Homepage » General Aviation » Rund 650.000 Besucher kamen zum EAA AirVenture 2022

Das EAA AirVenture in Oshkosh kehrte mit der diesjährigen Ausgabe wieder zu alter Größe zurück. Es war erneut ein Fest für die Luftfahrt und eine Veranstaltung, bei der Piloten Motivation für die anstehenden Herausforderungen tanken konnten. Oshkosh ist ein Luftfahrt-Event, bei dem man als Enthusiast mindestens einmal gewesen sein muss.

2.08.2022

Das EAA AirVenture ist die größte Luftfahrtveranstaltung der Welt. Sie lockte 2022 rund 650.000 Besucher nach Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin. © V. K. Thomalla

Das EAA AirVenture 2022 auf dem Wittman Regional Airport in Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin ist am Sonntag zu Ende gegangen. Die Experimental Aircraft Association (EAA) hat am Tag nach der größten Luftfahrtveranstaltung der Welt ein positives Fazit gezogen. Das lag nicht nur an der Zahl von rund 650.000 Besuchern, sondern auch an der positiven Grundstimmung auf der Veranstaltung. Im vergangenen Jahr hatte die EAA noch 642.000 Besucher gezählt. Erneut waren auch über 10.000 Fluggeräte in der Woche vom 25. bis zum 31. Juli nach Oshkosh gekommen und sorgten für über 18.864 Flugbewegungen auf dem Flugplatz. Darin nicht inbegriffen sind Flugzeuge, die zu den benachbarten Plätzen wie Fond-du-Lac und Appleton ausgewichen sind, um die Massen in Oshkosh beim An- und Abflug zu vermeiden.

Unter den Flugzeugen im Static Display des EAA AirVenture waren in diesem Jahr 77 Kunstflugzeuge, 25 Drehflügler, 87 Wasserflugzeuge, 137 Ultraleichte, 369 Warbirds, 1.156 Selbstbauflugzeuge sowie 1.375 historische (Vintage) Flugzeuge. Ebenfalls nicht in dieser Zählung enthalten sind die Flugzeuge der US Air Force, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert, oder der Boeing ecoDemonstrator, eine modifizierte Boeing 777-200LR. 803 Aussteller präsentierten ihre Waren und Dienstleistungen, allerdings hatten nicht alle ausstellenden Firmen auch einen Luftfahrtbezug, was von einigen Besuchern kritisiert wurde.

Unglaublich großes Angebot an Fortbildungen

Das Fortbildungsangebot auf dem EAA AirVenture ist unglaublich groß: An den sieben Tagen des Treffens fanden nicht weniger als 1.400 Foren und Workshops aus allen Bereichen der Luftfahrt statt, die durchweg auch gut besucht waren. Nachhaltiges Fliegen nahm für amerikanische Verhältnisse einen überraschend breiten Raum bei den Foren ein. Vor allem die Frage nach Ersatztreibstoffen für Avgas war ein großes Thema bei den Diskussionen.

Das One Week Wonder 2022 war eine Sonex Waiex-B, die innerhalb einer Woche gebaut wurde. © EAA

Das EAA AirVenture ist ohne freiwillige Helfer, so genannte Volunteers, nicht zu stemmen. In diesem Jahr sorgten wieder über 5.000 Menschen als ehrenamtliche, unbezahlte Volunteers für den reibungslosen Ablauf des Events, sei es als Einweiser, Prospektverteiler, Sanitäter, Wasserverteiler, Besatzung von Infopoints oder als Müllmänner, die abends die Abfallbehälter leeren: Die Volunteers sind die eigentlichen Helden des EAA AirVenture. Nach Angaben der EAA haben sie in diesem Jahr über 250.000 Stunden Arbeit geleistet.

Ebenfalls vornehmlich mit Freiwilligen gebaut wurde das One Week Wonder, eine Sonex Waiex-B, deren Bau erst mit dem ersten Tag des EAA AirVenture startete und die am Montag nach dem Event ihre ersten Rolltests absolvierte. Die EAA hat bereits mehrfach während des Treffens ein Selbstbauflugzeug ausschließlich von Freiwilligen innerhalb einer Woche gebaut.

Große Trauer um Tom Poberezny

Einen großen Wermutstropfen hat das diesjährige Treffen jedoch auch gehabt: Ausgerechnet am ersten Tag des EAA AirVenture ist Tom Poberezny, der ehemalige Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) der EAA im Alter von 75 Jahren gestorben. Poberezny war der Sohn des EAA-Gründers Paul Poberezny und ein begeisterter Pilot. Er war unter anderem auch Mitglied der US-Kunstflug-Nationalmannschaft. Er hatte das EAA Young Eagles Programm auf den Weg gebracht, bei dem Freiwillige junge Menschen zu einem Freiflug einladen und ihnen dabei die Luftfahrt näherbringend.

Jack J. Pelton, der CEO und Vorsitzende des Vorstands der EAA, sagte: „Es ist uns nicht entgangen, dass Toms Tod am Eröffnungstag des EAA AirVenture Oshkosh eintrat, der Veranstaltung, die er als Vorsitzender seit den 1970er Jahren zu Weltruhm geführt hat. Toms Vermächtnis ist in der Welt der Luftfahrt mit seinen persönlichen Errungenschaften sowie dem Wachstum der EAA, insbesondere der Entwicklung des heutigen EAA Aviation Centers in Oshkosh, dem Young Eagles Programm und der Gründung von Sport Pilot vor fast 20 Jahren, enorm. Wir werden ihn sehr vermissen, aber noch wichtiger ist, dass wir uns an alles erinnern werden, was er für die EAA und die Luftfahrt getan hat.“

Der Termin für das EAA AirVenture 2023 steht natürlich auch schon fest. Es wird vom 24. bis zum 30. Juli 2023 in Oshkosh stattfinden.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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