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GE-Turboprop Catalyst fliegt künftig mit Fünfblatt-Propeller von MT

GE Aviation bietet sein in Europa entwickeltes und gefertigtes Turboprop-Triebwerk Catalyst künftig auch mit einem Propeller von MT-Propeller aus Straubing an. Die neue, integrierte Antriebseinheit ist leichter, leiser und verbraucht weniger Treibstoff als heutige Antriebe. Außerdem erleichtert die integrierte Steuerung von Triebwerk und Propeller den Piloten ihre Arbeit.

27.05.2020

Die Integrationstests zwischen GE Aviations Catalyst-Turboprop-Triebwerk und dem Fünfblatt-Propeller von MT-Propeller sind abgeschlossen. © Avio Aero

Das neue Turboprop-Triebwerk Catalyst von GE Aviation soll noch in diesem Jahr in Europa an einer zum fliegenden Prüfstand umgebauten Beechcraft King Air 350 zum Erstflug starten. Für Piloten von Flugzeugen, die mit dem Catalyst-Turboprop-Triebwerk ausgerüstet sind, wird sich die Triebwerksbedienung sehr einfach gestalten, denn es wird im Cockpit dank FADEPC (Full Authority Digital Engine and Propeller Control) nur noch einen einzigen Hebel für die Bedienung des Triebwerks und Propellers geben. FADEPC steuert sowohl das Triebwerk als auch den Propeller.

Das Triebwerk, das sich durch einen hohen Anteil an Bauteilen auszeichnet, die im 3D-Druckverfahren (Additive Manufacturing) hergestellt wurden, wird es aber mit Propellern verschiedener Hersteller geben. Textron Aviation bietet zum Beispiel seine neue Turboprop-Einmot Cessna Denali mit einem Fünfblatt Blackmac Carbon-Propeller des US-Herstellers McCauley an. Auf Fotos von Prüfständen mit dem Catalyst-Triebwerk sind auch Propeller des Herstellers Hartzell zu sehen.

Die gemeinsame Steuerung von Propeller und Triebwerk ermöglicht nach Angaben von GE Aviation eine Leistungsoptimierung bei allen Fluggeschwindigkeiten mit einer Reduzierung des Treibstoffverbrauchs von etwa 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt.

Integrierte Antriebseinheit

Nun hat die italienische GE-Tochter Avio Aero, die einen Großteil der Komponenten des Catalyst im 3D-Druck herstellt, die Integrationstests zwischen dem Catalyst und einem Fünfblatt-Propeller von MT-Propeller aus Straubing abgeschlossen. Im vergangenen Jahr hatten Avio Aero und MT-Propeller ein Kooperationsabkommen zur Zusammenarbeit auf dem militärischen Markt geschlossen, um ein integriertes Antriebssystem anzubieten, das nicht unter die US-Exportkontrolle fällt. Dazu dürfen keine genehmigungspflichtigen Teile aus US-Fertigung verbaut sein. Da es sich bei dem Catalyst und dem MT-Propeller um in Europa entwickelte Systeme handelt, unterstehen diese nicht der US-Exportkontrolle.

Das neue Turboprop-Triebwerk von GE Aviation lief am 22. Dezember 2017 erstmalig auf dem Prüfstand. © GE Aviation

Der Fünfblatt-Propeller von MT-Propeller ist aus natürlichem Verbundmaterial gefertigt, was eine Gewichtsreduzierung zwischen 8 und 20 Prozent und eine Reduzierung von Vibrationen und Geräuschemissionen um 30 bis 50 Prozent zur Folge hat. Der Propeller wurde nun auf dem Prüfstand der Technischen Universität in Hradec Králové (Tschechien) mit einem Catalyst-Testtriebwerk verbunden. Martin Albrecht, der General Manager von MT-Propeller, sagte: „MT-Propeller hat in ausgezeichneter Zusammenarbeit mit den Teams von GE Aviation und Avio Aero am Catalyst-Triebwerk einen weiteren Meilenstein erreicht und bewiesen, wie effizient sich neue Technologien abstimmen lassen, sodass die Erstellung von Prototypen praktisch in Serie geschehen kann.  Dieser Test ebnet den Weg für die Aufnahme des Catalyst-Triebwerks als zertifizierte Anwendung von MT-Propeller und ermöglicht es den Kunden, die modernste Turboprop-Kombination auf dem Markt zu erhalten.

Nach Angaben von Avio Aero hat das Catalyst-Triebwerk bislang über 1.800 Teststunden absolviert.

Volker K. Thomalla

 

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