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Die X-59 QueSST durchbricht erstmalig die Schallmauer

Das NASA-Versuchsflugzeug X-59 QueSST jetzt zum ersten Mal schneller geflogen als der Schall. Es soll aufgrund der besonderen Formgebung besonders leise sein und nicht den bisher üblichen Überschallknall beim Durchbrechen der Schallmauer erzeugen.

8.06.2026

Am 5. Juni 2026 flog das Experimental-Überschallflugzeug X-59 QueSST der NASA erstmalig schneller als der Schall. © NASA / Jim Ross

Das Überschall-Experimentalflugzeug X-59 QueSST der NASA ist am 5. Juni erstmalig schneller als der Schall geflogen. Lockheed Martin hatte den von einem F414-GE-100-Triebwerk angetriebenen Jet im Auftrag der NASA gebaut und ihn Ende Oktober 2025 zum Erstflug gebracht. Bei dem ersten Überschallflug der X-59 saß der NASA-Testpilot Jim „Clue“ Less im Cockpit. Er startete mit der X-59 – Kennzeichen N859NA – kurz nach 11.00 Uhr Ortszeit von der Edwards Air Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien und stieg auf eine Höhe von 43.000 Fuß. Während des Flugs erreichte er eine maximale Geschwindigkeit von Mach 1.1. Er landete nach einer Flugzeit von 81 Minuten wieder auf der Edwards AFB.

Hervorgehoben auf der linken Seite zeigt der Screenshot des Head-up-Displays der X-59 die Geschwindigkeit: Mach 1.077. © NASA

Der NASA-Administrator Jared Isaacman sagte: „Die X-59 bereitet sich auf ihr e Premiere im leisen Überschallflug vor. Seit dem Erstflug des Flugzeugs am 28. Oktober 2025 hat das Team enorme Fortschritte erzielt: In den vergangenen 90 Tagen wurden 16 Flüge absolviert und ein beständiger Testrhythmus etabliert. In den kommenden Tagen wollen wir den nächsten Schritt wagen und Geschwindigkeiten von Mach 1,4 erreichen. Ich bin dem NASA-Team und Lockheed Martin Skunk Works dankbar für die Unterstützung, die uns bis hierher gebracht hat, und hoffe, dass dies der Auftakt zu vielen weiteren Kooperationen beim Wiederaufbau des X-Flugzeug-Portfolios der NASA ist.“

Die X-50 wurde von einer F-15 Eagle begleitet

Ob die X-59 tatsächlich beim Erreichen von Überschallgeschwindigkeit so leise ist, wie die Konstrukteure errechnet haben – sie soll anstelle eines Überschallknalls am Boden nur ein dumpfes Geräusch erzeugen, welches dem Zuschlagen einer Autotür entspricht –, konnten die Zeugen des Erstflugs nicht erfahren. Die X-59 wurde während des Flugs von einer Boeing F-15 Eagle begleitet, die einen deutlichen Überschallknall erzeugte.

Die NASA will mit der X-59 im Rahmen des QueSST-Programms, leisen Überschallflug demonstrieren und so die Voraussetzungen für den kommerziellen Überschallflug über Land schaffen. Das Programm des überschallschnellen Fluges ist allerdings bei der Umsetzung eher langsam und hängt Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. 2018 war die NASA davon ausgegangen, mit der Flugerprobung des Experimentaljets schon 2022 anfangen zu können.

QueSST verfolgt auch einen industriepolitisches Ziel. Die NASA schreibt: „Im Rahmen der Entwicklung der X-59 stellt die NASA Konstruktionswerkzeuge und Technologien für leise Überschall-Verkehrsflugzeuge bereit. Die NASA wird diese Konstruktionswerkzeuge durch Boden- und Flugtests validieren und so US-Flugzeugherstellern die Möglichkeit geben, neue Konzepte für leise Überschallflugzeuge zu erforschen sowie die Gewissheit zu erhalten, dass ihre Entwürfe die Anforderungen an einen leisen Flugbetrieb erfüllen.“

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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