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EL-2 Goldfinch von Electra zeigt seine extremen STOL-Fähigkeiten

Die Fähigkeit, von extrem kurzen Plätze aus zu operieren, kann für Flugtaxis ein Riesenvorteil sein, denn ein (fast) konventionelles Flächenflugzeug benötigt deutlich weniger Energie beim Start als ein eVTOL-Flugtaxi.

3.06.2024

Nach nur 52 Metern Startstrecke war die EL-2 Goldfinch schon in der Luft. © Electra.aero

Das Start-up-Unternehmen Electra.aero aus Manassas im US-Bundesstaat Virginia hatte im November des vergangenen Jahres den Erstflug seines elektrisch angetriebenen Technologie-Demonstrators EL-2 Goldfinch gefeiert. Der von acht Elektromotoren angetriebene Testträger verfügt über angeblasene Flächen, die ultrakurze Starts und Landungen erlauben sollen.

Im April und Mai dieses Jahres führte der Testpilot Cody Allee Erprobungsflüge durch, um die Mindestfluggeschwindigkeit der EL-2 zu ermitteln und um die Kurzstart- und -landeeigenschaften des Flugzeugs zu demonstrieren.

JP Stewart, der General Manager und Vorstandsmitglied von Electra.aero, sagte: „Der heutige Meilenstein ist eine unglaubliche Errungenschaft, denn wir haben bewiesen, dass unser eSTOL-Flugzeug die Fähigkeit hat, das zu tun, was wir gesagt haben – nämlich auf einer Fläche von weniger als 300 Fuß  (91 Meter) zu operieren. Das Handling des Flugzeugs bei niedrigen Geschwindigkeiten war außergewöhnlich und stimmt gut mit unseren Analysen überein, was das Vertrauen in die prognostizierten Fähigkeiten des 9-Passagier-Produktdesigns stärkt. Wir werden unsere Technologien weiterentwickeln, einschließlich des ,thrust-by-wire’-Flugsteuerungssystems, um im Anflug noch langsamer zu fliegen und die STOL-Start- und Landeleistung in der laufenden Testkampagne weiter zu verbessern.“

In der ersten Erprobungsrunde flog die EL-2 Goldfinch eine Stunde und 43 Minuten ohne Zwischenlandung. © Electra.aero

Bei den Start- und Landeversuchen auf dem Manassas Regional Airport und dem Warrenton-Fauquier Airport in Virgina, flog Allee nach einer Startstrecke von unter 52 Metern und kam nach einer Landerollstrecke von weniger als 34 Metern zum Stehen. Der längste Flug im Rahmen der laufenden Testkampagne dauerte 1 Stunde und 43 Minuten, die höchste erreichte Höhe der EL-2 betrug 6.500 Fuß (1.980 Meter).

Die Stall Speed wurde noch nicht erreicht

Nach Angaben des Testpiloten flog er die EL-2 mit 25 Knoten und hatte dabei noch nicht einmal die Mindestfahrt erreicht. Nach Angaben des Herstellers werden die bei den Flugtests gewonnenen Daten in die Entwicklung des angestrebten Flugzeugmusters – das Platz für bis zu neun Passagiere aufweisen soll – einfließen.

Electra hat bei der Technologieentwicklung prominente Unterstützer: Lockheed Martin Ventures, die Virginia Innovation Partnership Corporation (VIPC), Statkraft Ventures und anderen privaten Investoren stützen das Unternehmen. Zusätzlich liegen Verträge mit der NASA, der U.S. Air Force, der U.S. Army und der U.S. Navy vor. Das neue Elektroflugzeug soll nach den Zulassungsvorschriften der FAA nach Part 23 zugelassen werden. Electra.aero strebt die Indienstellung des Muster für das Jahr 2028 an.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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