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Die Cessna SkyCourier ist zum ersten Mal geflogen

Trotz der Coronakrise hat Textron Aviation den Erstflug der Cessna 408 SkyCourier gestern in Wichita im US-Bundesstaat Kansas geschafft. Insgesamt werden sechs Flugzeuge in das Testprogramm für die Zulassung eingebunden. 

18.05.2020

Am 17. Mai 2020 ist der Prototyp der Cessna SkyCourier vom Beech Field in Wichita zu seinem ersten Flug gestartet. © Textron Aviation

Etwas weniger als zwei Monate nach dem Beginn der Bodenläufe der beiden Pratt & Whitney Canada PT6A-55SC-Turboprop-Triebwerke der Cessna SkyCourier ist gestern der erste Prototyp der neuen Utility-Zweimot zu seinem Erstflug gestartet. Den Erstflug führten die beiden Testpiloten Corey Eckhart und Aaron Tobias durch. Sie starteten gegen 09.20 Uhr Ortszeit vom Beech Field im Osten der Stadt Wichita im US-Bundesstaat Kansas und landeten nach einer Flugzeit von 2 Stunden und 15 Minuten wieder.

Beim Erstflug der Cessna SkyCourier saßen die beiden Testpiloten Corey Eckhart (re.) und Aaron Tobias (li.) im Cockpit. © Textron Aviation

Corey Eckhart sagte nach dem Flug: „Wir waren sehr zufrieden mit der Leistung der SkyCourier während des gesamten Erstfluges. Es war besonders beeindruckend zu sehen, wie stabil sich das Flugzeug bei Start und Landung verhielt. Die Cessan SkyCourier zeigt bereits auf ihrem Erstflug einen hohen Grad an Reife bei den Flugeigenschaften. Wir konnten auf diesem Flug alles erreichen, was wir geplant hatten, und das ist ein ausgezeichneter Start in das Flugerprobungsprogramm.“

Der angestrebte Schulterdecker mit dem Kennzeichen N408PR war bei seinem ersten Flug nur mit Primer lackiert, die endgültige Lackierung des Flugzeugs war noch nicht aufgebracht. Deswegen konnte man sehr gut die aufgebrachten Verstärkung am hinter den Cockpittüren erkennen, die verhindern sollen, dass sich lösendes Eis vom Propeller oder bei einer schweren Triebwerksstörung Teile vom Propeller den Rumpf durchschlagen.

Bei Prototypen dieser Flugzeugklasse üblich ist auch der Sensorträger am Bug, der Luftdaten sammelt, die nicht von der Luftströmung des Flugzeugs beeinflusst sind. Am Heck des mit „Proto“ beschrifteten Flugzeugs befindet sich ein Gestell, an dem ein Trudelschirm angebracht ist.

Erstkunde ist Federal Express

Ron Draper, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Textron Aviation, sagte nach dem Erstflug: „Heute war ein aufregender Tag für unsere Angestellten, unsere Zulieferer und unsere Kunden. Die Cessna SkyCourier hat sich genauso verhalten wie wir es erwartet haben. Dies ist ein Beweis für die gute Arbeit, die die Frauen und Männer unseres Teams zusammen geleistet haben, um diesen Tag vorzubereiten. Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie das Team die durch die globale Covid-19-Pandemie verursachten Unterbrechungen durchgestanden und sich darauf konzentriert hat, uns bis zu diesem Punkt zu bringen. Die Cessna SkyCourier wird aufgrund ihrer Kombination aus Flexibilität, Nutzlast, überlegener Leistung und niedrigen Betriebskosten ein überragendes Produkt in ihrem Segment sein. Unsere Kunden werden mit diesem Flugzeug sehr zufrieden sein.“

Obwohl die Express-Frachtfluggesellschaft FedEx als Erstkunde des Flugzeugs 50 Exemplare fest bestellt und Optionen für weitere 50 Exemplare gezeichnet hat – handelt es sich beim ersten Prototyp nicht um einen Frachter, sondern um eine Passagierversion der SkyCourier, wie unschwer an den fünf Fenstern auf der linken und sieben Fenstern auf der rechten Rumpfseite zu erkennen ist. Die Frachtversion hat keine Kabinenfenster.

Zwei Turboprop-Triebwerke des Typs PT6A-65SC von Pratt & Whitney Canada treiben die Utility-Zweimot Cessna 408 SkyCourier an. © Textron Aviation

Zusätzlich zum ersten Prototyp wird Textron Aviation fünf weitere Testflugzeuge für die Boden- und Flugerprobung bauen. Dazu zählen auch die Testexemplare, die niemals fliegen, da sie für Struktur- und Lebensdauertests genutzt werden. Mit der Zulassung des Musters durch die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte der Hersteller beim Programmlaunch im November 12 bis 15 Monate nach dem Erstflug gerechnet.

Volker K. Thomalla

 

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