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Aerion testet den Überschalljet AS2 bei der ONERA im Windkanal

Trotz aller digitalen Analysewerkzeuge ist auch heute eine Erprobung eines neuen Musters im Windkanal unvermeidbar, besonders dann, wenn es sich um ein Flugzeug wie einen überschallschnellen Business Jet handelt. Die Aerion Corporation lässt ein Modell der AS2 nun in Frankreich testen, um die errechneten Daten zu verifizieren.

11.09.2020

Aerion hat mit den Windkanaltests der neuesten Konfiguration seines Überschalljets AS2 bei der ONERA in Frankreich begonnen. © Aerion

Aerion, der Hersteller des geplanten, überschallschnelle Business Jet AS2, hat in diesem Monat mit den Windkanalversuchen der neuesten Konfiguration der AS2 begonnen. Die Untersuchungen finden im Windkanal der französischen Luftfahrt-Forschungsorganisation ONERA in Modane in den französischen Alpen statt. Zuvor hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Aerodynamik des Flugzeugs mit Hilfe von Software der eigenen Tochterfirma Aerion Technologies aus Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien optimiert.

Diese Kombination aus errechneten und im Windkanal verifizierten Daten bringe nach Angaben des Unternehmens so akkurate und detaillierte Ergebnisse, dass man im Verlauf des Programms keinen kostenintensiven Demonstrator bauen müsse. Außerdem könne man das gesamte Programm dank dieser Daten beschleunigen.

Validierung der Rechenergebnisse

Alex Egeler, der Executive Vice President Technologies bei Aerion, sagte: „Unsere Konstruktionsoptimierung bei Aerion Technologies basiert auf einer Kombination aus von der NASA entwickelter CFD-Analysesoftware, kommerziellen Werkzeugen und unseren eigenen internen Berechnungen, um hoch skalierbar zu sein. Dieses flexible Rahmenwerk ermöglicht es uns, Millionen von parametrischen Entwurfsszenarien in der Cloud zu simulieren und robuste Lösungen zu bestimmen – und das alles virtuell mit einer Geschwindigkeit, die es bei der Entwicklung von Geschäftsreiseflugzeugen noch nie gegeben hat.

Die neueste Konfiguration der AS2 verfügt über einen Deltaflügel anstelle eines Trapezflügels. © Aerion

Aber ganz ohne Verifikation der errechneten Daten geht es eben nicht, sagt Robert Lewis, Direktor bei Aerion für Test & Evaluation: „Obwohl die immer ausgefeiltere Modellierungstechnologie im Computer die Konstruktion in der Luft- und Raumfahrt erheblich verbessert hat, bleiben Windkanaltests eine Schlüsselkomponente im Entwicklungszyklus. Bestimmte Aspekte des Flugzeugdesigns lassen sich nach wie vor nur schwer virtuell vollständig modellieren und müssen noch immer durch Windkanaltests validiert werden. Wir arbeiten mit den weltbesten Windkanalmodellbauern und den weltweit führenden Windkanalbetreibern zusammen, um unsere virtuellen Erkenntnisse zu validieren und sicherzustellen, dass das AS2-Design die Erwartungen übertrifft.“

Das 2002 gegründete Unternehmen hat mehrfach die Konfiguration seines Überschall-Business-Jets verändert. Eigentlich war geplant, dass Aerion das Flugzeug entwickelt und die Produktion einem Partnerunternehmen überlässt. Doch nach mehreren Jahren der vergeblichen Suche hat sich die Firma dazu entschieden, das Flugzeug selbst zu produzieren. Die Wahl eines Produktionsstandortes fiel im April dieses Jahres auf Melbourne in Florida. Dort wird ein Aerion Campus errichtet, auf dem an 2023 die Fertigung des dreistrahligen Flugzeugs beginnen wird. Das Unternehmen plant, in den ersten zehn Jahren der Produktion 300 AS2 zu fertigen und an Kunden auszuliefern.

Volker K. Thomalla

 

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