Das Werk der 100-prozentigen Lufthansa-Technik-Tochter Lufthansa Technik Engine Services (LTES) in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma ist auf die Überholung und Instandhaltung von Rolls-Royce-Tay-611-8/8C-Triebwerken für Business Jets spezialisiert. Diese Arbeiten werden auch weiterhin angeboten. Allerdings verschieben sich die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens stärker in Richtung der Maintenance von Airliner-Triebwerken.
Das Werk in Tulsa hat sich nach Angaben der LH Technik zu einem wichtigen Teil des Mobile-Engine-Services-Netzwerks (MES) von Lufthansa Technik entwickelt. Heute werden dort zusätzlich IAE V2500-, CFM56-5B/7B- und GTF-Triebwerke betreut. Zudem verfüge das Werk über einen der modernsten volldigitalisierten Triebwerksprüfstände der Branche. Das Mobile-Engine-Services-Netzwerk ermögliche gezielte Reparaturen, auch Quick Turn Events genannt, die Kosten und Durchlaufzeiten für Betreiber reduzieren.
Nahezu Verdoppelung der Kapazität
Harald Gloy, der Chief Operations Officer von Lufthansa Technik, sagte: „Unser Mobile-Engine-Services-Netzwerk zeichnet Lufthansa Technik aus. Es ermöglicht schnelle Reparaturen direkt am Triebwerk oder in unserer Werkstatt und hilft unseren Kunden, die Verfügbarkeit ihrer Flotten zu erhöhen. Mit einer nahezu verdoppelten Kapazität in Tulsa stärken wir unser Netzwerk für Triebwerksservices in den Americas und können Betreiber in der Region noch besser unterstützen. Gleichzeitig investieren wir in die Qualifizierung unserer Mitarbeitenden. Zusammen mit unseren Standorten in Calgary und Montreal ist Tulsa ein wichtiger Anker für den weiteren Ausbau unseres Triebwerksgeschäfts in den Americas.“
Im Rahmen der Kapazitätserweiterung wird LTES die Zahl der Triebwerksbays, also der Plätze, an denen Triebwerke demontiert, überholt und wieder montiert werden, von heute 28 auf insgesamt 46 steigen. Bis 2030 will LTES 100 zusätzliche Stellen schaffen.
Um das Personal auszubilden und den langfristigen Personalbedarfzu decken, hat LTES im Rahmen des Ausbaus ein duales Ausbildungsprogramm entwickelt. Das Programm wurde schon 2025 gestartet. Es verbindet die praktische technische Ausbildung mit einer strukturierten theoretischen Qualifizierung und dauert rund 18 Monate. Nach erfolgreichem Abschluss legen die Teilnehmenden die Prüfung für das Powerplant Certificate ab. Das ist eine von der US-Luftfahrtbehörde FAA vergebene Lizenz. Bislang haben sich 24 Mitarbeitende für das Programm eingeschrieben, zehn von ihnen haben die Qualifikation bereits erworben.
„Der Ausbau in Tulsa erhöht nicht nur unsere Kapazitäten, sondern bringt auch ein bewährtes Element unserer deutschen Wurzeln in die USA: das duale Ausbildungssystem“, sagt Michael Scheferhoff, Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Lufthansa Technik Engine Services. „Die Kombination aus praktischer Erfahrung und strukturierter Ausbildung vermittelt die Kompetenzen, die für langfristiges Wachstum und hohe Qualitätsstandards in den Americas erforderlich sind. Die Förderung lokaler Talente ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie und stärkt Tulsa zusätzlich als bedeutenden Standort für die Instandhaltung von Luftfahrzeugen.“
Volker K. Thomalla
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