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Rostec UEC testet PD-8-Turbofan für den SSJ100 an einer Il-76LL

Nachdem die Prüfstandläufe des Prototyps des neuen russischen Turbofans PD-8 abgeschlossen sind, soll das Triebwerk nun an einer Il-76LL im Flug getestet werden. Das PD-8 soll das französisch-russische Triebwerk SaM146 am Sukhoi Superjet SSJ100 und an der Be-200 ersetzen.

13.05.2022

Ein Bild aus besseren Zeiten: Die mexikanische Interjet betrieb bis 2018 eine Flotte von 22 SSJ100. © V. K. Thomalla

Das Verbot, nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, Hochtechnologie nach Russland zu liefern, hat große Folgen für die russische Wirtschaft. Besonders die Luftfahrt ist davon betroffen, wenn auch nicht überrascht. Russland hatte schon zuvor versucht, nicht-russische Komponenten und Systeme in russischen Flugzeugen zu substituieren, um die Abhängigkeit von westlichen Zulieferern auszuschließen.

So arbeitet beispielsweise der zur United Aircraft Corporation (UAC) gehörende Flugzeughersteller Sukhoi Civil Aircraft (SCAC) schon seit 2014 an einer russifizierten Version des in internationaler Kooperation entwickelten Regionalflugzeugs Sukhoi Superjet SSJ100. Diese Version läuft bei dem Hersteller unter dem Projektnamen SSJ100R und ist unter anderem für den Export in den Iran vorgesehen.

Arbeiten an dem PD-8 begann schon 2015

Durch das Embargo nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs hat Russland seine Bemühungen massiv verstärkt, Ersatz für westliche Komponenten und Teile zu finden. Der SSJ100 soll beispielsweise anstelle des in französisch-russischer Kooperation entstandenen Turbofans PowerJet SaM146 künftig ausschließlich von Triebwerken des Typs PD-8 des russischen Herstellers UEC (United Engine Corporation) angetrieben werden. Bei dem PD-8 – das auch den Amphibienjet Be-200 antreiben soll – handelt es sich um ein Zweiwellen-Triebwerk, das nur aus russischen Komponenten besteht und nach modernsten Fertigungsmethoden, inklusive 3D-Druck, produziert werden soll. Es ist eine verkleinerte Version des Awiadwigatel PD-14-Triebwerks, das die MC-21 antreibt.

Die United Engine Corporation hat das PD-8 bereits auf verschiedenen Messen gezeigt. © Rostec

Nach Angaben der Staatsholding Rostec hat der Hersteller die Prüfstandtests des ersten PD-8-Prototyps nun erfolgreich abgeschlossen. Mit diesen Tests habe man nachgewiesen, dass das Triebwerk und seine Systeme entsprechend den angestrebten Parametern laufe und dass die Konstruktionslösungen des Triebwerks korrekt seien. Man habe das PD-8 von Leerlauf bis Vollgas getestet.

Als nächsten Schritt strebt der Hersteller nun die Erprobung des Triebwerks an einem fliegenden Testräger Iljuschin Il-76LL an. Parallel dazu werde man einzelne Komponenten auch auf Bodenprüfständen testen.

Volker K. Thomalla

 

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