeugmusters. Hinsichtlich der Registrierung seiner Luftfahrzeuge setzt das österreichische Bundesheer auf eine alphanumerische Kennzeichnung. Sie informiert über Aufgabenstellung, Einsatzverband sowie fortlaufende  Flottennummer hinter dem Bindestrich. Die einzige Ausnahme bildeten die Saab 35OE mit lediglich einem zweistelligen Zifferncode. Angeblich sollte dadurch im tatsächlichen Einsatzfall die Kommunikation während eines Luftkampfes erleichtert werden.

Der Fliegerhorst in Zeltweg ist auch regelmäßig Gastgeber und Co-Veranstalter der Airshow Airpower. Bei der Airpower 2024 zeigte sich die Austrian Air Force mit zwei Lockheed C-130K Hercules, sowie vier Eurofighter Typhoon im Flugprogramm. Besucher der nächsten Airpower Anfang September 2027 sollten die Gelegenheit nutzen, einen Blick in das Militärluftfahrtmuseum zu werfen. Wo sonst stehen schon drei Saab 35 Draken in einem Hangar?

Ralf Kurz

 

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Über Ralf Kurz

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Mein Name ist Ralf Kurz und ich wurde 1958 in München geboren. Seit der Kindheit fasziniert mich die Fliegerei. Meinen Traumjob, Pilot zu werden, konnte ich nicht realisieren. Nebenberuflich arbeite ich als freier Luftfahrtjournalist. In den letzten drei Jahrzehnten wurden über 90 Artikel und Reisereportagen in deutsch- und englischsprachigen Fachmagazinen von mir publiziert. Schwerpunkt sind dabei kleinere Airlines in exotischen Ländern, welche bei uns unbekannt sind. Zudem bin ich Mitglied der deutschen Sektion von MAF, einem christlichen Flugdienst, der rund 120 Kleinflugzeuge in 27 Staaten betreibt. Zwecks Erstellung von Fotoreportagen über unsere MAF-Projekte führten mich Reisen nach Amazonien, Angola, Bangladesch, Lesotho, Madagaskar, Mosambik, Mongolei, Neuguinea, Osttimor, Suriname und Uganda. Alles geschah auf eigene Kosten in meiner Freizeit, verwendet wird ausschließlich selbst erstelltes Fotomaterial.

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