Als das französische Unternehmen Positive Aviation aus Toulouse mit der Idee an die Öffentlichkeit ging, gebrauchte ATR-Turboprop-Regionalflugzeuge zu Löschflugzeugen auf Schwimmern zu modifizieren, glaubten nicht wenige Beobachter zunächst an einen KI-generierten Scherz.
Doch Positive Aviation ist es sehr ernst mit dem Vorhaben. In einem Hangar am Flughafen Toulouse-Blagnac steht bereits eine ausgemusterte ATR 72, die als statisches Versuchsmuster für die Umbauten genutzt wird. Durch diese Vorgehensweise will Positive Aviation die entwickelten Lösungen für die strukturellen Herausforderungen bei den Umbauten schneller verifizieren und so die FF72 genannten Löschflugzeuge schneller in den Dienst bringen. Schon 2028 sollen die ersten Exemplare der Amphibien-ATR-Löschflugzeuge in den Kampf gegen Wald- und Buschbrände eingreifen.
Dank der amphibischen Schwimmer sollen die FF72 in der Lage sein, im Tiefflug über Gewässern in kurzer Zeit ihre Löschmitteltanks mit bis zu 8.000 Liter Wasser zu befüllen.
Multiplast baut auch Rennjacht-Rümpfe
Am 24. Juli hat Positive Aviation die ersten Komponenten für die Schwimmer der FF72 bei dem Zulieferer Multiplast – Groupe Carboman in Vannes in der Bretagne in Empfang genommen. Die Teile werden jetzt in Nantes montiert, bevor sie nach Toulouse verschifft werden. Die Schwimmer sind aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt, was ein geringes Gewicht sowie eine gute Beständigkeit gegen Korrosion garantiert.
Multiplast verfügt seit über 40 Jahren über große Erfahrungen mit der Entwicklung und Produktion von High-Tech-Composites für die Schifffahrt. Unter anderem hat das Unternehmen auch Rümpfe für Hochsee-Rennjachten gefertigt, die beim Volvo Ocean Race teilgenommen haben.
Volker K. Thomalla
Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!
Folgen Sie uns auf Bluesky
Liken Sie uns auf Facebook
Schon gelesen?
Bridger Aerospace ist Erstkunde für die ATR 72 als Löschflugzeug
Corsica Technics sichert sich Umrüstsätze für Kepplair-72-Löschflugzeuge